Sonntag, 6. Mai 2018

Bondora - Transparenz selbst gemacht

Schon lange will Bondora davon weg, Kreditnehmer anzuzeigen. Nicht einmal in der anonymisierten Form BOxxx. Mit dem jüngsten Update - Buchungen nach Anteilsbruchteilen - wurde das nun, vielleicht von einigen unbemerkt, vollzogen:


In daily cashflow ist jetzt nur noch die Kreditnummer sichtbar. Schön ist die Zusammenfassung ganz oben, aber das ist ärgerlich. So kann man sich keinen Überblick mehr über alle Kredite eines Kreditnehmers im Depot mehr verschaffen, wie das bislang möglich war. Auch die Suche nach weiteren Krediten auf den Zweitmarkt ist nicht mehr so einfach möglich. Erst wenn man dem Link über die Kreditnummer folgt, wird die Information, falls so konfiguriert, sichtbar.

Auch im Report der Zahlungen ist diese Information nun ausgeblendet - als Zahlender taucht jeweils "Bondora Capital" auf. Eine Nachfrage bei Bondora ergab, dass man das mit Absicht geändert habe. Das warum erschließt sich mir nicht. Es müsste schon massive Proteste der Anleger geben, um diese Änderung wieder rückgängig zu machen. Im Sinne der hochgelobten Transparenz.

Hat mir natürlich keine Ruhe gelassen und mich zwei Stunden Codingzeit gekostet. Jetzt sind die Informationen in der BoxOfBondora wieder sichtbar und sogar noch mehr:


Wie man sieht, ist in der zweiten Spalte der jeweilige Kreditnehmer angezeigt. Handelt es sich um ein Zweitmarktgeschäft, beginnt der Name mit einem "!" und es gibt keinen Link zum Anteil im Deport. In diesem Fall kann man per mouseover auch den Handelspartner sehen. Die Kreditnummer führt auf das Depot, der Status ist der letzt verfügbare Wert (s.u.) Beim Zahlungsbetrag kann man, wie bei mintos, per mouseover den exakten Betrag ansehen. Der Pfeil in der letzten Spalte führt zu Angeboten zu diesem Kreditnehmer im Zweitmarkt. So wollte ich mein Statement haben.

Wie funktioniert das technisch? Zunächstmal wird versucht, die Daten aus der Liste der eigenen Kredite auszulesen (Dazu muss man sie über MyInvestments geladen haben). Klar, der Status kann sich durch die jüngste Zahlung geändert haben. Aber das ist ja nicht so schlimm, das kann man sich ja denken, wenn da Extra Interests aufgeführt ist.
Bei den verkauften Anteilen wird man da nicht fündig. Deshalb wird beim Starten des Plugins eine Liste mit Kreditnummerdaten/Namen geladen, die ich halt in regelmäßigen Abständen (bestimmt nicht täglich) generieren und hochladen muss. Damit sind dann fast alle Fälle abgedeckt und Kredite vor ihrer ersten Zahlung sind ja auch nicht so wichtig. Der Status kann in diesem Fall natürlich ziemlich veraltet sein.

Man sieht also, eine API und eigene Kreativität erlaubt einem eine maßgeschneiderte eigene Oberfläche. Bis Bondora die nächste Änderung bringt.

Montag, 30. April 2018

Estateguru zahlt 1% Bonus

Im Moment scheint Estateguru etwas Mühe zu haben, alle neuen Projekte in der doch recht knappen Finanzierungsphase voll zu bekommen. So hat man sich etnschieden, einen Bonus von (einmalig) einem Prozent anzubieten:

Increase your returns from investments! By investing in the currently open projects, you receive 1% of your investment back immediately, once the project gets funded. 
The Cashback bonus will be effective for the following projects, starting from today: Lubja str. bridge loan, Zilu bridge loan, Adruvahi bridge loan and Kiviloo Manor refinancing loan.

Beim letzteren ist zu beachten, dass damit ein bestehender Kredit abgelöst werden soll, dessen Rückzahlung sagen wir mal deutlich verzöger ist. Immerhin hat der Kreditnehmer zuverlässig Zinsen und Verlängerungsstrafen gezahlt, so dass sich für die bisherigen Anlager eine schöne Rendite ergibt. Auch denke ich, dass das wunderschöne Anwesen eine gute Sicherheit darstellt. Da muss man sich schon überlegen ob man sich darauf einlässt, ich werde das nicht tun.

Insgesamt sind bei Estateguru nur drei Ausfälle bekannt, wovon einer sehr schnell und zur vollsten Zufriedenheit der Anleger gelöst wurde. Die anderen beiden ziehen sich hin, die Deckung durch die Hypotheken scheint aber hinreichend zu bestehen. Zahlungsverzögerungen gibt es immer wieder. Bei Hypothekendarlehen hätte ich eigentlich nicht mit dieser Menge gerechnet. Solange aber, wie es bislang aussieht, praktisch alles samt Verzugzinsen nachbezahlt wird, sollte das kein echter Aufreger sein - schließlich ergeben sich zweistellige Renditen.

Für Neuanleger  gibt es z.B. über diesen Werbelink nochmal zusätzlich 0,5% auf die Anlegesumme der ersten drei Monaten.

Donnerstag, 5. April 2018

Tallinn ist eine Reise wert!

Etwas offtopic, aber ohne p2p hätte meine Reise nach Tallinn wohl nicht stattgefunden. Jetzt kann ich nur sagen, es wird nicht mein letzter Besuch dort gewesen sein. Meine Frau und ich haben uns sofort in die Talliner Altstadt verliebt und jede Minute dort genossen.

Ankunft
Der Flughafen Tallinn ist gut zwei Flugstunden von Frankfurt entfernt. Auch von anderen deutschen Städten gibt es Direktflüge. Viele Kreuzfahrtschiffe legen in Tallinn an, aber nur ein Kurzbesuch ist eigentlich schade.
Vom Flughafen kommt man sehr einfach mit Bus oder Straßenbahn in die Innenstadt.

Verkehr
Tallinn hat ein sehr gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz. Das ist für die Einwohner der Hauptstadt sogar kostenlos, für Touristen hatte man dafür angeblich die Preise erhöht. Davon haben wir aber nichts bemerkt, im Gegenteil gab es für 6€ (+2€ einmalig für die NFC-Karte) ein 5-Tages-Ticket. Da bezahle ich z.B. in Karlsruhe schon für einen Tag mehr.
Es gibt wohl auch Einzelfahrscheine beim Fahrer, aber wir sind recht viel Straßenbahn und Bus gefahren und mit dem Ticket muss man sich nur mal schnell neben die Erfassungssäule stellen - pling.


Schwarzfahren sollte man nicht - wir kamen eines Abends in eine Kontolle und das war auch ein Erlebnis. Die Staßenbahn hielt mitten auf der Strecke neben einem Minibus voller Kontolleure. Türen auf, Bahn blieb stehen bis alle kontrolliert waren, blitzschnell.
Viele der Bahnen sind alte deutsche Straßenbahnen, da liest man schon mal "Türöffner". Alles bltzblank, wie auch die Straßen ohne Müll.

Mitterlalterliche Altstadt
Ein ganzes Viertel ist noch von mittelalterlichen Gebäuden dominiert. Hier kann man sich im Wesentlichen nur zu Fuß bewegen, das tut der Atmösphäre gut. Überall gibt es Türmchen und Kirchen zu bestaunen, erstere erinnerten mich an das Carcassone-Spiel.


Zum Glück hatten wir herrliches Wetter, zwar Ende März Temperaturen um den Gefrierpunkt, aber fast immer Sonnenschein und das wunderbare Licht des Norden.


Vom Domberg hat man eine tolle Aussicht. In der Altstadt sind u.a. die ganzen Botschaften untergebracht, auf dem Domberg selbst (ein größeres Gelände mit eigener Stadtmauer) auch die Regierungsgebäude. Natürlich gibt es jede Menge Cafes, Restaurants und Touristenläden. Ich habe mir zwei Norwegerpullis (natürlich in Estland gefertigt) geleistet, zu fairen Preisen.

Restaurants sind einen Tick billiger als in Deutschland. Wir wurden stets sehr freundlich behandelt und man spricht durchgehend gut Englisch. Am Anfang wird man oft darauf hingewiesen, wie lange das Zubereiten des Essen dauern wird (war die ersten Tage kein Problem). Es gibt internationale Küche und östliche/nordische Spezialitäten.

Den ersten Teil der Woche war es noch ziemlich leer, wir hatten manche Straßen für uns alleine.


Ab Karfreitag wurde es dann sehr voll und es war kaum noch ein Platz zu finden. Außerhalb der Saison ist also ein guter Tipp.

Am Karsamstag war dann der Rathausplatz gut belebt (immer noch knapp über 0 Grad).

An der Ostsee
Ein besonderes Erlebnis, das nicht jedes Jahr zu bestaunen ist, war die zugefrorene Ostsee. Natürlich nur in Küstennähe. Man hat uns erzählt, dass zwar die großen Fähren recht gut durchs Eis kommen, es allerdings sogar eine "Straße" auf dem Eis zu den estnischen Inseln gab (auf dieser waren besondere Regeln zu beachten, z.B. nicht anschnallen). Ein paar Eindrücke:





Den echten Esten kann das natürlich nicht schocken. Da ging tatsächlich jemand im Eis schwimmen!
Wir dachten zunächst, das sind Aufnahmen für ein Werbeplakat oder so, aber das war echtes Leben:


Kultur
Natürlich gibt es jede Menge Museen, Kirchen, Galerien. Wir haben uns allerdings meistens draußen aufgehalten, nur ab und zu zum Aufwärmen ins Innere.


Tallinn war insgesamt ein überaschendes Kleinod. Ähnlich ging es mir nur vor ein paar Jahren mit Istanbul, das mir damals auch sehr sehr gut gefallen hat aber heute ja erstmal nicht mehr zu bereisen ist. Von mir 5 von 5 Sternen. Ein Top-Tipp ist auch die Stadtführung, die immer um 12h vor der Touristeninfo startet (gegen ein Trinkgeld). Die sollte man sich keinesfalls entgehen lassen.

 Alle Bilder mit meiner geliebten Sony DSC-TX30 fotografiert.

Dienstag, 3. April 2018

Erster defaulted loan bei Flender

Nach etwa einem dreiviertel Jahr absolut pünktlicher Zahlungen kam es nun zu einem Kreditausfall bei Flender, der mich allerdings nicht betrifft. Es ist nur ein sehr kleiner Kredit, so dass weiterhin 99% der ausgeliehenen Summe problemfrei zurückbezahlt wird.

Ehrlich gesagt, beruhigt mich das eher (natürlich um so mehr als dass es mich nicht tangiert). Zu nahe sind noch die Erinnerungen an lendico und zencap, wo man Spätzahlungen über viele Monate vertuscht hat.

Flender scheint Kredite recht früh als defaulted zu zählen. So berichtet man hier, dass das Geld noch längst nicht als verloren zu betrachten ist sondern man sich mit em Kreditnehmer in Restrukturierungsverhandlungen befindet. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Ausfälle bei zweistelligen Zinssätzen sind natürlich einzuplanen und wenn es dann noch gelingt, wenigstens ein Großteil der ausstehenden Summe auf irgendeine Weise (und die friedliche Einigung ist davon immer die beste) zurückzugewinnen ist das absolut kein Grund, auf weitere Anlagen zu verzichten.

Zur Zeit gibt es drei Angebote. Davon sind allerdings zwei eine 2. Tranche, wo ich schon investiert bin. Ein Problem bei Flender ist es (noch), dass die Plattform noch nicht sehr bekannt ist. Zum einen ist das schön, denn man kann sich die Kredite sehr genau ansehen und cherry-picking betreiben. Zum anderen gibt es nur wenig neue Kredite und die Finanzierung zieht sich oft über Wochen hin. Während dieser Zeit ist die Anlage unverzinst.

Für Leute die Flender noch nicht kennen: es gibt immer wieder nette Cashbackaktionen mit bis zu 10%, die man nicht verpassen sollte. Außerdem gibt es, wenn man sich über einen Empfehlungslink anmeldet, einen zusätzlichen Bonus von 5% auf die Anlagesumme.

Nachtrag: der Kredit wurde inzwischen umgeschuldet. Damit ist die Ausfallquote wieder auf 0.

Warum ich in p2p-Kredite investiere

Ich muss hier mal eine Gegenmeinung kundtun. In letzter Zeit gab es mehrere Aussagen von Finanzblocker, warum sie nie aber auch niemals in p2p-Kredite investieren würden, z.B. https://zendepot.de/podcast/ oder http://freiheitsmaschine.com/2018/03/24/p2p-kredite-peer-to-peer/.

Blödsinn, aha. Und ETFs sind die absolute Erlösung für alle Anleger. Nun, ich will den Autoren nicht absprechen, dass sie mit manchen Argumenten zum Nachdenken anregen und nicht ganz falsch liegen. Diese Gedanke sollte man sich auf jeden Fall auch machen bevor man sein Geld bei p2p anlegt. Etwas eigene Erfahrung hätte machem Bericht allerdings auch gut getan, so wirkt das doch recht abstrakt.

So, nun aber ein paar Punkte von mir.


Gute Rendite bei überschaubarem Risiko

Bislang habe ich noch bei keiner einzigen p2p-Plattform Geld verloren. Das kann und wird wahrscheinlich noch kommen, bei zencap und vielleicht auch moneything würde ich jetzt nicht absolut darauf vertrauen, dass da am Ende schwarze Zahlen herauskommen. Quer über alle Anlagen gehe ich von 8-10% vor Steuern aus. Ich investiere nun seit 10 Jahren deutlich fünfstellige Summen. Das skaliert also durchaus.

Eine gute Streuung über mehrere Plattformen und dort jeweils in viele Kredite ist Pflicht. Ausfälle sind unvermeindlich, die zunächst erzielbaren Renditen von 12% und mehr sind auf lange Sicht unrealistisch. Aber he, da liegen Billionen zu 0,0x% auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern! Da sind selbst 3-4% eine TOP-Performance!

Kredite sind nicht die Wurzel alles Übels

Ich kann die Moraldiskussion durchaus nachvollziehen und verschließe mich diesem Aspekt auch nicht komplett. Nicht jede gewinnbringende Anlage in payday-Kredite mit dreistelligem Zinssatz muss ich auch noch als Anleger unterstützen. Allerdings stellt eine solche Frage bei sehr vielen Anlagen, insbesondere in Aktien. Selbst der Vatikan wurde schon dabei erwischt, in die Pornoindustrie zu investieren.

Ich habe mir im Laufe der Jahre viele Gedanken darüber gemacht. Jetzt mal die Risiko/rendite-Brille ganz weggelassen. Es ist sicher sinnvoll, in Wohnungsrenovierungen zu investieren, oder die Anschaffung eines dringend für den Arbeitsweg benötigten Gebrauchtwagens. Auch Kredite für die Weiterbildung sind keine Frage. Wie sieht es aber mit der Finanzierung einer Reise aus? Sollte der Kreditnehmer diese nicht eher aufschieben, bis er sie aus dem Erparten bezahlen kann? So bin ich schließlich auch groß geworden und das Schaffe-Schaffe-Häusle-Bauen steckt auch tief in mir drin. In manchen Situationen ist es trotzdem falsch. Ich spreche jetzt nicht von einem Ballermann Urlaub, aber eine Reise ist auch immer eine Investition. Man bekommt neue Eindrücke, man lernt andere Kulturen kennen, man tankt neue Schaffenskraft. Reisen in andere Länder dienen dem Weltfrieden. Meine Meinung, und zugegeben, ich schweife ab. Jedenfalls zu einer Reise gehören Geld und Zeit. So kann es z.B. eine Phase nach dem Studium geben in dem man die Zeit zu reisen hat, vielleicht auch die Aussicht auf einen guten Job, aber halt nicht das nötige Geld.

Was ich sagen will, ist das es fast schon anmaßend ist, als Anleger, der aufgrund seiner Lage keinen Kredit braucht (und das ist immer nur zum Teil der eigene Verdienst) sich ein Urteil erlauben zu wollen, ob ein Kredit nun gut oder schlecht für den Kreditnehmer ist, ob er seinen finanziellen Ruin bedeuten wird oder ihm aus der Patsche hilft.

Früher habe ich ziemlich auf den Verwendungszweck geachtet. Das war noch bei smava und da war die Mindestanlagesumme noch 250€. Da dachte ich mir, wenn der Kredit schon später mal ausfällt, soll es wenigstens für etwas Sinnvolles gewesen sein. Ich habe viele kleine Unternehmer unterstützt. Das war aus finanzieller Sicht nicht immer das cherry-picking das sich gelohnt hätte, aber die allermeisten Kredite wurden zurückbezahlt und ich hoffe ich habe dem Kreditnehmer ein bisschen geholfen.

Auch heute investiere ich noch einen beträchtlichen Teil nicht in Konsumentenkredite sondern in Unternehmen. Bei den Konsumentenkrediten der ersten Jahre waren es oft Umfinanzierungen von Kreditkartenüberziehungen oder Dispokrediten. Manche mag das weiter in die Schuldenfalle getrieben haben, die sind später ausgefallen. Für viele aber war es auch eine Erleichterung durch deutlich geringere Zinsen oder wenigsten kleinere Raten durch einen längeren Zahlungszeitraum.

Zinsen spiegeln immer das Ausfallrisiko wieder. Wenn überhaupt muss man also die Gier nach einer übrigbleibenden Rendite von weit über 5% anprangern. 


Vorteil Cashflow

P2P-Anlagen funktionieren grundlegend anders als Aktien und deren Derivate. In manchen Situationen ist das durchaus ein großer Vorteil. So hatte ich, als ich beschlossen hatte meine Investitionen bei smava und auxmoney auslaufen zu lassen, über viele Monate hinweg einen zusätzlichen Zahlungsstrom von über 1000€/Monat. Habe ich dann andersweitig wieder angelegt. Wäre aber auch eine gute Möglichkeit einen um ein paar Jahre vorgezogenen Ruhestand zu finanzieren (ist ehrlich gesagt mein Plan), Das ist ganz gut kalkulierbar, solange man einen gewissen Puffer als Zahlungsverzug einplant. Und geht natürlich nur mit Krediten, die Tilgungen leisten.


Das Risiko

Ich finde die Aussage das p2p-Kredite im Vergleich zu Aktien/ETFs riskanter sind, reichlich naiv. Zum einen sollte man das eine tun und dabei das andere nicht lassen. Mein Aktiendepot ist immer noch größer als meine p2p-Anlage (und ich habe noch andere Investmentklassen).

Kursschwankungen habe ich bei p2p-Kredite  schon mal so gut wie keine, d.h. die Liquidität ist (zumindest zu einem Anteil von sagen wir einmal 50%) sehr viel besser. Natürlich hat man das Problem mit den Ausfällen. Mal abgesehen von denen (je nach Plattform eher seltenen), wo das Geld ganz futsch ist, dauert es dann sehr sehr lange, bis man einen Teil oder alles wiedersieht. Aber ich hatte auch schon etliche Zeiträume, zu denen ich mein angelegtes Geld nicht aus den Aktienanlagen herausbekommen hätte. Egal ob man in Einzelwerte, Fonds oder Indexzertifikate investiert.

Und ETFs sollen kein Risiko haben? Also bitte. Dass Aktien auf lange Sicht immer ein gutes Investment waren, ist unbestritten. Aber Derivate bringen immer auch ihr eigenes systemisches Risiko mit sich. Wenn das Volumen das der Aktien selbst deutlich übertrifft, kann das im Fall einer Krise zu einem deutlich verstärkenden Faktor werden, der das ganze Bankensystem selbst erschüttert.

Wer the big short gesehen hat, weiß, dass man selbst wenn man auf der richtigen Seite der Wette steht, mitunter nichts mehr davon hat. Wer hat denn schon vor 15 Jahre Lehmann-Papiere für riskant gehalten? Niemand. Ich will hier wirklich niemand irgedetwas madig machen, aber es ist eine Binsenweisheit dass hohe Rendite stets mit hohem Risiko korreliert. Es gibt nichts geschenkt. Das gilt für p2p, das gilt für andere Anlageformen. Deshalb sollte man ja streuen.

Es ist mir völlig klar, dass ich im Fall des Zusammenbruchs der p2p-Plattform ein Problem haben werde und dass es für mich als Privatperson gar nicht möglich ist, dieses Risiko einzuschätzen. Egal ob es sich um unbesicherte Konsumentenkredite oder Mogo-Kredite handelt, wo ein Gebrauchtwagen als Sicherheit hinterlegt ist. Ich habe weder Zeit noch Möglichkeit, in Estland, Polen oder wo auch immer durch die Gegend zu fahren und auf meine 10€-Anteile zu pochen. Da wird also jemand einspringen müssen und die Angelegenheit für uns regeln. Das wird Geld kosten. Ich bin sehr gespannt, was passieren wird, wenn da mal ein solcher Fall eintritt. Bis dahin beruhigt es mich, dass mein Geld auf mindestens ein halbes Dutzend Plattformen verteilt ist und meine bisherige Rendite schon einen Ausfall einer einzigen Plattform kompensieren kann. Und wenn alle ausfallen - haben wir glaube ich ein anderes Problem.


Passive Anlage

Man kann p2p als weitgehend passive Anlageform betreiben. Also alles auf Autoinvest (geht nicht bei jeder Plattform), einmal im Vierteljahr 1-2 Stunden checken, gut ist. Ob das die Rendite spürbar senkt, ist noch nicht einmal erwiesen.

Man kann auch ein Hobby daraus machen. Das gilt so für jede Geldanlage. Am Anfang ist der Wissenzuwachs wirklich enorm, und man sollte schon ein paar Wochen sich mit der Materie beschäftigen, wenn man mit mehr als ein paar Hundertern einsteigen will. Dann ist aber auch gut und man hat herausgefunden wie der Hase läuft. Zum Glück gibt es hervorrgende Foren, in denen man auf dem Laufenden gehalten wird und ab und zu auch Fragen stellen kann.


Mein Fazit

Ich bin froh, dass ich diese Anlageform vor zehn Jahren gefunden habe. Meine Rendite ist sehenswert und mein Wissen rund um Geldanlagen hat sich enorm vergrößert. Ich habe Spaß daran, mich mit dieser Anlageform zu beschäftigen und ich sehe mich nicht nur als Kapitalisten sondern hoffe, den Kreditnehmer auch ein wenig geholfen zu haben.


Montag, 2. April 2018

Ein Blick auf Estland aus Investorsicht

Nachdem wir insgesamt, hauptsächlich bei Bondora und Estateguru, insgesamt 5stellige Beträge in diesem Land investiert haben, nutzten wir unseren Trip nach Tallin natürlich auich dazu, ein paar Informationen über die wirtschaftliche Situation zu sammeln. Das meiste hätte man natürlich auch zuhause auf dem Sofa recherchieren können. Aber ein Blick vor Ort gibt einem auch ein Gefühl für Land und Leute, das mir als Investor ebenfalls wichtig ist.

 Die Flagge auf dem Langen Herrmann, Teil des
Parlamentsgebäudes zeigt wer in Estland das Sagen hat.

Einen Einblick in der Geschichte gab es auf unserer gut zweistündigen Altstadttour mit der charismatischen Guide Heli, die Informationen gib es natürlich auch im Web. Deshalb nur ganz kurz: Estland liegt ganz im Osten von EU-Europa, Tallinn ist nur etwa 80km von Helsinki entfernt, und Estland ist nach vielen Jahrhunderten wechselnder Besetzung erst sein 1990 (für längere Zeit) unabhängig. Estland ist Mitglied der EU und der Nato, hat seit 2011 den Euro, ist eine zuverlässige Dewmokratie und verfügt über ein hervorragendes Bildungssystem. Über die Hälfte der jungen Leute machen einen Universitätsabschluss. Esten sprechen zumeist perfekt Englisch (die Spielfilme im Fernehen haben noch nicht einmal Untertitel - selbst die lohnen wohl bei einer guten Million umfassenden Zielgruppe nicht). Sie sind weltoffen, modern und stolz auf ihr digitales Land. Estland hat kaum Rohstoffe, so ist man auf den Dienstleistungssektor angewiesen. Neben z.B. Skype und transferwise sind dort viele fintecs angesiedet, einige große Firmen haben die Softwareentwicklung nach Tallinn ausgelagert und die Startupquote pro Einwohner ist schon seit Jahren die höchste in Europa. Religion spielt so gut wie keine Rolle.

Auf mich wirkten die Esten freundlich, gelassen, aber zupackend. Das öffentliche Nahverkehrssystem (Buisse und Straßenbahn) ist vorbildlich, für die Ortsansässigen kostenlos und selbst für Touristen ausgesprochen preiswert. Die Infrastruktur funktioniert und ich kann mir vorstellen, dass insbesondere Tallinn noch einiges Entwicklungspotenzial bietet. So gibt es noch viele alte Gebäude, die renovierungsbedürftig sind aber gut gelegen.

Eine sehr gute Zusammenstellung über wirtschaftliche Fakten findet man auf der Seite https://www.visittallinn.ee/ger/tourist/planung/gut-zu-wissen/tallinn-und-estland, ganz unter unter "Lesen Sie weiter" ist eine 50seitige PDF-Broschüre verlinkt, in der sehr viel Wissenswertes steht.

Das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt von etwa 1300€ ist nicht sehr üppig. Die Preise zumindest in Tallinn liegen nur sehr wenig unter dem Niveau in Deutschland. So kostet ein halber Liter Bier im Restaurant auch um die 5€, ein Essen insgesamt in der Altstadt 20€. Wir haben ein Kaufhaus, mehrere Supermärkte und zwei Märkte u.a. mit Lebensmitteln angesehen - auch da gibt es nichts was deutlich günstiger ist als bei uns. Das mag auf dem Land anders aussehen.Wie da eine vierköpfige Familie mit 71€/Woche für Lebensmittel hinkommt war mir nicht so ganz klar. Und 406€ durchschnittliche(!) Altersrente ist wirklich bescheiden.


99,9 % der Banküberweisungen werden elektronisch getätigt und 96,3 % der Steuererklärungen wurden in 2016 elektronisch eingereicht.

Das beeindruckt wirkt aber glaubwürdig. Das spricht natürlich auch dafür, dass p2p-Plattformen in Estland eine ganz andere Reichweite haben werden als z.B. in Deutschland - konkurrenzfähige Konditionen vorausgesetzt. Das nannte dann Matt von Bondora auch als Stärke: einfach, unbürokratisch, zuverlässig. Führt zu einer hohen Kundenbindung auf der Kreditnehmerseite. Und spricht sich natürlich rasch herum.

Altes und Neues sind oft in perferkter Symbiose zu sehen:

 das gilt für die ganze Stadt.


Insgesamt macht Estland für mich einen sehr positiven Eindruck. Deutsches Kapital spielt noch keine große Rolle (das werde ich auch nicht ändern können), es gab aber soweit ich das erkennen konnte keinerlei Ressentiments gegenüber Deutschen - trotz der Geschichte. Gegenüber Russland hat man da viel größere Vorbehalte, obwohl in Tallinn immer noch gut 1/3 der Einwohner russische Staatsangehörigkeit haben.

Ich sehe weiterhin große Entwicklungsmöglichkeiten, auch wenn mir das geringe Einkommen bei vielen Krediten nicht unbedingt gefällt.

Sonntag, 1. April 2018

Tere (hallo) Bondora!


Ich habe drei Blogeinträge geplant:
1.       Besuch bei und Gespräch mit Bondora
2.       Reisebericht Tallinn
3.       Mein Eindruck von Estland aus Investorsicht

Bondora hatte uns, also mich und meine Frau die ebenfalls bei Bondora investiert ist, in der Woche vor Ostern zu einem Investorgespräch eingeladen. Vermutlich weil ich immer sehr viele Fragen stelle. Und nicht wenig investiert habe und eine ziemlich gute Performance erziele.


 Ja, draußen war es kalt.

Gesprochen habe ich hauptsächlich mit Matt vom Investorrelation, mit einem IT-Spezialisten und am Ende mit einem Datenanalyst. Natürlich gab es eine Büroführung, aber dazu kennt ihr wahrscheinlich das Video von AktienMitKopf (https://www.youtube.com/watch?v=8CUBwlBrEMQ)

Wir sind mit dem Bus zu Bondora gefahren. Das Büro ist in einem Startup-Towers im Süden von Tallin zu finden, in 15 Minuten und etwas Fußweg. Bondoras Büroräume sind im 3. Stock, es gibt einen Servicebereich (Kundenbetreuung) und einen Entwicklungsbereich.




Ich hatte einige Fragen mitgebracht und weitere ergaben sich im Gespräch. Die Atmosphäre war sehr freundlich, offen und konstruktiv. Ich hatte den Eindruck man versuchte mir ehrlich zu antworten.

Aktueller Stand und Pläne

Bondora hat nun etwa 50 Mitarbeiter. Das möchte man nun stabil halten. Ein neues Produkt (go&grow) ist gerade in der Test- und Optimierungsphase, es handelt sich um so etwas ähnliches wie einen Bond mit einer Verzinsung im oberen einstelligen Bereich, steuerlich attraktiver, ich weiß allerdings weder ob der Zinssatz fest noch ob er garantiert sein wird. Ich habe darauf hingewiesen, dass es bei ablrate ein ähnliches Produkt gibt und dass man aus Anlegersicht auf Liquidität achten solle. Mittelfristig arbeitet man an einer Banklizenz. Weitere neue Produkte sind gerade nicht in der Planung, auch keine Expansion in weitere Länder. Insbesondere ist auch nicht angedacht, Bondora zu verkaufen. Finde ich gut so.

Nachfrage an Krediten und verfügbares Geld

Laut Statistik sind gut 120 Mio Kapital verliehen, wenn ich mich richtig erinnere nannte Matt eine deutlich höhere Zahl an Anlegergeldern. Es gibt institutionelle Anleger, diese machen allerdings nur etwa 5% der Anlegegelder aus. Das möchte man auch gerne in diesem Verhältnis lassen, man sucht also nicht aktiv nach weiteren Großinvestoren. Grund dafür ist u.a. das ein Abzug sehr großer Summen innerhalb kurzer Zeit dann ein großes Problem werden könnte.

Wie jeder Anleger weiß, macht Bondora viel Werbung wir sollen doch Freunde als Anleger werben. Andererseits bekommt man ja längst nicht jede gebotene Summe auch investiert. Für mich ein gewisser Widerspruch, der auch nicht ganz aufgelöst werden konnte. Einerseits ist das Verhältnis Angebot-Nachfrage im Moment ganz ok, zum anderen könnte man deutlich mehr Kreditnachfrage befriedigen, falls mehr regelmäßiges Anlegerkapital verfügbar wäre (die Rede war hier von ca. 3Mio/Monat die man ohne große Anstrengung akquirieren könnte).

Warum werden Angebote auf dem Zweitmarkt sofort durch PM aufgekauft (current, zu par)? Man möchte die Liquidität sichern, das ist für viele Anleger wichtig. Und ich glaube in der Summe für die Käufer auch kein schlechtes Geschäft, auch wenn ich manche Kredite nicht kaufen würde.

Anregungen von mir: Ein Erstmarkt, bei dem zumindest manche Kredite wieder wirklich sichtbar wären, wäre hilfreich und im Sinne von people2people.Ich würde die Werbeprämie in jeweils 2,5% aufteilen, dann wäre auch der Anreiz für Erstinvestitionen höher. Und natürlich – immer wieder im Gespräch – die Bitte um mehr Transparenz, mehr Erklärungen warum manche Änderungen erfolgen etc.

Die Technik hinter dem Ganzen

Das Gespräch mit dem Entwickler war sehr interessant. Mich hat zunächst beeindruckt, dass er bei praktisch allen angesprochenen Problemen sofort wusste, was ich meine. Es leuchtet ein, dass gewisse Implementierungen Zeit brauchen und ich fand es ein gutes Zeichen, dass man sie wenigstens auf dem Schirm hat und daran arbeitet. Programmiert wird in .net, nach der Technik zu fragen habe ich vergessen.

Das API funktioniert im Wesentlichen ganz gut und man wird ASAP eine einfache Statusseite einrichten, auf der zumindest zu erkennen ist ob gerade eine Wartung durchgeführt oder ein momentanes Hängen vorliegt. Ich habe angeregt, noch einen Endpoint für den accountStatement zu schaffen und ein paar zusätzliche Datenfelder unter Investments. Für mich wichtig wären DateOfDefault und Markup, falls der Anteil zum Verkauf steht.

Die Sache mit den Centbeträgen ist im Moment nicht optimal gelöst, man ist da mitten in einer Umstellung. Dann werden,wie z.B. bei Mintos üblich, auch Centbruchteile gebucht. Das gilt für Rückzahlungen und collection fees.

Die collection fees werden tatsächlich pauschal nach dem Gießkannenprinzip erhoben. DCAs sind inzwischen schon wieder Geschichte, aber es ist nachvollziehbar, das Bondora nicht profitabel arbeiten kann, wenn man all die Gerichtsgebühren etc. selbst trägt oder vorstreckt. Auch die Kreditnehmer werden natürlich an den Kosten beteiligt, soweit das gesetzlich möglich ist. Gerade in diesem Bereich habe ich mehr Transparenz angemahnt. Insgesamt ist man sehr optimistisch, dass sich die Recoveryquote mittelfristig deutlich verbessert. Schaun wir mal. So wirklich schlecht ist Bondora bei meinen Krediten schon jetzt nicht, aber mehr wäre auf jeden Fall besser.

Beim Rating setzt man stark auf die Lernkurve, wodurch sich dieses beständig verbessern sollte. Man sieht sich die Entwicklung zwischen Ist und Soll monatlich an, die notwendigen Anpassungen sind allerdings deutlich weniger geworden. Inzwischen geht die Verarbeitung weitestgehend automatisiert während man früher manuell nachsteuerte.

Meine Frage, wie das überhaupt geht, innerhalb von Minuten eine sinnvolle Kreditentscheidung zu treffen ergab eine sehr interessante Antwort. Abgesehen davon, dass man hunderte von Kriterien in die Bewertung einfließen lässt (z.B. benutztes Endgerät, Verhalten während des Beantragungsprozess…) kommt man in Estland sehr einfach an die Daten über den potentiellen Kreditnehmer: ist alles auf der Chipkarte des Personalsausweises gespeichert. Alles. Kreditgeschichte, Gesundheitsgeschichte, Bankverbindungen, Kontostände, Steuerdaten. Unglaublich. Mit dem Ding kann man weltweit wählen, Geld überweisen, zum Arzt gehen, Paybackpunkte sammeln… da steht mehr über dich drin als in facebook. Und die Esten sind sehr stolz auf ihr IT-System. Kann man jetzt so oder so sehen, aber Bondora hilft das natürlich. Das ist auch ein Grund dafür, warum das Rating in Estland so gut funktioniert und warum man nicht ohne weiteres in weitere Länder expandieren kann.

Auch kriminelle Fälle versucht man auf diese Weise zu minimieren. Man kann sich z.B. vorstellen, dass kriminelle Individuen sehr zielstrebig durch den Antrag gehen oder so. Im Zweifelsfall vergibt man eher keinen Kredit, in Spanien kommen inzwischen z.B. nur noch ein Promille der Antragsteller ohne Kreditvorgeschichte überhaupt und nur mit kleinen Summen zum Zug.

Scoring und Pricing

Bondora hat ja den Anspruch, für beide Seiten faire Zinssätze anzubieten. Das war nicht immer so – eine Zeitlang gab es z.B. pauschal 28% (goldene Zeiten bis zur unweigerlichen Geldschwemme mit langen Warteschlangen für die Anleger). Aus den Daten der Vergangenheit hat man nun viele statisch-mathematische Modelle gebildet.
Sehr wichtig sind die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kredit bereits ausfällt ohne je eine Rate bezahlt zu haben, die Ausfallwahrscheinlichkeit im ersten Jahr und das erwartete recovery nach einem Ausfall. Daraus versucht man ein Modell für die Rückzahlsumme während der Laufzeit zu bilden. Diese im Mittel erwirtschaftete Summe soll nun für den Kreditgeber die Rückzahlung plus Rendite ergeben, bei einem AA- Kredit z.B. 8% pro Jahr, bei den schlechteren Bonitäten etwas mehr (dazu steht ja einiges im Bondora Blog). Klingt alles ziemlich plausibel.

Meine Frage nun, warum es keine HHR-Kredite in ES mit 200%+-Zinsen und keine estnischen HR und F-Kredite mehr gibt. Antwort: Bondora hat gelernt (naja, dass müssen ihnen die Computer sagen. Haben viele von uns ja schon seit Jahren so gesehen) dass dies keine so gute Idee war. Sehr hoch verzinste Kredite führen zu einer Negativselektion der betroffenen Kunden. D.h. die die ernsthafte Zahlungsabsichten und ein bisschen Grips im Kopf haben, merken schnell, dass sie sich einen solchen Kredit in der Regel nicht leisten können. Die anderen, naiver oder weniger ehrlich, greifen zu. Höhere Ausfälle, noch höhere erforderliche Zinssätze, Eskalationsspirale.
Gute Entscheidung.

Steuern

Hatte ich zunächst ganz vergessen. Über Steuern in Deutschland haben wir auch ausführlich gesprochen. Über den aktuellen Stand, wo man Verluste nicht gegenrechnen kann. Über die drohende Veränderung, dass die Abgeltungsstuer durch den persönlichen Spitzensteuersatz ersetzt werden wird. Und über den unbrauchbaren TAX-Report von Bondora, der Zweitmarktgewinne ausweist, die keine sind. Solange man den mit Rabatt gekauften Kreditanteil nicht verkauft oder mehr als der Kaufpreis getilgt hat. Eine korrekte Implementierung habe ich dargelegt, auch wenn wir uns einig waren, dass diese schwierig werden wird. Da hat Bondora einiges zum Nachdenken.

Fazit

Das Gefühl „das haben wir doch schon lange gewusst“ verlässt mich während des Gesprächs oft nicht. Aber nach vorne schauen. Die jetzige Sichtweise deckt sich ziemlich mit meiner und das ist gut so. Ich sehe Bondora gut aufgestellt mit einer klaren Linie, ernsthaftem Interesse für die Belange der Anleger und insgesamt als sympathisches Unternehmen, das die Interessen aller drei Gruppen (Anleger, Kreditnehmer, eigene) zusammenbringen will. Auch das ist für mich wichtig. Jetzt noch ein bisschen mehr Offenheit und Transparenz, dann kann ich auch mit langfristig sinkenden Renditen gut leben.

Sonntag, 11. März 2018

Mein Anlageende bei twino

Ende des Monats wird meine letzt Rate bei twino fällig, ich werde die letzten 40€ abheben und dort erst einmal nicht mehr investieren.

Das ist jetzt kein Drama und ich habe bei twino auch im Gegensatz zu den meisten deutschen Plattformen überhaupt keine schlechte Erfahrung gemacht. Knapp 12% Rendite, kein Cent Ausfall, BuyBack hat immer brav gegriffen und auch technisch war alles ok. Ich hatte allerdings nie die absolut großen Summen dort investiert, 5k waren es in der Spitze.

Warum ich jetzt erstmal pausiere hat verschiedene Gründe. Paydayloans und buyback sind insgesamt nicht so wirklich mein Ding. Da bin ich außerdem auch mit swaper mit drin, und das genügt. Swaper läuft zumindest bei mir deutlich geschmeidiger. Autoinvest funktioniert ziemlich perfekt, auch wenn ich dazu oft andere Stimmen höre. Bei der Größenordnung an Anlagesumme gibt es 14% und nicht 11%, die ich zudem meisten händisch zu irgendwelchen unmöglichen Uhrzeiten aufsammeln musste.

Ob der nun, mit einiger Verspätung erschienene Geschäftsbericht für oder gegen eine Anlage spricht mag ich nicht zu beurteilen. Bei swaper auch nicht. Ein gewisser Anteil meiner Anlagen kann schon im Risiko stehen. Klar, Streuung hat im Fall der Fälle seine Vorteile, aber ehrlich gesagt, Bündelung auch. Spart deutlich Zeit. Und die ist manchmal nicht nur Geld sondern sogar noch wichtiger.

Plattformen kommen, Plattformen gehen. Mehr als 7 oder 8 bei denen ich aktiv investiere macht mir alles zu unübersichtlich. twino, omaraha und finbee waren Scheidungen ohne Groll. Smavas Zeiten sind vorbei, Moneything steht wie gesagt auf der Kippe. Auxmoney, zencap und etwas weniger auch lendico haben mich echt geärgert, auch wenn ich auch dort nicht wirklich Geld verloren habe.

Eine neue Plattform werde ich vermutlich auch dieses Jahr wieder testen, ich habe mich aber noch nicht entschieden. Nichts mit spanischen Krediten und keine britischen Immobilienentwicklungen jedenfalls. Ansonsten kann man ja auch mal wieder ein bisschen das Aktiendepot ausbauen.

Moneything in Turbulenzen

Die britische P2P-Plattform Moneything ist ohne Zweifel ein sympatisches Unternehmen mit vielen Fans. Nicht desto trotz lief das letzte halbe Jahr überhaupt nicht gut und das Geschäftsmodell könnte zumindest zum Teil in Frage stehen.

MT finanziert verschiedene Assetklassen: Automobile, sonstige verpfändete Wertobjekte ("pawns") und Immobilienentwicklungen. Das letzte Segment ging hart formuliert den Bach runter. Viele Projektierungen verzögerten sich, konnten nicht rechtzeitig verkauft werden oder wurden wohl vom Finanzierungsbedarf her unterschätzt. Nun ist MT da ziemlich konsequent gewesen, versuchte zwar einerseits zu unterstützen wo es geht (Verlängerungen etc.), schickte aber anderererseits knapp 10 Mio oder 8 Projekte ins Default. Die Folgen sowie die Dauer des Beitreibungsprozesses hat man wohl etwas unterschätzt. Bislang konnte erst ein Projekt (für alle zufriedenstellend) abgewickelt werden, bei zwei weiteren sind Lösungen angekündigt (eines mit nicht unbeträchtlichem Kapitalverlust) aber sollten eigentlich schon vor ein paar Wochen vollzogen sein. Auch im worst-case sicher kein Totalversust, aber im Moment hat keiner wirklich Lust neue oder Anschlussprojekte zu finanzieren.

In Folge dessen ist der Zweitmarkt in diesem Marktsement praktisch zusammengebrochen. War es in 2016/17 nur selten möglich überhaupt auf dem Zweitmarkt einkaufen zu können (der Preis ist immer zu pari) so sind nun seit etlichen Wochen konstant 3-4 Mio im Angebot. Die keiner kauft. Auch das roll-over von Krediten wurde (erzwungenermaßen) umstrukturiert: ein opt-out ist für den Anleger nun nicht mehr möglich. Mit fatalen Folgen für die Liquidität, insbesondere wenn Kredite wieder und wieder verlängert werden (müssen). Besser als weitere Ausfälle, ja, und Zinsen werden bezahlt, aber das entzieht dem Markt natürlich zusätzlich Liquidität.

Also werden Kredite nur noch sehr schwer oder gar nicht mehr finanziert. Selbst dann, wenn MT selbst aus ihren Gebühren 1% cashback drauflegt - was bei den kurzen Laufzeiten (falls es dabei bleibt) eigentlich ein enormer Anreiz sein sollte.

Die anderen Segmente sind davon (noch?) nicht betroffen. Neue Kredite werden sehr zügig finanziert und auch der Zweitmakt zeigt nur sporadisch Angebote. Nun will man umsteuern und wieder weg von den developing-loans. Sah hat mal nach schnellem Geld aus, da es meistens um viele 100k wenn nicht sogar Millionen ging. Aber ich denke auch der Brexit zeigt erste Bissspuren.

Ich wünsche Moneything von ganzem Herzen ein gutes Überstehen der Krise. Ich werde weiterhin Geld abziehen, das ist mir zu heiß.

Und so wurde die Self Storage Facility schon wieder verlängert: "We regret to inform you that the refinance has not completed today as intended." Ja, blöd halt. Zum Glück war meine Verkauf inzwischen ganz nach vorne gerückt und kurz nach der letzten Verlängerung durchgeführt worden. Auf die Strafzinsen verzichte ich gerne und nutze lieber den gerade mal ein bisschen gestiegenen Pfundkurs. Das Geld geht an Flender.

Freitag, 9. März 2018

Anlegerpsychologie auf dem Zweitmarkt

Um ein paar Euros zusätzlich auf dem Zweitmarkt verdienen zu können, kann man auf schnelle Bots setzen, ein bisschen Glück und ein gewisses Verständnis, wie Anleger ticken. Natürlich nur, wenn es überhaupt Auf- und Abschläge gibt, wie das z.B. bei Bondora der Fall ist. Mit knapp 300.000 Anteilen im/am Zweitmarkt und der API-Anbindung ist Bondora sowieso die erste Anlaufstelle für virtuelle Goldgräber.

Das Prinzip ist natürlich trivial: billig einkaufen, teurer wieder verkaufen. Besonders billig sind natürlich Anteile im Verzug, diese aber wieder loszuwerden, ist nicht so einfach. Allerdings hat die Finanzindustrie ja schon in den 2000er vorgemacht, wie man aus schlechten Krediten bessere macht: Bundling heißt das Zauberwort.

Nun ist der durchschnittliche Bondora-Anleger auch nicht (ganz) doof. Ein Haufen ausgefallener Kredite zusammengepackt, die mit 90% Abschlag gekauft worden sind, geht auch mit 85% Rabatt nicht weg. Meistens zumindest nicht. Und so finden sich im Portfolio-Bereich, also den Bundles des Zweitmarkts sehr viele völlig unrealistische Pakete. Riesengroß, hunderte oder viele tausende von Euros. Kauft kein Mensch, würde ich sagen. Aber vielleicht täusche ich mich und vielleicht gibt es Großanleger, die das genauer analysieren und auch mal Schnäppchen auftreiben.

Was oft ganz gut weggeht, sind ein oder zwei Anteile im Verzug mit einigen grünen aufgemischt. Da bevorzuge ich dieses Kleingemüse, von dem man sowieso meist mehr als einem lieb ist im Portfolio hat. Und dann einen Preis, der einen (kleinen) Gewinn verspricht, aber immer noch attraktiv aussieht. Das geht am besten mit orangenen Anteilen im mittleren Bereich so um die 10€. Die man natürlich sehr billig eingekauft haben muss, sonst lohnt sich das nicht. 20€ gehen auch noch, mehr eher nicht.

Jetzt habe ich gestern einen ganzen Satz solcher Verzugsanteile gefunden, so dass ich ein kleines Experiment starten konnte. Diese gab es mit 58%-60% Rabatt, zwei Raten waren nicht bezahlt (die ersten beiden, wie leider so häufig), aber es lag keine Nachricht über Bankrott oder kriminelle Aktivitäten vor, wie das bei den meisten Anteilen mit so einem hohen Rabatt der Fall ist. Immerhin besteht ja noch eine winzige Chance, dass sie nachzahlen, deshalb sind sie eher selten.

Ich habe also drei Anteile à 10€ zu je 4€ erworben, die mit 59% und 58% erstmal liegen lassen. Dann mit 1-2€ Anteilen, alles grün und ohne Macken, gebundled und in den Verkauf gestellt. Bei allen gab es insgesamt einen Rabatt von ungefähr 4€ oder 2€ Gewinn für mich. Macht einen nicht reich, aber reicht für ein Magnum. :)

Die Menge der dazu gepackten Kredite war unterschiedlich: 6€ bis 20€. Obwohl der absolute Rabatt gleich war und sich jeweils ja irgendwie nur auf denselben orangenen Kredit bezieht, sahen die kleineren Päckchen nach einem größeren Schnäppchen aus.

Nach ein paar Stunden waren die beiden kleineren Pakete weg. Das Größere und die beiden "Solokredite" wurden nicht verkauft. Obwohl das rein rechnerisch das beste Schnäppchen gewesen wäre. Muss man beachten, wenn man erfolgreich verkaufen will.

Mir ist schon früher Erstaunliches aufgefallen: Manche Päckchen wurden erst verkauft, nachdem der Anteil im Verzug tatsächlich ausgefallen, also rot geworden war. Muss man auch nicht unbedingt verstehen.

Die beiden übrigen Kredite habe ich mir dann natürlich auch noch geschnappt. Jetzt gibt es wieder zwei kleine Päckchen, mit >28% Rabatt. Kundenwunsch. Sind inzwischen auch verkauft.

Donnerstag, 8. März 2018

p2p-Geheimtipp Flender

Flender ist für mich DIE p2p-Neuentdeckung des letzten Jahres gewesen. Das hat gleich eine ganze Reihe von Gründen:
  • Geographische Streuung, Endlich mal keine neue Plattform aus dem Baltikum. Da bin ich schon wirklich gut investiert.
  • Keine Konsumerkredite, keine Paydayloans, keine Wucherzinsen.
  • Eine Plattform, die die Anleger (zumindest im Moment noch) sehr ernst nimmt. So wird die Webseite tatsächlich regelmäßig aufgewertet und bietet inzwischen einen guten Überblick. Lau Aussage eines Mitarbeits möchte man auch weiterhin darauf setzen, dass der Anleger die Zeit hat, sich einen zu im passenden Kredit herauszusuchen und nicht über einen Autobitagenten das nehmen muss, was kommt.
  • Viele Bonusaktionen, oft 10%. Muss man zwar manchmal nachhaken, aber letztendlich habe ich jeden Bonus bekommen.
  • Zur Zeit ein nettes Freunde-werben-Freunde-Programm mit einem Cashback von (zusätzlichen) 5% für beide Parteien.
  • Nicht eine verspätete Zahlung in den nunmehr 8 Monaten, in denen ich in rund zwei Dutzend Kredite investiert habe.
Klingt alles fast zu gut um wahr zu sein. In der Tat bin ich mit ähnlichen Aussagen bei lendico und zencap später auf die Nase gefallen - hier hatte man verspätete und vermutlich auch ausgefallene Zahlungen aus eigener Tasche beglichen und damit eine anscheinend tadellose Statistik vorgetäuscht. Aber das war ja auch die Klingeltonfirma...

Auch die Kreditauswahl gab es in dieser Form schon bei smava oder bondora, estateguru etc. Das ist immer eine Frage der Balance zwischen Nachfrage an Krediten und Angebot an Anlegerkapital.

Der Zinssatz beträgt meist rund 10%, die Laufzeit ein bis 3 Jahre. Der Kredit wird über die Laufzeit getilgt, so dass man einen ordentliche Kapitalrückfluss hat. Finanzieren tut man ausshließlich gewerbliche Projekte, die nach Aussage von Flender eine extrem niedrigen Ausfallrate haben. Auch hier, von zencap kommend, kann ich das leider nicht immer bestätigen. Bezahlen kann man auch von Fall zu Fall per Kreditkarte.

Bislang bin ich mit dieser Anlage höchst zufrieden. Ein Risiko bei 10% Rendite ist selbstverständlich, vor einer Anlage also bitte ausführlich selbst informieren.

Sonntag, 25. Februar 2018

Bondora - der p2p-Fond

Einiges von dem was ich jetzt schreibe, wird auch im Interview mit dem CEO Tomberg (siehe vorheriger Blogeintrag) benannt. Ich will heute auf die Frage eingehen, in wieweit Bondora für Anfänger geeignet ist und was diese unbedingt beachten sollten.

1. Langfristige Anlage
Der Anlagehorizont von Bondora beträgt 3-5 Jahre oder eher noch länger. So spare ich hier für eine Zusatzrente an, das wird 2030 relevant. Das ist wie bei Aktien, wer kurzfristiger denkt, bezahlt das mit Risiko, Verluste die unweigerlich anfallen brauchen Zeit um ausgeglichen zu werden.

2. Erzielbare Rendite
Bondora gibt an einigen Stellen ein Zielrenditeband von zu Zeit 10+-2% an. Das muss man ernstnehmen! Im ersten Anlagezeitraum werden oft viel höhere Renditen erzielt werden können. Das ist aber systemisch bedingt und nicht haltbar. Wer meint den Markt um 50% oder mehr schlagen zu können und auf Dauer auf eine Rendite von 20% zu kommen ist naiv. Das ist bei Aktien auch nicht anders. Insgesamt sinkt dieser Zielkorridor seit Jahren. Das liegt daran, dass sich die Zinsen bei Bondora von früher mal pauschal 28%(!) dem sonstigen europäischen Niveau anpassen. Schade, aber absolut unvermeidbar. Insbesondere, wenn man auch Kreditnehmer anziehen will, die eine gute Bonität haben.

3. Verluste durchstehen
Ein Panikverkauf bei der Realisierung, dass die Rendite durch Ausfälle sinkt, ist absolut kontraproduktiv. Entweder verkauft man gerade die Renditebringer, evt. mit einem kleinen kurzfristigen Erfolg durch Aufgeld (den selben Ertrag hätte man 2-3 Monate auch durch Zinsen). Oder man verkauft Anteile mit einem krassen Abschlag, die langfristig deutlich mehr über Inkassomaßnahmen eingebracht hätten. Tomberg gibt den gemittelten Kapitalverlust durch Ausfälle nach Inkasso mit etwa 12,5% des Anlagekapitals an, ohne Inkasso fast doppelt so viel. Das klingt super bedrohlich. Allerdings bekommt man ja über mehrere Jahre auch Zinsen im deutlich zweistelligen Bereich. Das führt dann zu den besagten 8-12%.

4. Kein Micromanagement
Als Anfänger hat man keine Chance durch Umschichten einzelner Kredite seine Rendite zu verbessern. Die "Profis" glauben das, arbeiten  aber mit statistikbasierten automatischen Skripten, an die sie glauben. Ob diese Strategie auf Dauer erfolgreich ist, ist sowieso umstritten. Das ist so ein bisschen wie die Chartanalyse bei Aktien. Ein Anfänger ohne entsprechende Tools - fragwürdig ob der große Erfolge erzielt.
Insbesondere spielt es keine Rolle, wenn man viele 1€-Anteile hat (gegen die ich trotzdem bin, sie belasten die Bondora-IT immens, und die ist nunmal nicht sehr belastbar) oder ob einzelne Kredite die Farbe wechseln. Gehört alles zum Plan (des Wallfacers, wer versteht die Anspielung ;) ?). Pärtel Tomberg schrieb mir einmal, dass Kredite im Default oft einfach nur einen anderen gestreckteren Zahlungsplan haben. Das ist sicherlich überspitzt, denn mehr als die Hälfte geht bei denen ja schon verloren. Aber ein bisschen was ist schon dran war. Den interessanten Teil der Rendite bekommt man bei Bondora durch Inkassozahlungen. Sollten die den Bach runter gehen sieht es allerdings schlecht aus.

5. Verwende  Portfolio Pro
.. und investiere am Anfang auf jeden Fall nur in Kredite aus Estland. Insbesondere spanische Kredite sind absolut riskant und haben in der Vergangenheit auch durchaus mal im Schnitt eine negative Gesamtrendite erzielt.

6. Beachte die Steuern
Für all diejenigen, die Kapitalerträge jenseits der Freibeträge haben (bei im Schnitt 15% und mehr Zinsen geht das fix) ist es wichtig zu beachten, dass die kompletten Zinserträge zu versteuern sind. Die Verluste durch Ausfälle können im Moment jedoch nicht gegengerechnet werden. Das sehe ich auch in Zukunft als schwierig an, solange man den Anteil nicht durch einen verlustbehafteten Verkauf liquidiert - schließlich sind bei Bondora ja gerade Ausfälle noch keine Ausfälle. (Das lässt sich alles lösen, indem man dann die doch "unerwarteten" Zahlungen als Gewinne verbucht. Macht aber wiederum Schwierigkeiten bei zugekauften Krediten...). Dieses Problem könnte sich in Zukunft für einige noch deutlich verschärfen, wenn die Abgeltungssteuer abgeschafft wird und Kapitalerträge dann nach Grenzsteuersatz versteuert werden müssen.
Beachten sollte man, dass also gute Bonitäten auch bei zunächst etwas niedriger aussehender Gesamtrendite nach Steuern mehr Gewinne versprechen.

7. Blogeinträge
Ich persönlich finde die Blogeinträge von Bondora so wie viele der Anzeigen auf der Webseite eher als verwirrend denn als hilfreich. Ich ignoriere sie daher meistens.

Wer das alles nicht aushält (und es ist kein gutes Gefühl, wenn sich nach und nach ein größerer Teil des Depots rot färbt) sollte nicht bei Bondora anlegen. Auch nicht, wenn einem 10% Rendite zu wenig sind. Aber daran denken, da sind die Ausfälle schon eingerechnet!

BuyBack gibt es bei Bondora nicht und wird es auch nicht geben. Dafür ist dann das Plattformrisiko auch deutlich begrenzter. 1000€ sollte man schon investieren um eine ordentliche Streuung zu erreichen. Ich persönlich hätte Angst, meine ganzen Anlagen auf BuyBack zu setzen. Aber das ist natürlich Ansichtssache.

Trotzdem nicht abgeschreckt? Über diesen Werbelink https://www.bondora.com/ref/oktaeder gibt es die ersten 5€ zum Anlegen geschenkt.