Samstag, 2. Dezember 2017

November-News von Bondora

Ehrlich gesagt, im Moment bin ich von Bondora nicht so begeistert. Das hat gleich mehrere Gründe.

1. Performance
November 2017 war mein bislang schlechtester Monat. Das Zahlungsziel wurde um über 10% verfehlt. Zahlungsziel sind nicht die tatsächlich anstehenden Zahlungen nach Plan, sondern die nach bisherigen Erfahrungen vermindeten. Bislang konnte dies immer recht gut erreicht werden, diesmal war das nichts. Es sind auch wieder einige Kredite mehr ausgefallen als in den Monaten zuvor, und das lag nicht an einer veränderten Anlagestrategie. Ich kann nur hoffen dass es sich um einen Ausreißer handelt.

2. Technik
Seiot über einer Woche hakt das System gewaltig. Verkäufe sind mitunter gar nicht mehr einstellbar, vollzogene Käufe dauern viele Minuten, bis sie umgesetzt werden. Da ärgert mich nicht nur die unnötige Wartezeit sondern auch der Umsatz an verkauften Krediten sinkt massiv.
Angeblich ist man bei Bondora am arbeiten und nächste Woche soll alles besser werden. Natürlich ist man dabei, Verbesserungen für die Kunden zu installieren. Da sind wir ja mal gespannt. Von den meisten "Verbesserung" in den letzten Jahren hätte man besser Abstand genommen. Bestimmt kommt jetzt so etwas, dass man zukünftig aich 1ct-Anteile kaufen kann oder so. Warten wir's ab.

3. Falsche Berechnungen
Das ist schon ein echter Hammer und meine Supportanfrage blieb unbeantwortet. Ich weiß nicht, wie lange der folgende Bug schon besteht, aber er wird heftig ausgenutzt.
Man kann ja seit einiger Zeit Kreditbündel als Portfolio verkaufen. Also Subprimes bündeln und schon werden es AA-Pakete ;)
Leider musste ich feststellen, dass hierbei der Rabatt, sofern man nicht einen Gesamtpreis für das ganze Paket berechnet, durch absolut falsche Mittelwertberechnung (ohne Gewichtung!!) berechnet wird. Das nutzen einige Verkäufer perfide aus:


Angeblich werden hier Kredite mit 50% Rabatt verkauft. Schaut man aber mal in die Details und rechnet selbst nach, so sindet man heraus, dass dür 26,11€ ausstehende Kreditsumme 25,17€ zu zahlen sind - ein Abschlag von noch nicht einmal 4%! Der Verkäufer hat einfach für den ersten, von der Summe her sehr viel größeren Anteil 0% und für den winzigen zweiten Anteil -100% eingestellt. Macht zwar nicht nach Adam Riese aber nach Bondora also im Schnitt -50%.
Der Spaß kann einen richtig Geld kosten, wenn man nicht aufpasst. Was gibt wohl der Mittelwert von +50% und -50%? Und wenn der erste Anteil 100€, der zweite 1€ beträgt? Beide grün? Sieht dann nach einem Superschnäppchen aus und schon wurden einem fast 50€ mehr abgeknöpft als man vermutet hätte.

Bald bei mir übrigens 5 Jahre als Anleger rum. Ich werde weiterhin berichten.

Samstag, 25. November 2017

Flender: Firmenkredite in Irland

Flender ist eine relativ junge p2p-Anlageplattform in Irland, bei der ich seit dem Sommer recht erfolgreich anlege.

Auf der Suche nach möglicher Anlagestreuung bin ich auf der Suche nach möglichen Anlagen außerhalb des Baltikums, nach Möglichkeit in Euro. Bei Flender bin ich fündig geworden. Anlagen in kleine Unternehmen versprechen Renditen von etwa 8%-11% bei mittleren Laufzeiten von ca. einem bis drei Jahren.

Noch ist das Angebot recht überschaubar, dennoch habe ich schon in 8 verschieden Firmen angelegt. Bislang läuft alles ziemlich gut, jeder einzelne Zahlung war bisher pünktlich. Das alleine hat noch nicht viel zu sagen, das ist anfänglich sehr oft so. Später kommen dann mit schöner Regelmäßigkeit Verzüge (recht häufig z.B. bei estateguru) oder sogar Ausfälle (ziemlich viele wie bei zencap/Funding Circle). Aber das kann man im Moment noch nicht absehen.

Einzahlung kann per Überweisung oder unmittelbar bei Zeichnung eines Anteils (ab 50€) per Kreditkarte erfolgen. Wie bei vielen jungen Plattformen gibt es lukrative Zusatzangebote, wie im Moment 10% Cashback bei einer Anlagesumme ab 2500€, bis Ende November. Bei einer sehr geringen Anzahl an Angeboten ist das aber schwierig umzusetzen. Immerhin 0,5% für alles gibt es bei Anmeldung über einen Werbelink.

Die Wenseite ist übersichtlich, befindet sich aber noch im Aufbau. Auf Anfragen antwortet man freundlich und kompetent (englisch). Eine erste Rückzahlung war nach der notwendigen Authentifizierung (Kopie Perso + aktuelle Kontoauszug) sehr schnell wieder auf meiner Referenzkonto.

Ich baue meine Anlagen bei Flender aus, habe einiges Cashback mitgenommen und investieren nur kleinere Summen zwischen 50 und 200€ in neue Kredite. Es lohnt sich, hier einmal reinzuschauen und diese Plattform als weitere Alternative zu den baltischen Quasimonopolisten zu testen.

Mittwoch, 1. November 2017

Mintos: 1% Cashback für Neukunden

Mintos hat sich inzwischen als "P2P"-Plattform etabliert. So richtig waschenchtes P2P bietet man eigentlich nicht, statt dessen versteht man sich als Metaplattform, die es verschiedene Kreditanbietern ermöglicht, sich über Investoren Kapital zu verschaffen.

Inzwischen sind das eine ganze Reihe von Anbietern und es fällt schwer den Überblick zu behalten. Dann sind auch noch Investitionen in verschiedenen Fremdwährungen möglich. Bicht mein Ding, auch wenn die Zinssätze (noch) etwas höher sind.

Bislang ist Mintos bei mir hervorragend gelaufen, auch wenn ich nicht so viel hier investiert habe. Letztendlich kann man halt jeden Euro nur einmal anlegen ;) Ich habe mich hauptsächlich auf Mogo-Kredite mit BuyBack konzentriert, und eine manchen unangenehme längere Laufzeit stört mich nicht. Meine Rendite beträgt über 12% p.a., alles läuftt per Autoinvest und ich schaue nur ein bis zweimal im Monat überhaupt in mein Konto.

Es gab auch schon einen Anbieter, der buyback wegen Insolvenz nicht einhalten konnte (Eurocent). Von daher ist eine gute Vorauswahl schon sehr sinnvoll. EInige guten Anregungen zu dem Thema findet man unter http://explorep2p.com/mintos-lenders/.

Seit Anfang November kann man nur auch seine Anteile ohne Gebühren auf dem Zweitmarkt verkaufen (bisher: 1%). Das macht Mintos noch attraktiver.

Wer neu einsteigen will, bekommt über das Referal-Programm im November 1% seiner Anlagen zurück. Dazu muss man sich von einem bestehenden Anleger werben lassen, z.B.   also meinen Promocode

WQILUB

verwenden. 

Sobald Ihr Freund sich registriert und diesen Code im “Promo Code”-Feld angibt, werden wir beiden von Ihnen 1% der Investitionssume Ihres Freundes gutschreiben.
Die Belohnung richtet sich nach der Summe, die täglich durchschnittlich über einen Zeitraum von 3 Monaten investiert ist - 30, 60 und 90 Tage nach dem Registrierungsdatum - und gezahlt in 3 Raten.
Als Beispiel: Daniel empfiehlt Sara, die anfängt mit Mintos zu investieren. Nach 30 Tagen liegt ihre durchschnittliche Investitionssumme bei EUR 3.500, sodass wir 1% dieser Summe (EUR 35,-) jeweils Daniel und Sara auf ihrem Investorenkonto gutschreiben. Nach 60 und 90 Tagen werden wir die durchschnittliche Investitionssumme wieder prüfen und bei einer Erhöhung beiden Investorenkonten wieder entsprechend einen Betrag aufbuchen.

Montag, 30. Oktober 2017

Bondora recovery 2017

Wie bereits öfters erwähnt, besteht der Großteil meines Portfolios bei Bondora aus ausgefallenen Kreditanteilen. Fast mein gesammter Gewinn der nun fast fünf Jahre Anlagezeit steckt in diesen Anteilen. Sehr vielen Anlegern geht es ähnlich, auch wenn mein Anteil an ausgefallenen Anteilen mit gut 60% extrem hoch liegen dürfte. Das liegt u.a. daran, dass ich auch ausgefallene Kredite, die mir das Risiko wert sind, mit deutlichem Rabatt zugekauft habe.

Im folgenden möchte ich in ein paar Zahlen den momentanen Stand darstellen. Eine endgültige Bewertung ist allerdings immer noch nicht möglich.
Alle Zahlen sind Stand 30.10.17 und beinhalten nicht bereits verkaufte ausgefallene Anteile. Bei diesen habe ich insgesamt, unter Berücksichtigung der bezahlten Zinsen aber etwas Gewinn gemacht.

Summe der ausgefallen Kredite: knapp 29k bei ca. 3000 Anteilen
Einkaufspreis: 27,5k
Rückzahlungen: knapp 7k
bezahlte Zinsen: 2,5k
ausstehende Zinsen: > 50k
(Zahlen aus Bondora-Investments)

Interpretation: die ausgefallene Summe beträgt etwa 36k. Diese Anteile habe ich im Schnitt mit etwa 25% Rabatt eingekauft. Etwa 18k wären bei Komplettabschreibung als Verlust zu verbuchen.

Zahlungen aus Inkasso pro Monat: 300-500€ (schwankt stark, grüne Kurve)
In den letzten 40 Tagen haben bezahlt: etwa 900 Anteile (10k Pricipal)
In den letzten 300 Tagen haben nichts bezahlt: etwa 1000 Anteile (13k)



Anteile aus
EE: 59%
FI: 20%
ES: 14%
SK: 5%

Anteil HR: 28%

Umschuldungen gibt es praktisch keine mehr. Von allen Zahlungen werden etwa 35% an Gebühren abgezogen, das waren bislang knapp 2,5k. Etwa 3k wurden komplett abgeschrieben und sind in der obrigen Rechnung nicht enthalten. Davon waren allerdings nur 200€ Principal und die wurden überkompensiert.

In der Rechnung auch nicht enthalten sind Anteile, die ausgefallen waren und inzwischen komplett zurückbezahlt haben. Hierbei sind zum Teil erhebliche Gewinne angefallen. Die Rückzahlungssumme betrug da nicht selten 150-250% der ursprünglichen Kreditsumme. Das ist so inzwischen nicht mehr möglich, da keine Strafzahlungen mehr vorgesehen sind und die o.a. Gebühren einen großen Teil der Zinsen auffressen.

Insgesamt sehe ich die Ausfälle eher entspannt. Das Inkasso funktioniert erstaunlich gut, außer bei spanischen Krediten. Aus meiner Sicht macht es wenig Sinn, gerade ausgefallene Anteile mit 70% oder mehr Abschlag zu verkaufen (in Einzelfällen mag das anders sein). Natürlich wird auf lange Sicht nicht alles zurückbezahlt. Bei Krediten aus Estland kann man aber mit mindestens einem Drittel rechnen, zum Teil kommen dabei auch noch Zinsen on top. Ein gewisser Prozentsatz an Totalverlusten muss allerdings unbedingt eingeplant werden. Das ist aber bei den doch recht hohen Zinssätzen (bei mir im Schnitt ca. 25%) doch auch kein Wunder.

Schaue ich mir deutsche Kreditplattformen an, ist die Eintreibquote und auch der Eifer, den die Unternehmen an den Tag legen sehr viel geringer. Und z.B. bei Funding Circle hatten die ausgefallenen Kredite Zinssätze von 4,5% bis maximal 10% - da tun die Verluste weit mehr weh.




Sonntag, 29. Oktober 2017

Zweitmarktstrategien bei Bondora

Bondora ist die Plattform mit den größten Möglichkeiten auf dem Zweitmarkt. Das liegt hautsächlich an dem sehr großen Angebot (ca. 250.000 angebotenen Kreditanteilen), der Möglichkeit Aufgelder und Abschläge festzusetzung und dem API-Zugriff, der eine Automatisierung erlaubt.

Ein Portfolio aufbauen

Bei dieser Strategie ist man fast ausschließlich auf der Käuferseite tätig. Im Zweifelsfall akzeptiert man auch Aufschläge, falls die Kreditanteile überdurchschnittlich "gut" sind und noch eine angemessene Restlaufzeit ausweisen. Gut bedeutet natürlich möglichst hoher Zinssatz bei möglichst geringer Ausfallwahrscheinlichkeit. Als zusätzliche Information gegenüber dem Erstmarkt, bei dem praktisch auschließlich das von Bondora vergebene Rating zur Selektion herangezogen werden kann, verfügt man nun über eine Zahlungsgeschichte. Bietet man nicht automatisch, bekommt man allerdings keine nennenswerte Kreditanteile ohne Aufgeld zu sehen. Dafür kann man in der Regel auch wirklich auswählen und muss sich nicht einem Portfoliomanager unterordnen. Ein Aufschlag von 1-2% ist meist verkraftbar und nach wenigen Wochen durch bezahlte Zinsen kompensiert.

Kaufen und Verkaufen

Natürlich kann man auch versuchen, seine Anteile zu einem höheren Preis zu verkaufen. Das geht dann am besten, wenn man vorher "billig" eingekauft hat. Möglich, aber höchst riskant, ist es, Kredite zu kaufen, die in Verzug sind. Zahlen sie nach, bekommt man sie (zumindest bis zu einer Anteilssumme von ca. 25€) praktisch binnen einer Minute zu pari verkauft oder man kann sie auch mit einem kleinen Aufgeld anbieten.

Allerdings unterwirft man sich damit deutlich der Gefahr der Negativselektion. Die Nachzahler werden verkauft, die Nichtzahler verbleiben im Depot und fallen aus. Da muss die Gewinnspanne schon ziemlich hoch sein, damit man auf diese Weise eine Rendite erwirtschaften kann.

Mit entsprechenden Bots kann man auch Anteile mit 0-1% Aufschlag erwerben, bei denen oft ein höherer Verkaufspreis möglich ist. Hier bietet sich eine gemischte Strategie an: die Anteile mit exzellener Zahlungsgeschicht behält man, die anderen verkauft man wieder und streicht einen kleinen Gewinn ein. Auf diese Weise addieren sich Zins- und Verkaufserträge und man kann Renditen von 15% und mehr erzielen. Das ist meine Strategie.

Bots im Assimodus

Eine relativ risikolose und hoch lukrative Strategie fährt man, indem man ausschließlich "grüne" Anteile mit Abschlag einkauft und diese sofort zu par wieder verkauft. Auf diese Weise kann man Traumrenditen von 100% und mehr p.a. erzielen.




Diese Strategie hat aber mehrere Haken:
- sie funktioniert eigentlich nur, weil man dem Verkäufer keinen fairen Preis bezahlt. Dieser wird übervorteilt, da er den Anteil selber ja auch zu par verkaufen könnte. Selbst schuld kann man argumentieren, und natürlich, dass der Anteil sonst auch sofort von eben jemand anderem gekauft würde. Stimmt.
- Das Geschäft skaliert kein bisschen. Auch mit einem aufgefeilt programmiertem Bot hat man höchstens bei 10-20% der gefundenen Anteile einen Erfolg. Der Rest wird einem ein paar Millisekunden vor dem Abschluss von einem anderen Bot weggeschnappt. Auf viel mehr als 100€ Umsatz pro Monat braucht man hier nicht mehr zu hoffen - das war vor 1,5 Jahren noch ganz anders.
Das abgebildete Depot basiert auf einer Einzahlung von 400€, gut 200€ sind jeweils als free cash zur Verfügung.

Fazit

Mit entsprechenden Programmen kann man also ein paar Euro dazuverdienen oder zumindest die Qualität seines Depot aufhübschen. Handelt man ausschließlich manuell, wird der Aufwand schnell sehr hoch. Da bei Bondora die Anteile meist sehr klein sind, ist der tatsächliche Stundenlohn sehr gering. Zwar gibt es mitunter auch Anteile von 50€ und mehr, jedoch sind diese ziemlich selten und dann auch nur schlecht verkäuflich.

OT: Weg von Google

Diese Datensammelei war mir schon immer ein Dorn im Auge. Und dann noch bei vielen verschiedenen Diensten: google, microsoft, dropbox...

Also habe ich den Beschluss gefasst, ein bisschen Geld (p2p machts möglich) und einige Zeit in die Hand zu nehmen und wieder mein eigener Herr über unsere Daten zu werden. Oder kurz gesagt, eine eigene Cloud zu betreiben.

Im Internet gibt es viele Lösungen. Vom Rasberry Pi über NAS oder extern gehostete Server. Nun bin ich nicht so der Linux-Experte. Daher habe ich mich zu guter letzt für ein vorkonfiguriertes Produkt entschieden, dass trotzdem einige Möglichkeiten offenlässt.
Zu haben ab knapp 300€ bei http://amzn.to/2xvpz1t Amazon.

Sieht stylisch aus, absolut leise und frisst nicht viel Strom. Die Firma scheint sehr kompetent und hilfsbereit. SSD bringt in Sachen Performance nicht so wahnsinnig viel, da der Upload ins Internet zumindest beim externen Zugriff der Flaschenhals ist. Aber ist leise.

Fertig lauffähig ist natürlich so eine Sache. Fürs Intranet, ja. Von außen steht natürlich eine Portweiterleitung im Router an, ein DynDNS-Dienst, eine Subdomein-Weiterleitung. Konfiguration von SSL, Zertifikaerstellung per letsencrypt... nichts für einen absoluten Computerlaien, recht sensibel, da man sein Netz von außen angreifbar macht, aber dank sehr guter Anleitungen im Netz gut zu lösen.

Benutzer eingerichtet, die Familie ist skeptisch. Der Netcloud-Cliend auf PC und Handy ersetzt die Dropbox, das geht geschmeidig. 50GB sind natürlich eine andere Klasse als die 2-5GB, die man sich bei der Dropbox zusammengesammelt hat. Aber: wie gesagt für große Fotosammlungen ist das zu langsam.

Jetzt kommt die Herausforderung: sämtliche Kontakte und Kalender sollen auch umziehen. Vort von outlook.com und google. Zum Glück gibt es auch hier gute Anleitungen, z.B.






Nach zwei Tagen läuft alles soweit. Längst habe ich noch nicht alle Möglichkeiten der Nextcloud entdeckt. Doch bin ich zufrieden mit dem, was schon läuft. Ich habe meine Entscheidung nicht bereut.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Handel bei Bondora - Auswertung 2017

Hallo zusammen, heute möchte ich mal etwas tiefer hineinsehen, was meine Aktivitäten im aktuellen Jahr mir so eingebracht haben. Ich verwende zur Auswertung zunächst ausschließlich mein Tool BoxOfBondora.

Was habe ich gekauft, das noch im Depot ist?

Dazu muss man auf MyInvestment einfach das Kaufdatum einschränken. Bei mir als (geschätzt) Bought 285 - __ days ago.


 Von der Gesamtsumme war ich ehrlich gesagt etwas überrascht. Auch von dem ausgefallenen Anteil, auf den ich weiter unten nochmal zurückkommen werde. Insgesamt habe ich über 10% bein Einkauf Rabatt bekommen, und nicht allzuviel an Zinsen und Tilgung erhalten. Das liegt auch daran, dass ich viele Anteile noch nicht lange besitze.

Sehen wir uns die Verkäufe in der selben Zeit an: Sold - mit der gleichen Suchoption.



 Das sieht zunächst einmal so aus, als hätte ich eher die schlechten Kredite behalten. Allerdings habe ich z.B. mehr ausgefallene Kredite (absolute Summe) verkauft als behalten. Auch hier weitere Erträge an Zinsen und Verkaufsgewinnen.

Jetzt wird es spannend: wie lief der Intradayhandel? Dazu muss ich unter MyInvestments einen neuen Strip-Button definieren:
Wie so oft, der erste Versuch geht schief. Bis mir klar wird, dass die Daten bis zur Hundertstelsekunde aufgezeichnet werden. Und so schnell ist mein Verkauf dann doch nicht. Muss man also etwas großzügiger sehen:

 Das heißt, der Verkauf muss vor dem Kauf + 1 Tag liegen. Das klappt dann auch wie erwartet.


Die Tabelle (Stats -sold) zeigt mir an, dass ich auf diese Weise rund 500 Euro auf dem Zweitmarkt und 34€ mit auf dem Erstmarkt gekauften Anteilen verdient habe. Die Zinsen, die ja genau zwischen Kauf und Verkauf gezahlt wurden, spielen erwartungsgemäß keine Rolle. Ab März finden fast alle diese Aktionen vollautomatisiert statt.

Das Analyseprinzip ist also das Folgende:
Zunächst einmal gilt es aus allen Anteilen die herauszufiltern, die mich interessieren. Das geht in zwei Stufen. Erstmal in der Datenbankanfrage an Bondora (über GUI oder Suchstring), dann darin nocheinmal dezidierter über die Strip-Buttons. Die verbleibenden Anteile kann ich als Kuchen darstellen lassen oder nach Verkaufsgewinnen auswerten.

Zurück zu den ausgefallenen Krediten. Wieviele von diesen habe ich schon im "roten" Zustand gekauft? Kriterium ist diesmal Ausfalldatum < Kaufdatum. Leider liefert Bondora auf diesem Weg das Ausfalldatum nicht. Einzige Information ist "LatestDebtManagementDate" und das wird bei jedem Mahnschritt neu gesetzt. Um diese Information zu erhalten, gibt es nur den doch eher komplexen Weg über Datenexport, den ich unter http://p2p4oktaeder.blogspot.de/2015/04/bondora-exportdaten-auswerten.html einmal beschrieben habe. Ärgerlich ist auch hier, dass Bondora regelmäßig die Bezeichnung der Datenfelder ändert und auch die Datensätze als solche nicht zu 100% konsistent sind.

Das könnte dann in etwas  aussehen.
Interpretation: von den etwa 5400 defaulted loans, die 2017 gekauft worden sind und noch im Bestand sind, waren etwa 1500€ schon "rot" gekauft worden. 180€ wurde aus 2017 gekauften roten Krediten per recovery zurückgewonnen. Der Verkauf solcher Anteile brachte einen minimalen Verlust ein. Allerdings scheinen die Zahlen nicht ganz zu stimmen. Das genaue Einstellen der Parameter ist jedoch recht schwierig. Die Spalte "Gewinn" scheint mir vertrauenserweckender als die "Sold", wo ich ziemlich tricksen musste.

Das wiederum sind die Anteile, die erst nach dem Kauf ausgefallen sind.

Wer mitrechnet wird feststellen, dass die Zahlen nicht ganz aufgehen. Das liegt daran, dass die unteren beiden Tabellen nur im Zweitmarkt gekaufte Anteile enthalten. Auch muss man eingesetztes Kapital und ausstehendes Principal klar auseinanderhalten, da ich rote Anteile ja i.d.R. mit 50% oder mehr Rabatt kaufe.

Letzter Punkt: wie sieht das mit auf dem Erstmarkt gekauften aus?


Die meisten ausgefallenen waren spanische HR-Kredite, die ich rechtzeitig und oft mit Gewinn verkauft habe. Und was man klar sieht - recovery braucht seine Zeit. Da geht erstmal so gut wie gar nichts.

Das mal als ein paar Beispiele einer Datenanalyse.

Samstag, 30. September 2017

Bondora Q 3/17

Wenig spektakuläres gibt es über meine Bondoraanlagen im ablaufenden Quartal zu berichten. Aber wie so oft, no news are good news.

Wie schon öfter angedeutet, ist meine Strategie seit diesem Jahr ein heftiger Zweitmarkthandel. Praktisch alles, was ich einkaufe, landet sofort wieder als Angebot auf dem Zweitmarkt, in der Regel natürlich zu eine höheren Preis. Dabei geht der Kauf wie auch das Einstellen zu 90% automatisiert. Die Verkaufspreise sind zudem so eingestellt, dass die (für mich) interessanteren Kredite ein höheres Aufgeld erhalten, so dass entweder der Profit steigt oder aber eine Positivselektion die Qualität meines Portfolios anhebt. Was dieses auch stark nötig hat. Zwar bauen sich sehr sehr langsam die Anteile der ausgefallenen Kredite ab (das würde noch schneller gehen, wenn ich nicht ab und an potenzielle Schnäppchen nachkaufen würde), insgesamt möchte ich aber zumindest unter die 50%-Marke.

Bondora hat in diesem Quartal zwei positive Neuerungen eingeführt:
  • Über Portfoliomanager pro kann man jetzt die Gebote auf dem Erstmarkt einigermaßen steuern. Selbstverständlich bietet mein Erstmarktbot noch bessere Einstellmöglichkeiten, trotzdem ist das eine sehr gute Änderung. Allerdings nutze ich den Erstmarkt praktisch überhaupt nicht mehr, da der Zweitmarkt die freiwerdende Liquidität komplett aufsaugt.
  • Nach viele Jahren wurde endlich die Möglichkeit geschaffen, Angebote auf dem Zweitmarkt bei eintreffender Zahlung oder Restrukturierung automatisch zu canceln. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten scheint das auch zu funktionieren.
Was bedeutet das für meine Anlagestrategie? Zunächstmal gefällt mir die Umsetzung nicht wirklich. Denn die Angebote werden auch bei Teilzahlungen gestrichen, was zumindest bei den orangen Krediten nicht meiner Logik entspricht. Trotzdem kann ich damit deutlich besser leben als ohne die Funktion. Schließlich habe ich knapp 2k Anteile im Verkauf, und jede Autoatisierung ist ein Vorteil.

Generell kaufe ich praktisch nur Anteile ohne Aufschlag und verkaufe mit 1-3%. Das generiert pro Tag im Schnitt zwischen 3 und 5€ Gewinn - abzuziehen sind davon allerdings etwaige faule Eier, die bei mir hängenbleiben. Etwa 1/3 meiner Einnahmen kommen aus Handesaktivitäten, 2/3 durch Zinsen. Ich strebe eine Rendite nach Steuern von 8-10% an und das ist wirklich nicht schlecht.


Wie immer ist natürlich interessant, was bringt die besten Ergebnisse. Das Ergebnis ist wenig erstaunlich: bei mir sind es die Bonitätsklassen E und C, knapp dahinter B und dann D. AA/A hat einfach zu geringe Zinssätze und lässt sich allenfalls mit einem 1%igem Aufgeld verkaufen. F und HR (beide gibt es in Estland nicht mehr) wiederum fallen zu oft aus und führten in diesem Jahr zu negativen Verkaufsergebnissen (ich habe allerdings auch hoffnungslose Altinkassofälle aus steuerlichen Erwägungen abgestoßen).

Schlechte Zahler rechtzeitig abstoßen ist auch ein wichtiger Punkt. Ich habe daher ein Tool BoxOfBondora so angepasst, dass notorische Spätzahler leicht zu erkennen sind. Zumm Glück kann man immer noch alles "grüne" zumindest unter 25€ Anlagesumme sofort zu pari wieder loswerden. Das mache ich weiterhin händisch, aber nicht jeden Tag.

Eine bessere Strategie wäre es, ausschließlich auf stark rabatierte "grüne" Kredite zu setzen. Problem dabei ist allerdings, dass sich so kaum Umsatz generieren lässt. Und irgendwelche Füchse habe da einach noch schnellere Bots geschrieben als ich selbst... An der Grafik oben sieht man, dass sich diese Möglichkeiten stark reduziert haben. Und etwa die Hälfte der rabatieren Kredite sind wie gesagt händisch gekaufte "rote" Anteile.

Dienstag, 19. September 2017

P2P Desillusion

Und zwar in jeder Hinsicht.

  • Es ist schon lange nicht mehr so, dass es der nette Kredit "von Mensch zu Mensch" ist. Einfach eine weitere Anlageform, bei der Risiken gebündelt und dann als vermeindlich besser angeboten werden.
  • Insbesondere die deutschen Plattformen schneiden katastrophal ab, was Technik und Umgang mit den Anlegern angeht, Und zwar durch die Bank. Da werden Risiken kleingeredet, Statistiken zurechtgebogen, Zahlungsschwierigkeiten verschwiegen, Bonitäten vorgegaukelt und am Schluss ist keum eine schwarze Null zu halten. Vor Steuern.
  • Der Begriff p2p wird als Aushängeschild missbraucht, wenn es um simple Refinanzierung von fintec-Startups geht. Die das Geld der Anleger zu absoluten Wucherzinsen an Kleinkreditnehmer weitergeben. BuyBack, eine Pseudogarantie, die nur solange greift, wie das Unternehmen selbst genug Liquidität generiert. Und im Fall der Fälle sich in Luft auflöst. Dann sitzt man - im besten Fall - auf hunderten von Kleinstforderungen an notorisch klamme Kreditnehmer irgendwo in der Ukraine oder Bulgarien oder sonstwo.
  • Eine Plattform ohne Ausfälle gibt es nicht, auch wenn die Statistik anderes verspricht. Oft wird das Ausmaß der Abgründe durch kontinuierliches Umfinanzieren vertuscht.
  • Sicherheiten sind nur Sicherheiten, wenn sie sicher sind. Das ist längst nicht immer so. Da lösen sich Container in Luft auf, zugesicherte Grundbucheinträge existieren nicht etc.
  • Personen als Bürgen sind einfach nur eine Lachnummer. Wer Unternehmen finanziert, muss sich im klaren sein, dass es stets die mit absoluter Finanzierungsnot sind. Banken haben Geld ohne Ende. Da werden sie den absolut soliden Mittelständler nur selten abweisen.
Problem ist natürlich wie immer die Liquiditätsschwemme gepaart mit Gier und Naivität der Anleger. Da muss ich mir als p2p-Plattform keine große Mühe geben. Ich schreib da einfach mal 12% XIRR erwartet hin und warte, wie sich die Kassen füllen. Auf den ersten großen Ponzi-Fall warte ich ja.

Naja. Ich habe die letzen Jahre keine soo schlechten Renditen eingefahren, insbesondere zum 0% Tagesgeldkonto. In einer andere Zinslandschaft sehe ich aber für wenige Plattformen ein tragbares Geschäftsmodell. Ich werde in Zukunft sehr viel genauer hinsehen und würde gerne in andere Anlageformen umschichten. Fragt sich nur in welche. Die digitalen Währungen sind mir z.B. auch zu suspekt um da mehr als eine dreistellige Summe reinzustecken. Was zugegeben ein Fehler war. Aber keiner, der mich Geld gekostet hat. Entgangene Gewinne schon. Das tut aber nicht so weh wie vorher durch ehrliche Arbeit verdientes Geld zu verlieren. Komisch eigentlich.

Samstag, 16. September 2017

Aufgestockter Bonus für Estateguru Neuanleger

Neuanleger, die sich über einen Werbelink anmelden, bekommen für ihre Anlagen in den ersten drei Monaten 0,5% Cashback. Im Moment - bis Ende September - ist dieser Bonus erhöht worden:

Starting today, until the end of September, we offer a 1% referral bonus from every new investor's investments, that you bring to invest in EstateGuru's loans.And even better - the same applies for your referred investor as well - meaning you both get 1% extra from your friend's investments until 30th September 11:59 PM. 

Ob es jetzt 1% oder insgesamt 1,5% sind verstehe ich selbst nicht so ganz. Anyway.
Grund ist wohl, dass estateguru gerade sehr viele neue Kredite auf den Markt bringt, die finanziert werden müssen. Für den Anleger ist das allerdings auch eine Chance, seine Anlage auf mehrere verschiedene Kreditnehmer zu verteilen.
Denn auch wenn bisher von über 100 Krediten kein einziger ausgefallen ist, sind doch einige hart daran vorbeigeschrammt. Was nicht bedeutet, dass dadurch auch der Anleger zu Schaden käme - schließlich steht hinter jedem Kredit auch eine Immobilie die das Kapital absichert.
Und Zinsen von 10% und mehr bedeuten natürlich immer ein Risiko, dass man an sein Geld zumindest nicht zumm geplanten Zeitpunkt wiedersieht. Wem das klar ist, kann bei estateguru weiterhin eine attraktive Geldanlage finden.
Das Bonusangebot gilt leider nur für Neuekunden.

Mittwoch, 6. September 2017

Estateguru und die Definition von "Ausfall"

In der vonEstateguru unter  https://estateguru.co/home/statistics veröffentlichten Statistik findet man beeindruckende Zahlen. Ein stetig wachsendes Anlagevolumen, 0% Ausfällen. Darunter sind angeblich Zahlungsverzüge von mehr als 45 Tagen zu verstehen.

Nun ist das ja so eine Sache. Tatsächlich merkt man eine hektische Aktivität, wenn man sich der Marke von 45 Verzugstagen nähert, und meiner Meinung nach haben einige Kredite diese Marke schon mal gerissen. Bei den Zinszahlungen vor der Endzahlung wurde dann zumindest eine der beiden ausstehenden Raten nachbezahlt.

Nun bin ich da ja inzwischen gebranntes Kind, denn zuminsest lendico und nun auch moneything haben inzwischen zugegebene, dass sie ausstehende Raten schon auch mal selbst vorgestreckt haben und bei zencap steht der Verdacht gleiches getan zu haben zumindest deutlich im Raum. Kurzfristig nett für den Anleger (und bei moneything wohl auch nur wenige Tage um die Kontinuität der Zahlungsströme beizubehalten), allerdings auch ziemlich irritierend, was die Güte jedweder Statistik angeht. Ein Verzug ist ein Verzug ist ein Verzug und muss als solcher gekennzeichnet sein.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass Estateguru das wirklich genau so tut und immerhin bekommen die Kreditnehmer ja mit, dass die Zahlungen alles andere als pünktlich waren.

Moneything hat einen Kredit, der die Zinsen nicht bezahlt hat, dann allerdings auch recht zeitnah in den Status default versetzt. Das bedeutet nicht nur, dass jede Zahlung und die Verkaufsmöglichkeit auf dem Zweitmarkt ausgesetzt wurde, sondern auch höhere Zinsen, 14% statt 12% in diesem Fall.

Richtig besorniserregend sind natürlich erst die Kredite, die am Ende der Laufzeit nicht bedient werden. Dafür gibt es verschiedene Gründe: fehlende Genehmigungen, geplatze (billigere) Anschlussfinanzierungen, gescheiterte Verkäufe usw. Estateguru verlängert hier recht flott die Laufzeiten (das dürfen sie nach Kreditvertrag bis zu ein Jahr), oft werden nicht einmal die Zinsen bezahlt. In der Regel versucht man dann eine Anschlussfinanzierung. Klar, bringt ja auch neue Spesen. Ist so ein Kredit ausgefallen? Hmm. So richtig noch nicht. Aber so richtig in laufender Zahlung ist er ja auch nicht.

Im jüngsten Newsletter ist zu lesen:

In August, 6 loans were successfully repaid to the investors: Katusepapi development, Mooni st. development loan 2.stage, Õismäe bridge loan, Vana-Aaviku tee 11 development, Veskimöldre II development 1.stage and Hansu st. business loan. All funds amounting to €1 201 443 have been returned to investor portfolios. Altogether, already 70 loans from 172 have been successfully repaid to the investors with an amount of €11 862 928.

Schön. Stimmt sicher alles. Allerdings wurden bei mir eben auch drei Kredite nicht zurückbezahlt. Blöde, wenn man mit dem Geld gerechnet hätte. In einem Fall musste estateguru sogar einen Schritt weiter gehen:
In relation to the delays in T**** avenue loan repayment, the borrower *** OÜ and EstateGuru established a contract on 14th of August 2017 according to which T*** avenue  property was brought to a separate company’s ownership controlled by EstateGuru. *** OÜ has the legal right to buy back the property within 3 months, at the latest on 28th of October 2017. The transaction was established as a mutual agreement between the parties and it is established in the best interest of the investors, to satisfy investors’ claims in a faster manner should it become necessary. As a result to this transaction, the loan contract has been prolonged by 3 months. 
 Keine abwegige Lösung, und sicher im Interesse der Anleger. Aber auch hier noch kein Ausfall?

Wie bereits gesagt, ich habe nicht wirklich Angst um meine Anlagen, bei einem LTV von 70% ist mit einem Totalverlust nicht zu rechnen. Desweiteren gehören Ausfälle eben auch zu zweistelligen Zinsraten, völlig klar. Aber man könnte die Statistiken schon etwas ehrlicher führen. Und alle Kredite, die mit mehr als einer Rate im Verzug sind oder die Endrate auch beim zweiten Versuch nicht stemmen konnten, sind Problemfälle. Damit sollte man auch offen umgehen. Meine Meinung.

Mittwoch, 30. August 2017

Geld im Urlaub

Gerade sind wir zurück von einem dreiwöchigen Urlaub an der US-Südostküste. Genial. Absolut gutes Wetter, obwohl ständig Thunderstorms angekündigt waren. Bis nach Texas kamen wir ja auch nicht.

In den USA zahlt man ja fast alles mit Kreditkarte. Außer beim Tanken, da funktioniert sie meistens nicht (dieser blöde ZIP-Code). Insgesamt hatte ich 4 Karten dabei:

1. Sparkarte der Postbank. Ideal zum Bargeld abheben, Keine Gebühren (bis zu 4 Abhebungen), absolut fairer Kurs.

2. Revolut Kreditkarte (als APP auf dem Handy + Plastikkarte). Vorteil: man kann jederzeit tauschen, sich gute Kurse herauspicken (auch wenn sich ein Vorabtauschen nicht gelohnt hat). 200€ können kostenlos abgehoben werden. Keine Umtauschgebühren, als Prepaidkarte wenig Risiko.Kontaktloses Zahlen bis zu 25$, hat auch sonst fast immer funktioniert.

3. Mastercard von Advancia. 0,25% cashback (damit haben wir alle Hotels bezahlt).Auch hier, relativ fairer Umtauschkurs (allerdings ein klein wenig schlechter als bei revolut), keine Gebühren.

4. Masterkarte von fidor. Fast nicht verwendet, reines Backup. Aber auch hier keine Gebühren und fairer Umtauschkurs.

Revolut finde ich wirklich klasse, gerade für den Urlaub aber auch sonst zum kontaktlosen Bezahlen (mal abgesehen von Pfundtauschaktionen, wofür ich sie eigentlich habe). Auf Dauer bleiben natürlich keine hohen Summen darauf liegen. Wer weiß schon, ob sich dieses Startup sehr lange halten kann. Und vermutlich wird es auch auf Dauer nicht kostenlos bleiben.

Ja und meine p2p-Anlagen liefen drei Wochen fast ausschlißlich im Passivmodus. Länger als eine Stunde habe ich mich insgesamt jedenfalls nicht darum gekümmert. War auch nicht nötig. Statt dessen gab es die zweite totale Sonnenfinsternis in meinem Leben. Schon dafür hat sich die Reise gelohnt. Für irgendwas müssen die Erträge der Anlagen ja gut sein :D




Estateguru Update

In den letzten Wochen gab es in vielerlei Hinsicht Bewegungen bei estateguru. Einige Kredite wurden zurückbezahlt. Dank neuer Angebote war das Geld sehr leicht wieder zu investieren. Wie zu erwarten bei zweistelligen Zinssätzen und inzwischen über 50 Krediten, in die ich bislang investiert bin, treten auch weiterhin einige Problemchen und Probleme auf. Das ist der Prüfstein an estateguru.

Zunächst einmal sind weiterhin einige Kredite immer wieder bis zu zwei Monate mit ihren Zinsen im Verzug. Auffällig ist für mich, dass darunter die aus Riga sehr überproportional vertreten sind. In solche werde ich nicht mehr investieren. Bislang wurden die Zinsen immer nachbezahlt und die Spätzahlung auch durch Strafzinsen ausgeglichen.

Auch bei den nun immer mehr fälligen Rückzahlungen gab es einige Probleme. Der erste Lösungsansatz von estateguru ist es, den Kredit (natürlich zum entsprechenden Zissatz) um etwa drei Monate zu verlängern, um dem Kreditnehmer Zeit zu geben, eine vernünftige Lösung zu finden. Solange die bis dahin fälligen Zinsen bezahlt wurden, sicherlich eine sehr vernüftige Lösung. Alles zu stunden beunruhigt mich allerdings schon etwas. Zwei Kredite wurden auch schon mehrmals verlängert. Einer davon ist inzwischen komplett bezahlt. Auch die ausstehenden Zinsen werden in einem solchen Fall verzinst (davon könnte sich z.B. Funding Circle mal eine Scheibe abschneiden... da wird nicht einmal sas ausstehende Kapital verzinst).

In einem Fall wurde die Sicherheit erhöht. Auch das ist beruhigend. Es wird versucht, aich bei estateguru selbst eine Anschlussfinanzierung zu erreichen. Ich werde allerdings solche Kreditnehmer versuchen zu meiden.

Nur in einem Fall konnte wohl keine Lösung gefunden werden. Der Grundbesitz wurde jetzt an estateguru übertragen, der Kreditnehmer hat drei Monate Zeit, das Geld aufzutreiben und das Haus zurückzukaufen. Dannach wird wohl die Zwangsversteigerung eingeleitet. Ich wünsche natürlich allen Beteiligten, dass das noch ein gutes Ende nimmt, aber auch für den worst case wird das alles andere als ein Totalverlust.

Insgesamt fühle ich mich weiterhin bei estateguru gut aufgehoben. Man lässt nichts anbrennen und geht die Problemfälle an. Die Informationspolitik ist besser geworden und man sieht, dass hinter den Kulissen einiges passiert. Auch falls es zu Ausfällen kommen sollte, rechne ich mit einer zweistelligen Rendite. Die Anlagemöglichkeiten sind zahlreich genug, um eine angemessene Risikostreuung erreichen zu können.

Estateguru bleibt damit auf meine Empfehlungsliste. Auch ich selbst werde dort weiterhin investieren. Für Neuanleger gibt es einen Empfehlungslink, der euch und mir einen Bonus von 0.5% auf die Anlagesumme der ersten drei Monate sichert. Viel Erfolg beim Anlegen!

Mittwoch, 2. August 2017

Meide Funding Circle!

So langsam kommt die bittere Wahrheit ja doch ans Licht. Anleger der ersten Stunde haben bei Funding Circel massiv draufgelegt. Man hat uns anfangs ja ganz schön gelockt mit angeblichen 0% Ausfall und Spätzahlungen - worauf zencap gerne weiterempfohlen wurde. Das war leider kein guter Rat unter Freunden, wenn dann so etwas dabei herauskam:


Leider kein Einzelfall. Auch wenn man aus drei Krediten (der letzte wurde übrigens nach wenigen Monaten zurückbezahlt und hat somit auch kein echtes Geld eingebracht) noch nicht allzusehr verallgemeinern sollte, das Rating war einfach nur hundsmisserabel.

Bis heute kein Wort der Entschuldigung oder ein kleines Angebot einer Kompensation. Bis heute gibt man nicht wirklich zu, dass man a) die Anleger anfangs hinsichtlich der Spätzahlungen getäuscht hat, dass b) massive Verluste der Anfangsanlagen vorliegen.

Die Statistiken geben zwar auch schon einen Verlust preis und man spricht davon, dass man "umgesteuert hat, nachdem die hohen Erwartungen von Funding Circle nicht erfüllt wurden". Nützt uns nichts. Zum Glück wurde in diesem Beispiel nicht weiter investiert, droht doch ein Verlust von 50% der Anlagesumme bei Investition in die beste Bonitätsklasse!

Mein guter Rat lautet heute (und das schon seit über einem Jahr): sucht euch eine andere Anlage. Einer solchen Firma kann man nicht trauen, da kann das Marketing noch so viel erzählen. Auch die Zahlen der nachfolgenden Jahre sehen nicht so gut aus, wie man uns weiß machen will. Auch bei dem Depot oben war ja zunächst alles in Ordnung. Die Ausfälle kommen noch.

Meine letzte und auch nur halbherzige Empfehlung ist übrigens vom April 2015 und spätestens seit 2016 habe ich abgeraten. Davon bringt mich auch keine Werbeprämie ab.

Dienstag, 1. August 2017

Sommerpause bei den P2P-Anlagen

Anfang August. Schwüle Hitze, Gewitter. Sommerferien. Wie schön, dass man selber nicht arbeiten muss, aber dank passiven Einkommens das Geld für einen arbeitet.
Doch dieses Geld kommt ja ebenfalls von Menschen, und auch die scheinen etwas imHitzestau zu stecken. So klemmt es teilweise ganz schön mit den pünktlichen Zahlungen.

Nichts Neues bei den deutschen Plattformen. Funding Circle hat ein paar alte Raten aufgetrieben, dafür sind neue in Verzug. Und da geht es nur ganz selten um wenige Tage. Von denen würde man ja gar nichts mitbekommen, im Vertrag steht der 15. und FC lässt sich ja sowieso bis zum 26. Zeit. Bei lendico, auxmoney und smava ist längst alles entschieden und so gut wie zurückbezahlt. Da schaue ich schon gar nicht mehr auf die Details.

Swaper, twino und mintos interessieren mich diesbezüglich auch nicht. Zwar sind die Zahlungen an individuelle Kredite gekoppelt, dank buyback übernimmt im Zweifelsfall allerdings die Gesellschaft. Das ist im echten Sinn sowieso nur am Rande p2p.

Bondora hat zum Monatsende gerade noch die Kurve bekommen, nur etwa 2% fehlen bis zur Monatsprognose. Die gab es im Juni locker zuviel. Insgesamt sieht die Kurve inzwischen recht glatt aus:

Auch die Zahlungen aus dem Inkasso schwanken zwar, sind aber recht zuverlässig.

Bei Estateguru wurde zum Einen eine Zwangsmaßnahme abgewendet und drei Monatsraten bei einem Kredit nachbezahlt. Zum anderen häufen sich aber die Zahlunsverzögerungen. Instbesondere Riga macht da einen ganz schlechten Eindruck. Auch zwei Rückzahlungen haben nicht stattgefunden - obwohl beide schon in der Verlängerung waren. Insgesamt aber noch kein Ausfall.

Auch die beiden britischen Plattformen haben mit kleineren Problemen zu kämpfen. Recht dubios ist die Situation bei ablrate - ein Kredit sollte vorzeitig abgelöst werden, Die Gründe sind nicht so ganz klar, aber anscheinend war die Grundschuld nicht eingetragen worden. Etwa 70% der Rückzahlung hat dann auch stattgefunden, der Rest soll "soon" kommen.
Ähnliches bei moneything. Eigentlich wäre am 30.7. ein Paket mit mehreren Millionen fällig gewesen, auch hier verzögert sich die Rückzahlung "um ein paar Tage".

Alles kein Ding, solange das gut geht. Im Gegensatz zu den deutschen Dilletanten gibt es ja für solche ungeplanten Verlängerungen Zinsen.

So richtig entspannen kann man sich also auch im Hochsommer als P2P-Anleger nicht. Trotzdem kommt regelmäßig Geld herein - jeden Tag. Das ist doch auch was schönes.

Dienstag, 25. Juli 2017

Estatguru bleibt ausfalllos

Wie angekündigt ein Update, wie es mit den Zahlungsverzügen bei estateguru weiterging. Kurzgefasst: kein Grund zur Aufregung.

Inzwischen bin ich bei rund 50 Projekten bei estateguru dabei. Ausfall bis heute: 0.  Kredite die im Verzug sind: 7, davon allerdings nur 2 über eine Woche.

Heute kam die Zahlung von 3 Monatsraten von meinem Sorgenkind, bei dem ich schon ziemlich mit einem Ausfall gerechnet hatte, samt Versäumsiszinseszinsen (7ct).

Nächster kritischer Termin ist Anfang nächster Woche, ich werde das dann hier als Nachtrag ergänzen.

Insgesamt macht estateguru also einen sehr guten Job. Dass nicht immer alles nach Zahlungsplan gehen kann, liegt in der Natur der Sache. Auch bei einigen Endzahlungen waren Komplikationen aufgetreten - die Lösung besteht meistens in einem neuen Zahlungsplan mit einem Aufschub von 2-3 Monaten. In mehreren Fällen wurde der Kredit dann durch einen neuen abgelöst. Das ist eine faire Lösung, denn jeder kann sich dann überlegen, ob er weiter dabei bleiben möchte oder nicht. Schön wäre noch ein opt-in für die Altanleger.

Die Anlege können sich nun auf der Webseite informieren, ob es Neuigkeiten zu ihren Investitionen gibt. Ob man nun jede automatisch generierte Erinnerungsmail aufführen muss, ist Geschmacksache. Insgesamt aber eine Verbesserung.

Die Rendite beträgt bei mir, weiterhin keine Ausfälle vorausgesetzt, über 11%. Für mit Immobilien besichterte Kredite im €-Raum ist das ein prima Zinssatz. Ich kann also estateguru guten Gewissens weiterhin empfehlen und tue das auch (Link rechts bringt 0,5% Bonus für die Anlagen der ersten 3 Monate).

Die Nachteile sollen auch nicht verschwiegen werden: in der Regel ist das Kapital meist ein Jahr oder länger komplett gebunden. Die Rückzahlung, manchmal auch die kompletten Zinsen, erfolgt dann am Ende der Laufzeit. Zweitmarkt gubt es keinen und es ist auch keiner geplant.
Die Zahl der Kredite ist weiterhin nicht allzu hoch, so muss man oft zwei Wochen oder länger auf eine neue Anlagemöglichkeit warten.

Nachtrag (29.7.) Beide diese Woche nach bereit erfolgter Zahlungshinausschiebung zur Abbezahlung fälligen Kredite haben (kommentarlos) nicht bezahlt. Wer bei estateguru anlegt, sollte deine Geld also nicht zu fixen Zeitpunkten fest einkalkulieren. Andererseits gibt es auch immer wieder vorzeitige (Teil)rückzahlungen.

Bei meinen bis 7/16 vergebenen 33 Krediten sieht damit die Bilanz so aus: 26 haben zurückbezahlt, 4 waren noch nicht fällig (davon sind 2 klassische Ratenkredite, die also im wesentlichen abbezahlt sind) und 3 kämpfen und haben verlängert. 

Samstag, 15. Juli 2017

Bondora - ein halbes Jahr Trading-Bot

Mittlerweile ein halbes Jahr läuft bei mir ein ständiger An- und Verkauf von kleinen Kreditanteilungen, weitestgehend automatisiert. Zeit mal einen vertieften Blick darauf zu werfen.

  • Es gibt mehrere Gründe Kredite auf dem Zweitmarkt zu kaufen. Man kann ein (subjektiv) besseres Portfolio aufbauen oder man kann traden. Die Stregien unterscheiden sich ein wenig. Beim Traden liegt der Gewinn hauptsächlich im Einkauf, denn das zu erzielende Aufgeld ist sehr begrenzt. Die Qualität der Kredite ist hingegen nicht so wichtig, solange man sie gut wieder zu einem höheren oder im Notfall zumindest zum gleichen Preis verkaufen kann. Und zwar am besten vollständig.
  • Micromanagen von Anteilen unter 5€ ist zu aufwendig. Das muss sehr weitgehend automatisch ablaufen.
  • Beim Traden muss die Liquidität erhalten bleiben. D.h. die Haltezeit sollte z.B. deutlich unter einer Woche liegen. Das Aufspüren und Kaufen von Krediten ist absolut zeitkritisch, der Markt sehr eng.
  • Beim Anlegen ist das anders. Hier ist auch eine etwas höhere Kaufpreis akzeptabel, wenn der Kredit einen vergleichsweise höheren Zinssatz und eine excellente Zahlungsgeschichte bietet. Und Liquidität will man ja gerade vermeiden.

Von daher gibt es von meinem Zweitmarktbot auch zwei Versionen. Während ich selbst im Moment noch überwiegend auf's Traden setze sind vier weitere Anlager eher im Anlegemodus unterwegs.

Meine Erfahrungen
  • Funktioniert grundsätzlich. Allerdings muss man damit rechnen, dass nur etwa 80% der Anteile tatsächlich verkauft werden. Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, ob ich nicht vor dem Zahlungstermin radikal rausschmeißen soll. So bleiben halt doch orange und rote Kredite, die die Bilanz belasten. Schließlich betreiben die Käufer bei mir auch Cherrypicking. Im Herbst werde ich das Glattstellen mal testen.
  • Skalierbar ist das nicht. Ich schäze mal, dass mehr als 5-10€/Tag Gewinnspanne vor Ausfällen nicht möglich ist. Bei etwa 300-500€ Umsatz. Der Markt ist hart umkämpft. Und verkäufliche Kredite mit Abschlag sind nur sehr selten zu ergattern, vielleicht 1-2 pro Tag.
  • Ein bisschen Anlegen tue ich natürlich auch. 
  • Im Schnitt beträgt meine Liquidität etwa 300€. Das schwankt zwischen 0 und 1000€. Wenn der Bot mal ausfällt sammeln sich nach einer guten Woche auch mal 3000€ an.
  • Ich habe inzwischen deutlich über 1000 Anteile im Verkauf, fast alle sind unter 25€.
Von den Anlegern die außer mir den Bot nutzen habe ich bislang sehr positive Rückmeldungen bekommen. Anscheinend scheint es genug Angebote zu geben und die sind nicht ganz so zeitkritisch. Allerdings würde sich das ändern, wenn hunderte von Anlegern auf diese Weise investieren, es sei denn sie suchen sich unterschiedliche Nischen. Ich werde das im Auge behalten. Ob die nach starker Filterung vermeidlich  hervorragenden Anteile sich am Ende auch so gut halten wird man sehen müssen. Auf jeden Fall spart ein Bot sehr viel Zeit um zum selben Ergebnis zu kommen wie beim händischen Heraussuchen.

BTW: Die Idee im dem Firefoxplugin ist jetzt drei Jahre alt. Sie kam von "Biertrinker" aus dem p2p-Forum und hat mir ein neues Hobby beschert. Programmieren ist irgendwie nie am Ende :)

Montag, 10. Juli 2017

Funding circle versucht sich in Transparenz

Funding Circle (ehemals Zencap) und Transparenz ist schon seit langem zu einer Art running gag in P2p-Insiderkreisen geworden. Schließlich betont man immer wieder die Wichtigkeit dieser Eigenschaft gegenüber seinen Anlegern, passieren tut jedoch nichts. Oder jedenfalls nicht viel mehr als buzzwords.

Auch heute hat mal wieder jemand einmal heftig ins Fettnäpchen getreten. Seit ungefähr 1,5 Jahren verspricht man bei FC ja hartnäckig, man würde "zeitnah" Statistiken veröffentlichen die beweisen, wie ertragreich das Anlegen bei FC doch ist.

Viele Worte, wenig Taten. Umso überraschender, dass heute mal Ernst gemacht wurde:

Hier sind sie: https://www.fundingcircle.com/de/statistiken - die Zahlen sind zusammengefasst seit Start im März 2014 und werden quartalsweise aktualisiert. Wir starten wie angekündigt mit dieser vereinfachten Form und wollen Schritt für Schritt weitere Informationen hinzufügen.
Quelle: Jakob Carsten, Mitarbeiter von FC in http://www.p2p-kredite.com/diskussion/offizielle-performancestatistiken-zu-funding-circle-t4993,start,15.html

Und tatsächlich waren da Statistiken zu sehen. Aus dem Gedächtnis (s.u.) ca. 65 Mio finanzierte Kredite seit 2014, ca 40% zurückbezahlt und 6% ausgefallen. Von den noch in Rückzahlung  befindlichen Summen weitere ca. 6,5% im Zahlungsverzug. Das alles bei etwa 8,1% durchschnittlicher Zinsrate (vermutlich vor Gebühren).
Ausfälle rund 4 Mio und bezahlte Zinsen nur wenig mehr.

Abgesehen von der Aussagekraft solcher aufsummierten Daten (Kredite die erst seit wenigen Wochen laufen können noch nicht ausgefallen sein, die Prozentzahl sagt also nur, dass es erhebliche Ausfälle gibt) sind das Zahlen, die mir kalte Schauer über den Rücken jagen. Zwar ist es nicht zulässig, die Ausfallrate einfach von der Zinsrate abzuziehen, da die Zinsen ja über mehrere Jahre gezahlt werden. Allerdings aber auch nur für das jeweils ausstehende Kapital.

Auf den ersten Blick kann es gut sein, dass das eintritt, was ich lange schon mutmaße: der durchschnittliche Anleger macht bei FC Verlust. Zumal FC auf der Statistikseite selber einräumte, dass mit einer Rückzahlung nach über 3 Monaten Zahlungsverzug wohl nicht mehr zu rechnen ist. Und das geht ganz schnell! Vor allem bei dem Eifer, den man beim Eintreiben an den Tag legt...

Anscheinend wurde diese Offenheit dann doch irgendjemand bei FC zu heiß. Die Seite war nicht mal eine Stunde lang online. Seitdem sieht man unter diesem Link nur noch


zu lesen. Klar, eine kleine technische Panne. Oder müssen die Daten doch noch mal neu aufbereitet werden? Damit man nicht gleich erkennt, dass man hiervon besser die Finger lässt? Lassen wir uns überraschen. FC und Transparenz, wie gesagt immer einen Lacher wert.

Update: Inzwischen sind neue Statistiken online. Diese beweist meine Behauptung, dass der durchschnittliche Anleger bei zencap mit Verlust aus der Sache herauskommt.

Eine Trendwende sehe ich seither ehrlich gesagt nicht. Alles ab 2. HJ 16 ist viel zu neu, als das eine Aussage möglich wäre. Und das erste HJ 16 hat auch eine erbärmlich Rendite - wobei da durchaus noch mit weitere Ausfällen zu rechnen ist.

Eine Aufschlüsselung nach Ratings sucht man vergeblich. Und das ist mein Hauptkritikpunkt: wenn man Anlegern A+ - Ratings anbietet, dürfen davon nicht 20% ausfallen. Genau das ist aber mein Eindruck.
Gemäß FCs Definition sind bei mir über 10% ausgefallen und das obwohl ich über 80% in den Ratingklassen B oder besser investiert habe. Die bezahlten und noch zu erwartenden Zinsen decken das nicht ab. Falls nichts mehr ausfällt und ich die Boni mit einberechnet die es am Anfang mal gab, komme ich am Ende zu +-0 heraus.
FC gibt mein "jährliches Renditepotential" übrigens immer noch mit 4% an. Soviel einmal mehr zur Transparenz.

Es gibt eindeutig bessere und risikoärmere Anlagen. Z.B. Staatsanleihen aus Venezuela :)

Samstag, 8. Juli 2017

Mintos: Aufregung für Eurocent-Anleger

Mintos arbeitet ja mit einer ganzen Reihe von Kreditanbietern zusammen, die sich über die Plattform refinanzieren. Kredite werden mit bis zu dreistelligen Zinssätzen verliehen, der Anleger bekommt in der Regel zwischn 8 und 13%, der Rest ist Marge und deckt natürlich bei buyback-Versprechungen das ziemlich hohe Ausfallrisiko mit ab.

Mintos treibt ständig neue Anbieter auf, im März war das Eurocent, ein polnischer Anbieter. Nachzulesen unter https://blog.mintos.com/polands-eurocent-joins-mintos-marketplace/.

Allein, die Zusammenarbeit währte nicht sehr lange, schon im Juni musste Mintos die Reißleine ziehen, da es Verzögerungen bei der Rückzahlung einer Anleihe gab: https://blog.mintos.com/platzierung-von-neuen-eurocent-krediten-ausgesetzt/.

Seither sind die Anleger gelinde gesagt etwas beunruhigt. Schließlich stehen noch gut 500.000€ aus, die zwar noch bedient werden, aber wie lange noch? Vergleiche hierzu auch die Diskussionen unter http://www.p2p-kredite.com/diskussion/eurocent-polen-zweitmarkt-handel-ausgesetzt-ausfallrisiko-t4817,start,75.html.

Festzustehen scheint, dass die buyBack-"Garantie" in solchen Fällen nicht viel wert ist. Das muss man sich immer wieder klar machen. Und dann sitzt man auf einer Menge Kleinanteilen von unbesicherten Krediten in Polen. Keine schöne Vorstellung, 

Eurocent ist übrigens weiterhin in Schwierigkeiten, obwohl die Anleihe bezahlt werden konnte. Angeblich hat man den Vergleich beantragt und es ist von einer Quote von 50% die Rede
https://obligacje.pl/pl/a/eurocent-mysli-o-rolowaniu-i-ratalnej-splacie-wymagalnych-obligacji



Was mit den Mintos Anlegern passiert ist noch überhaupt nicht abzusehen.

Ich bin übrigens nicht betroffen. Was nicht heißen soll, das es mich nicht auch hätte erwischen können. Wer sich in Gefahr begibt, wird darin untergehen. Manchmal zumindest.

Eine solch schnelle Pleite wirft für mich kein gutes Licht auf Mintos. Etwas genauer sollte man sich seine Partner schon ansehen. Ich hatte meine Anlagen ja schon reduziert, dachte aber an ein Wiederaufstocken nachdem mich twino gerade auch nicht mehr begeistert. Daraus wird nun vorerst nichts.

Nachtrag (Anfang August): die BuyBack-Garantie ist im Moment ausgesetzt worden. Die noch stattfindenden Rückzahlungen werden weitergeleitet. Etwa 35k€ sind nun im (im wesentlichen uneintreibbaren) Inkasso - so schnell kann's gehen. EC sucht weiterhin nach Kapitalgebern, im Erfolgsfall könnte es bei einem Schrecken bleiben. Klappt das aber nicht, bleiben die ANleger auf Verlusten sitzen.