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Samstag, 25. Februar 2017

Fischen in Finanzabgründen

Das im Folgenden gesagte gilt sicherlich nicht nur für die genannte Plattform. Ich hätte genauso gut irgend eine andere vom selben Typ nennen können.

P2p hyped. Der Zug steht voll unter Dampf und jeder will noch mit an Bord. Zweistellige Zinsen verdienen, ohne großes Risiko, sozial angehaucht (man hilft ja Menschen, die sonst keinen/schwierig Kredit bekommen), modern.

Ob das schon die große Blase ist oder noch gesund, wage ich nicht zu beurteilen. Fakt ist:
  • p2p <> p2p
  • Gehirn einschalten und nicht in den Giermodus gehen
  • Ohne jetzt zum Moralapostel zu werden (schließlich investiere ich auch in Hochverzinste), diesen Aspekt doch mal mit einzubeziehen.
Die Rede ist hier von Robo.cash, wie gesagt rein exemplarisch. Mir ist weder etwas auffällig negatives über diese Plattform bekannt noch weiß ich überhaupt sehr viel über sie.

"Robocash is the group of companies issues microloans united by businessman Sergey Sedov. The holding is represented in 3 countries of the world: Spain, Russia and Kazakhstan. The group is specialized in the following products: Pay Day Loans, Installment-loans, Secured loans. Microloans are issued through the high-tech automated online service and well-developed offline net."

Also eine Firma, die sehr hoch verzinste kurzlaufende Kredite vergibt, und diese refinanzieren möchte. Angeblich ist man seit 2010 auf dem Markt (wie gesagt, ich zweifle das nicht wirklich an).
Das Geschäft steigt seit 2015 stark an und offensichtlich will man sich jetzt neu refinanzieren.

Ich habe jetzt nicht wirklich lange gesucht, aber ich habe auf der Webseite weder ein ordentliches Impressum noch eine Geschäftsadresse gefunden. Lettland, anscheinend. Einmal mehr im Baltikum. Das muss nicht schlecht sein, offensichtlich kann man dort solche Unternehmungen einfach schneller auf den Weg bringen als im bürokratischen Deutschland.

Ja, und wie üblich weden dort die Anlagen garantiert. 12,14, 16%. Kurze Laufzeiten, buyback. Klingt gut. Zu gut? Irgenwann mal wird irgendjemand einen gigantischen Fake aufziehen. Und reihenweise Gelder einsammeln. Die letztlich über eine beliebige Webseite laufen. Haben sich die Anleger tatsächlich ausführlich über die Hintergründe der Firma informiert? Noch ist man vorsichtig. Überweist die ersten 100€ als Testballon. Das wird gut funktionieren, vielleicht gibt es auch wieder Anreize wie höhere Zinsen ab ein paar 1000€ Anlagesumme.

Das Problem ist, dass der Markt langsam sehr sehr unübersichtlich wird. Jede neue Investition kann gerade in der Anfangsphase hervorragend laufen. Aber nicht jedes neue Startup wird überleben. Selbst wenn es seriös ist. Und dann ist das Geld futsch. Früher oder später muss es dazu kommen. Aber die Liquiditätsschwemme treibt das Geld ja in solch unsichere Häfen. Und wenn am Ende nur eine von 10 Plattformen ausgefallen ist, und man gut gestreut aufgestellt war, mag ein erträglicher Gewinn übrig bleiben.

"Die Kredite bei RoboCash kommen von:

https://prestamer.es/
Soviel müssen Kreditnehmer zahlen:
Zinsen: 2665% - 6408% p.a.
Kredit nach Plan: 0,95% Zinsen täglich
Kredit verspätet 1-30 Tage: 5% Zinsen täglich
Kreditverspätet 31-90 Tage: 4% Zinsen täglich
Kredit verspätet 91 Tage bis zur Vollzahlung: 2% Zinsen täglich
Verlängerungsgebühr (Extension):
35% der Kreditsumme


https://www.zaymer.ru/
Soviel müssen Kreditnehmer zahlen:
Zinsen: 230580 bis 792050% p.a.
Zinsen maximal auf das 4-fach der Kreditsumme begrenzt

http://zaimer.kz/
Soviel müssen Kreditnehmer zahlen:
Zinsen: ca. 2665% p.a."

Quelle: http://www.p2p-kredite.com/diskussion/robocash-t4759,start,15.html
Bandit5555
Wie der Plattformbetreiber zurecht anmerkt (nachfolgende Diskussionsbeiträge), kann man monatliche Zinssätze nicht unbedingt auf eine Jahr hochrechnen - trotzdem ist das die einzig anerkannte Methode, um Zinsen zu vergleichen.

Sorry. 1% Zinsen und mehr pro Tag ist nicht unbedingt mein bevorzugtes Geschäftsmodell. Vom Risiko ganz abgesehen. Brauchen wir wirklich noch mehr solcher Plattformen? Es wird sicherlich nicht der letzte Zugang bleiben. Diesmal passe ich.


 

Dienstag, 14. Februar 2017

Bondora nähert sich wieder der Realität

Schon öfter wurde hier angesprochen, dass Bondora recht eigentwillige Interpretationen in Bezug auf Statistiken z.B. bei Ausfällen pflegt. In der Regel welche, die das Depot weit besser aussehen lassen, als dies die meisten von uns sehen würden.

Diese Woche hat man hier wieder ein wenig zurückgerudert. Zwar ist die "neue alte" Grafik erst nach einer aktiven Umstellung der Ansicht möglich, aber immerhin...

Das Bild dürfte, wie bei mir, bei vielen von der Farbe Rot dominiert werden:

Fast die Hälfte aller Anlagen ist "ausgefallen" bzw. seit mehr als 60 Tagen überfällig.

Auch diese Form der Darstellung widerspiegelt nicht unbedingt die Realität am Ende. Immerhin hat Bondora eine sehr gute Inkassoquote. Knapp die Hälfte meiner "roten" Kredite zahlen mehr oder weniger regelmäßig. Tilgung und zunehmend auch Zinsen aus Inkassozahlungen machen mittlerweile einen erklecklichen Teil meiner monatlichen Einnahmen aus.

Leider führt auch die Gebühr von i.d.R. 35% auf alle Inkassozahlungen inzwischen zu deutlich geminderten Erträgen. Ob diese Änderung wirklich für die Anleger einen Vorteil darstellet, da es mehr Inkassozahlungen gibt, kann ich noch nicht erkennen. Auch kommt es mittlerweile immer mal wieder und ohne erkennbaren Grund (der liegt vermutlich schon vor) zu Komplettabschreibungen ausstehender Restsummen. Auch oder gerade bei Kreditnehmern, die immer mal wieder bezahlt haben. Vermutlich irgendwelche Deals. Etwas Transparenz wäre auch hier wünschenswert, das Vorgehen selbst muss nicht schlecht sein. Im Vergleich zu FC oder auxmoney kommt ja deutlich mehr aus Inkasso wieder beim Kreditgeber an.

Und dass Ausfälle bei Zinssätzen von 10%, 20% und deutlich darüber zur Tagesordnung gehören sollte ja jedem Anleger klar sein. Jede am Ende vor Steuern noch zweistellige Rendite im heutigen Umfeld ist ja irgendwie ein kleines Wunder.

Ja ich weiß. Twino, swaper & Co. Aber die ticken ganz anders. Bei Bondora ist jeder Kredit mit Zinsen hinterlegt, die direkt an den Anlieger fließen. Man finanziert also eine Person und nicht wie dort nur die Kapitalgesellschaft selbst.

Ach so: die Grafiken findet man im Statistik-Abschnitt seines Kontos. Man kann die Darstellung über das Zahnrad auswählen und konfigurieren. Mein plugin konnte das schon viel länger. Und siehe da - die Werte stimmen überein.

Dasselbe gilt übrigens für die untere Grafik, deren Sinn sich bislang für mich noch nie erschlossen hatte. Jetzt sieht da zwar nicht schön aus, aber zumindest realistisch:


Die zurückbezahlten Anteile sind hier ausgeblendet, weil sie von den verkauften völlig überlagert werden. Allerdings stimmt der Anteil orange/rot überhaupt nicht. Bondora geht auf das Ansprechen solcher Fehler leider überhaupt nicht ein. Wie gehabt.

Samstag, 11. Februar 2017

Bondora: ein neuer Bot für den Erstmarkt

Nachdem es kaum noch möglich ist, händisch am Erstmarkt von Bondora zu bieten, wenn man nicht gerade ständig vor der Kiste lauert, habe ich ein neues Plugin für Firefox geschrieben, was für mich bietet, solange der Rechner läuft.



Obwohl ich viele Routinen wiederverwenden konnte, war es wieder ein ganzes Stück Arbeit, bis alles alles so funktionierte, wie es sollte.

Das Ergebnis sieht im Moment so aus:


Die Regeln werden über das CONFIG-Menu von Hand eingegeben/aus der Vorlage editiert. Pro Regel sind mehrere Einstellungen möglich, pro Regel können auch mehrere Gebote auf einmal abgegeben werden.

Die Regeln werden dann von oben nach unten abgearbeiten, der erste Match setzt sich durch und alle weiteren werden ignoriert. Das Abarbeiten der Regeln kann man sich anzeigen lassen, wenn man per Doppelklick auf About den Debug-Modus aktiviert.

Auf jeden Kreditnehmer wird pro Tag höchstens einmal geboten (oder bis zum Neustart des Plugins). Alle 5 Minuten findet ein Suchlauf statt. Da die Gebote mindestens 10 Minuten eingestellt bleiben und der Gebotszeitraum nach Aussagen von Bondora keine Rolle spielt, sollte das genügen.

Und der Bot bietet erfolgreich. Auch wenn viele Gebote am Ende nicht gewinnen. So habe ich z.B. heute folgende Loans ergattert:

... und da sind schon drei weitere A-Loans sofort mit 2% Aufgeld weggegangen.

Weitere Infos und die Möglichkeit eine freie Version sowohl für Firefox als auch für Chrome (BETA) herunterzuladen findet man unter http://p2p4oktaeder.blogspot.de/p/first-market-bot.html (auf englisch, ich will nicht alles doppelt schreiben).

 Einzige Einschränkung sind maximal vier Regeln und nur jeweils ein Gebot pro Regel.

Diskussion dazu gerne. Am besten im p2p-Forum unter
http://www.p2p-kredite.com/diskussion/oktaeder-firefox-plugin-bot-thread-t4724.html