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Sonntag, 15. Oktober 2017

Handel bei Bondora - Auswertung 2017

Hallo zusammen, heute möchte ich mal etwas tiefer hineinsehen, was meine Aktivitäten im aktuellen Jahr mir so eingebracht haben. Ich verwende zur Auswertung zunächst ausschließlich mein Tool BoxOfBondora.

Was habe ich gekauft, das noch im Depot ist?

Dazu muss man auf MyInvestment einfach das Kaufdatum einschränken. Bei mir als (geschätzt) Bought 285 - __ days ago.


 Von der Gesamtsumme war ich ehrlich gesagt etwas überrascht. Auch von dem ausgefallenen Anteil, auf den ich weiter unten nochmal zurückkommen werde. Insgesamt habe ich über 10% bein Einkauf Rabatt bekommen, und nicht allzuviel an Zinsen und Tilgung erhalten. Das liegt auch daran, dass ich viele Anteile noch nicht lange besitze.

Sehen wir uns die Verkäufe in der selben Zeit an: Sold - mit der gleichen Suchoption.



 Das sieht zunächst einmal so aus, als hätte ich eher die schlechten Kredite behalten. Allerdings habe ich z.B. mehr ausgefallene Kredite (absolute Summe) verkauft als behalten. Auch hier weitere Erträge an Zinsen und Verkaufsgewinnen.

Jetzt wird es spannend: wie lief der Intradayhandel? Dazu muss ich unter MyInvestments einen neuen Strip-Button definieren:
Wie so oft, der erste Versuch geht schief. Bis mir klar wird, dass die Daten bis zur Hundertstelsekunde aufgezeichnet werden. Und so schnell ist mein Verkauf dann doch nicht. Muss man also etwas großzügiger sehen:

 Das heißt, der Verkauf muss vor dem Kauf + 1 Tag liegen. Das klappt dann auch wie erwartet.


Die Tabelle (Stats -sold) zeigt mir an, dass ich auf diese Weise rund 500 Euro auf dem Zweitmarkt und 34€ mit auf dem Erstmarkt gekauften Anteilen verdient habe. Die Zinsen, die ja genau zwischen Kauf und Verkauf gezahlt wurden, spielen erwartungsgemäß keine Rolle. Ab März finden fast alle diese Aktionen vollautomatisiert statt.

Das Analyseprinzip ist also das Folgende:
Zunächst einmal gilt es aus allen Anteilen die herauszufiltern, die mich interessieren. Das geht in zwei Stufen. Erstmal in der Datenbankanfrage an Bondora (über GUI oder Suchstring), dann darin nocheinmal dezidierter über die Strip-Buttons. Die verbleibenden Anteile kann ich als Kuchen darstellen lassen oder nach Verkaufsgewinnen auswerten.

Zurück zu den ausgefallenen Krediten. Wieviele von diesen habe ich schon im "roten" Zustand gekauft? Kriterium ist diesmal Ausfalldatum < Kaufdatum. Leider liefert Bondora auf diesem Weg das Ausfalldatum nicht. Einzige Information ist "LatestDebtManagementDate" und das wird bei jedem Mahnschritt neu gesetzt. Um diese Information zu erhalten, gibt es nur den doch eher komplexen Weg über Datenexport, den ich unter http://p2p4oktaeder.blogspot.de/2015/04/bondora-exportdaten-auswerten.html einmal beschrieben habe. Ärgerlich ist auch hier, dass Bondora regelmäßig die Bezeichnung der Datenfelder ändert und auch die Datensätze als solche nicht zu 100% konsistent sind.

Das könnte dann in etwas  aussehen.
Interpretation: von den etwa 5400 defaulted loans, die 2017 gekauft worden sind und noch im Bestand sind, waren etwa 1500€ schon "rot" gekauft worden. 180€ wurde aus 2017 gekauften roten Krediten per recovery zurückgewonnen. Der Verkauf solcher Anteile brachte einen minimalen Verlust ein. Allerdings scheinen die Zahlen nicht ganz zu stimmen. Das genaue Einstellen der Parameter ist jedoch recht schwierig. Die Spalte "Gewinn" scheint mir vertrauenserweckender als die "Sold", wo ich ziemlich tricksen musste.

Das wiederum sind die Anteile, die erst nach dem Kauf ausgefallen sind.

Wer mitrechnet wird feststellen, dass die Zahlen nicht ganz aufgehen. Das liegt daran, dass die unteren beiden Tabellen nur im Zweitmarkt gekaufte Anteile enthalten. Auch muss man eingesetztes Kapital und ausstehendes Principal klar auseinanderhalten, da ich rote Anteile ja i.d.R. mit 50% oder mehr Rabatt kaufe.

Letzter Punkt: wie sieht das mit auf dem Erstmarkt gekauften aus?


Die meisten ausgefallenen waren spanische HR-Kredite, die ich rechtzeitig und oft mit Gewinn verkauft habe. Und was man klar sieht - recovery braucht seine Zeit. Da geht erstmal so gut wie gar nichts.

Das mal als ein paar Beispiele einer Datenanalyse.

Samstag, 30. September 2017

Bondora Q 3/17

Wenig spektakuläres gibt es über meine Bondoraanlagen im ablaufenden Quartal zu berichten. Aber wie so oft, no news are good news.

Wie schon öfter angedeutet, ist meine Strategie seit diesem Jahr ein heftiger Zweitmarkthandel. Praktisch alles, was ich einkaufe, landet sofort wieder als Angebot auf dem Zweitmarkt, in der Regel natürlich zu eine höheren Preis. Dabei geht der Kauf wie auch das Einstellen zu 90% automatisiert. Die Verkaufspreise sind zudem so eingestellt, dass die (für mich) interessanteren Kredite ein höheres Aufgeld erhalten, so dass entweder der Profit steigt oder aber eine Positivselektion die Qualität meines Portfolios anhebt. Was dieses auch stark nötig hat. Zwar bauen sich sehr sehr langsam die Anteile der ausgefallenen Kredite ab (das würde noch schneller gehen, wenn ich nicht ab und an potenzielle Schnäppchen nachkaufen würde), insgesamt möchte ich aber zumindest unter die 50%-Marke.

Bondora hat in diesem Quartal zwei positive Neuerungen eingeführt:
  • Über Portfoliomanager pro kann man jetzt die Gebote auf dem Erstmarkt einigermaßen steuern. Selbstverständlich bietet mein Erstmarktbot noch bessere Einstellmöglichkeiten, trotzdem ist das eine sehr gute Änderung. Allerdings nutze ich den Erstmarkt praktisch überhaupt nicht mehr, da der Zweitmarkt die freiwerdende Liquidität komplett aufsaugt.
  • Nach viele Jahren wurde endlich die Möglichkeit geschaffen, Angebote auf dem Zweitmarkt bei eintreffender Zahlung oder Restrukturierung automatisch zu canceln. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten scheint das auch zu funktionieren.
Was bedeutet das für meine Anlagestrategie? Zunächstmal gefällt mir die Umsetzung nicht wirklich. Denn die Angebote werden auch bei Teilzahlungen gestrichen, was zumindest bei den orangen Krediten nicht meiner Logik entspricht. Trotzdem kann ich damit deutlich besser leben als ohne die Funktion. Schließlich habe ich knapp 2k Anteile im Verkauf, und jede Autoatisierung ist ein Vorteil.

Generell kaufe ich praktisch nur Anteile ohne Aufschlag und verkaufe mit 1-3%. Das generiert pro Tag im Schnitt zwischen 3 und 5€ Gewinn - abzuziehen sind davon allerdings etwaige faule Eier, die bei mir hängenbleiben. Etwa 1/3 meiner Einnahmen kommen aus Handesaktivitäten, 2/3 durch Zinsen. Ich strebe eine Rendite nach Steuern von 8-10% an und das ist wirklich nicht schlecht.


Wie immer ist natürlich interessant, was bringt die besten Ergebnisse. Das Ergebnis ist wenig erstaunlich: bei mir sind es die Bonitätsklassen E und C, knapp dahinter B und dann D. AA/A hat einfach zu geringe Zinssätze und lässt sich allenfalls mit einem 1%igem Aufgeld verkaufen. F und HR (beide gibt es in Estland nicht mehr) wiederum fallen zu oft aus und führten in diesem Jahr zu negativen Verkaufsergebnissen (ich habe allerdings auch hoffnungslose Altinkassofälle aus steuerlichen Erwägungen abgestoßen).

Schlechte Zahler rechtzeitig abstoßen ist auch ein wichtiger Punkt. Ich habe daher ein Tool BoxOfBondora so angepasst, dass notorische Spätzahler leicht zu erkennen sind. Zumm Glück kann man immer noch alles "grüne" zumindest unter 25€ Anlagesumme sofort zu pari wieder loswerden. Das mache ich weiterhin händisch, aber nicht jeden Tag.

Eine bessere Strategie wäre es, ausschließlich auf stark rabatierte "grüne" Kredite zu setzen. Problem dabei ist allerdings, dass sich so kaum Umsatz generieren lässt. Und irgendwelche Füchse habe da einach noch schnellere Bots geschrieben als ich selbst... An der Grafik oben sieht man, dass sich diese Möglichkeiten stark reduziert haben. Und etwa die Hälfte der rabatieren Kredite sind wie gesagt händisch gekaufte "rote" Anteile.

Freitag, 29. September 2017

Gearbest Schnäppchen

Gearbest hat gerade ein paar Sonderaktion, wo man mit entsprechenden Codes zu richtig guten Endpreisen kommt. Gerne stelle ich euch die Codes und Links zur Verfügung.

"Von heute bis 04.10.2017 ist es der Nationalfeiertag in China. Also haben wir für Sie einige super Coupon vorbereitet. "
Wie immer gilt: Wenn weg, dann weg.

https://www.gearbest.com/?lkid=10914858 (für alle Produkte in Gearbest)
coupon: GBNationalD
Rabatt: 9% OFF
3000 mal einlösbar bis 04.10.2017

https://www.gearbest.com/lifestyle-c_11270?lkid=10914858 (für alle Produkte bei Outdoors in Gearbest)
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Rabatt: 15% OFF
1000 mal einlösbar bis 04.10.2017

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Rabatt: 20% OFF
500 mal einlösbar bis 04.10.2017

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Rabatt: 14% OFF
2000 mal einlösbar bis 04.10.2017

https://www.gearbest.com/home-garden-c_11319?lkid=10914858 (für alle Produkte bei Home in Gearbest)
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2000 mal einlösbar bis 04.10.2017

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1000 mal einlösbar bis 04.10.2017

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Rabatt: 20% OFF
1000 mal einlösbar bis 04.10.2017


Dienstag, 19. September 2017

P2P Desillusion

Und zwar in jeder Hinsicht.

  • Es ist schon lange nicht mehr so, dass es der nette Kredit "von Mensch zu Mensch" ist. Einfach eine weitere Anlageform, bei der Risiken gebündelt und dann als vermeindlich besser angeboten werden.
  • Insbesondere die deutschen Plattformen schneiden katastrophal ab, was Technik und Umgang mit den Anlegern angeht, Und zwar durch die Bank. Da werden Risiken kleingeredet, Statistiken zurechtgebogen, Zahlungsschwierigkeiten verschwiegen, Bonitäten vorgegaukelt und am Schluss ist keum eine schwarze Null zu halten. Vor Steuern.
  • Der Begriff p2p wird als Aushängeschild missbraucht, wenn es um simple Refinanzierung von fintec-Startups geht. Die das Geld der Anleger zu absoluten Wucherzinsen an Kleinkreditnehmer weitergeben. BuyBack, eine Pseudogarantie, die nur solange greift, wie das Unternehmen selbst genug Liquidität generiert. Und im Fall der Fälle sich in Luft auflöst. Dann sitzt man - im besten Fall - auf hunderten von Kleinstforderungen an notorisch klamme Kreditnehmer irgendwo in der Ukraine oder Bulgarien oder sonstwo.
  • Eine Plattform ohne Ausfälle gibt es nicht, auch wenn die Statistik anderes verspricht. Oft wird das Ausmaß der Abgründe durch kontinuierliches Umfinanzieren vertuscht.
  • Sicherheiten sind nur Sicherheiten, wenn sie sicher sind. Das ist längst nicht immer so. Da lösen sich Container in Luft auf, zugesicherte Grundbucheinträge existieren nicht etc.
  • Personen als Bürgen sind einfach nur eine Lachnummer. Wer Unternehmen finanziert, muss sich im klaren sein, dass es stets die mit absoluter Finanzierungsnot sind. Banken haben Geld ohne Ende. Da werden sie den absolut soliden Mittelständler nur selten abweisen.
Problem ist natürlich wie immer die Liquiditätsschwemme gepaart mit Gier und Naivität der Anleger. Da muss ich mir als p2p-Plattform keine große Mühe geben. Ich schreib da einfach mal 12% XIRR erwartet hin und warte, wie sich die Kassen füllen. Auf den ersten großen Ponzi-Fall warte ich ja.

Naja. Ich habe die letzen Jahre keine soo schlechten Renditen eingefahren, insbesondere zum 0% Tagesgeldkonto. In einer andere Zinslandschaft sehe ich aber für wenige Plattformen ein tragbares Geschäftsmodell. Ich werde in Zukunft sehr viel genauer hinsehen und würde gerne in andere Anlageformen umschichten. Fragt sich nur in welche. Die digitalen Währungen sind mir z.B. auch zu suspekt um da mehr als eine dreistellige Summe reinzustecken. Was zugegeben ein Fehler war. Aber keiner, der mich Geld gekostet hat. Entgangene Gewinne schon. Das tut aber nicht so weh wie vorher durch ehrliche Arbeit verdientes Geld zu verlieren. Komisch eigentlich.

Samstag, 16. September 2017

Aufgestockter Bonus für Estateguru Neuanleger

Neuanleger, die sich über einen Werbelink anmelden, bekommen für ihre Anlagen in den ersten drei Monaten 0,5% Cashback. Im Moment - bis Ende September - ist dieser Bonus erhöht worden:

Starting today, until the end of September, we offer a 1% referral bonus from every new investor's investments, that you bring to invest in EstateGuru's loans.And even better - the same applies for your referred investor as well - meaning you both get 1% extra from your friend's investments until 30th September 11:59 PM. 

Ob es jetzt 1% oder insgesamt 1,5% sind verstehe ich selbst nicht so ganz. Anyway.
Grund ist wohl, dass estateguru gerade sehr viele neue Kredite auf den Markt bringt, die finanziert werden müssen. Für den Anleger ist das allerdings auch eine Chance, seine Anlage auf mehrere verschiedene Kreditnehmer zu verteilen.
Denn auch wenn bisher von über 100 Krediten kein einziger ausgefallen ist, sind doch einige hart daran vorbeigeschrammt. Was nicht bedeutet, dass dadurch auch der Anleger zu Schaden käme - schließlich steht hinter jedem Kredit auch eine Immobilie die das Kapital absichert.
Und Zinsen von 10% und mehr bedeuten natürlich immer ein Risiko, dass man an sein Geld zumindest nicht zumm geplanten Zeitpunkt wiedersieht. Wem das klar ist, kann bei estateguru weiterhin eine attraktive Geldanlage finden.
Das Bonusangebot gilt leider nur für Neuekunden.

Donnerstag, 7. September 2017

Tiefpreis für Xiaomi Redmi Note 4X

Das Smartphone, das bereits einige meiner Freunde besitzen und mit dem sie recht zufrieden sind, gibt es gerade zum Schnäppchenpreis von knapp 130€ bei Gearbest

Link: https://www.gearbest.com/cell-phones/pp_621141.html?lkid=10914858

Vorsicht beim Versand: keine Expresslieferung wählen, sonst wird auch noch Einfuhrzoll fällig. Bei der vorgegebenen Versandart ist der Zoll schon bezahlt.

Nachtrag: Das etwas schwächer ausgestattete

Xiaomi Redmi 4X Global 

gibt es im Moment mit dem Code harvest200 sogar für 101€!




Mittwoch, 6. September 2017

Estateguru und die Definition von "Ausfall"

In der vonEstateguru unter  https://estateguru.co/home/statistics veröffentlichten Statistik findet man beeindruckende Zahlen. Ein stetig wachsendes Anlagevolumen, 0% Ausfällen. Darunter sind angeblich Zahlungsverzüge von mehr als 45 Tagen zu verstehen.

Nun ist das ja so eine Sache. Tatsächlich merkt man eine hektische Aktivität, wenn man sich der Marke von 45 Verzugstagen nähert, und meiner Meinung nach haben einige Kredite diese Marke schon mal gerissen. Bei den Zinszahlungen vor der Endzahlung wurde dann zumindest eine der beiden ausstehenden Raten nachbezahlt.

Nun bin ich da ja inzwischen gebranntes Kind, denn zuminsest lendico und nun auch moneything haben inzwischen zugegebene, dass sie ausstehende Raten schon auch mal selbst vorgestreckt haben und bei zencap steht der Verdacht gleiches getan zu haben zumindest deutlich im Raum. Kurzfristig nett für den Anleger (und bei moneything wohl auch nur wenige Tage um die Kontinuität der Zahlungsströme beizubehalten), allerdings auch ziemlich irritierend, was die Güte jedweder Statistik angeht. Ein Verzug ist ein Verzug ist ein Verzug und muss als solcher gekennzeichnet sein.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass Estateguru das wirklich genau so tut und immerhin bekommen die Kreditnehmer ja mit, dass die Zahlungen alles andere als pünktlich waren.

Moneything hat einen Kredit, der die Zinsen nicht bezahlt hat, dann allerdings auch recht zeitnah in den Status default versetzt. Das bedeutet nicht nur, dass jede Zahlung und die Verkaufsmöglichkeit auf dem Zweitmarkt ausgesetzt wurde, sondern auch höhere Zinsen, 14% statt 12% in diesem Fall.

Richtig besorniserregend sind natürlich erst die Kredite, die am Ende der Laufzeit nicht bedient werden. Dafür gibt es verschiedene Gründe: fehlende Genehmigungen, geplatze (billigere) Anschlussfinanzierungen, gescheiterte Verkäufe usw. Estateguru verlängert hier recht flott die Laufzeiten (das dürfen sie nach Kreditvertrag bis zu ein Jahr), oft werden nicht einmal die Zinsen bezahlt. In der Regel versucht man dann eine Anschlussfinanzierung. Klar, bringt ja auch neue Spesen. Ist so ein Kredit ausgefallen? Hmm. So richtig noch nicht. Aber so richtig in laufender Zahlung ist er ja auch nicht.

Im jüngsten Newsletter ist zu lesen:

In August, 6 loans were successfully repaid to the investors: Katusepapi development, Mooni st. development loan 2.stage, Õismäe bridge loan, Vana-Aaviku tee 11 development, Veskimöldre II development 1.stage and Hansu st. business loan. All funds amounting to €1 201 443 have been returned to investor portfolios. Altogether, already 70 loans from 172 have been successfully repaid to the investors with an amount of €11 862 928.

Schön. Stimmt sicher alles. Allerdings wurden bei mir eben auch drei Kredite nicht zurückbezahlt. Blöde, wenn man mit dem Geld gerechnet hätte. In einem Fall musste estateguru sogar einen Schritt weiter gehen:
In relation to the delays in T**** avenue loan repayment, the borrower *** OÜ and EstateGuru established a contract on 14th of August 2017 according to which T*** avenue  property was brought to a separate company’s ownership controlled by EstateGuru. *** OÜ has the legal right to buy back the property within 3 months, at the latest on 28th of October 2017. The transaction was established as a mutual agreement between the parties and it is established in the best interest of the investors, to satisfy investors’ claims in a faster manner should it become necessary. As a result to this transaction, the loan contract has been prolonged by 3 months. 
 Keine abwegige Lösung, und sicher im Interesse der Anleger. Aber auch hier noch kein Ausfall?

Wie bereits gesagt, ich habe nicht wirklich Angst um meine Anlagen, bei einem LTV von 70% ist mit einem Totalverlust nicht zu rechnen. Desweiteren gehören Ausfälle eben auch zu zweistelligen Zinsraten, völlig klar. Aber man könnte die Statistiken schon etwas ehrlicher führen. Und alle Kredite, die mit mehr als einer Rate im Verzug sind oder die Endrate auch beim zweiten Versuch nicht stemmen konnten, sind Problemfälle. Damit sollte man auch offen umgehen. Meine Meinung.

Mittwoch, 30. August 2017

Geld im Urlaub

Gerade sind wir zurück von einem dreiwöchigen Urlaub an der US-Südostküste. Genial. Absolut gutes Wetter, obwohl ständig Thunderstorms angekündigt waren. Bis nach Texas kamen wir ja auch nicht.

In den USA zahlt man ja fast alles mit Kreditkarte. Außer beim Tanken, da funktioniert sie meistens nicht (dieser blöde ZIP-Code). Insgesamt hatte ich 4 Karten dabei:

1. Sparkarte der Postbank. Ideal zum Bargeld abheben, Keine Gebühren (bis zu 4 Abhebungen), absolut fairer Kurs.

2. Revolut Kreditkarte (als APP auf dem Handy + Plastikkarte). Vorteil: man kann jederzeit tauschen, sich gute Kurse herauspicken (auch wenn sich ein Vorabtauschen nicht gelohnt hat). 200€ können kostenlos abgehoben werden. Keine Umtauschgebühren, als Prepaidkarte wenig Risiko.Kontaktloses Zahlen bis zu 25$, hat auch sonst fast immer funktioniert.

3. Mastercard von Advancia. 0,25% cashback (damit haben wir alle Hotels bezahlt).Auch hier, relativ fairer Umtauschkurs (allerdings ein klein wenig schlechter als bei revolut), keine Gebühren.

4. Masterkarte von fidor. Fast nicht verwendet, reines Backup. Aber auch hier keine Gebühren und fairer Umtauschkurs.

Revolut finde ich wirklich klasse, gerade für den Urlaub aber auch sonst zum kontaktlosen Bezahlen (mal abgesehen von Pfundtauschaktionen, wofür ich sie eigentlich habe). Auf Dauer bleiben natürlich keine hohen Summen darauf liegen. Wer weiß schon, ob sich dieses Startup sehr lange halten kann. Und vermutlich wird es auch auf Dauer nicht kostenlos bleiben.

Ja und meine p2p-Anlagen liefen drei Wochen fast ausschlißlich im Passivmodus. Länger als eine Stunde habe ich mich insgesamt jedenfalls nicht darum gekümmert. War auch nicht nötig. Statt dessen gab es die zweite totale Sonnenfinsternis in meinem Leben. Schon dafür hat sich die Reise gelohnt. Für irgendwas müssen die Erträge der Anlagen ja gut sein :D




Estateguru Update

In den letzten Wochen gab es in vielerlei Hinsicht Bewegungen bei estateguru. Einige Kredite wurden zurückbezahlt. Dank neuer Angebote war das Geld sehr leicht wieder zu investieren. Wie zu erwarten bei zweistelligen Zinssätzen und inzwischen über 50 Krediten, in die ich bislang investiert bin, treten auch weiterhin einige Problemchen und Probleme auf. Das ist der Prüfstein an estateguru.

Zunächst einmal sind weiterhin einige Kredite immer wieder bis zu zwei Monate mit ihren Zinsen im Verzug. Auffällig ist für mich, dass darunter die aus Riga sehr überproportional vertreten sind. In solche werde ich nicht mehr investieren. Bislang wurden die Zinsen immer nachbezahlt und die Spätzahlung auch durch Strafzinsen ausgeglichen.

Auch bei den nun immer mehr fälligen Rückzahlungen gab es einige Probleme. Der erste Lösungsansatz von estateguru ist es, den Kredit (natürlich zum entsprechenden Zissatz) um etwa drei Monate zu verlängern, um dem Kreditnehmer Zeit zu geben, eine vernünftige Lösung zu finden. Solange die bis dahin fälligen Zinsen bezahlt wurden, sicherlich eine sehr vernüftige Lösung. Alles zu stunden beunruhigt mich allerdings schon etwas. Zwei Kredite wurden auch schon mehrmals verlängert. Einer davon ist inzwischen komplett bezahlt. Auch die ausstehenden Zinsen werden in einem solchen Fall verzinst (davon könnte sich z.B. Funding Circle mal eine Scheibe abschneiden... da wird nicht einmal sas ausstehende Kapital verzinst).

In einem Fall wurde die Sicherheit erhöht. Auch das ist beruhigend. Es wird versucht, aich bei estateguru selbst eine Anschlussfinanzierung zu erreichen. Ich werde allerdings solche Kreditnehmer versuchen zu meiden.

Nur in einem Fall konnte wohl keine Lösung gefunden werden. Der Grundbesitz wurde jetzt an estateguru übertragen, der Kreditnehmer hat drei Monate Zeit, das Geld aufzutreiben und das Haus zurückzukaufen. Dannach wird wohl die Zwangsversteigerung eingeleitet. Ich wünsche natürlich allen Beteiligten, dass das noch ein gutes Ende nimmt, aber auch für den worst case wird das alles andere als ein Totalverlust.

Insgesamt fühle ich mich weiterhin bei estateguru gut aufgehoben. Man lässt nichts anbrennen und geht die Problemfälle an. Die Informationspolitik ist besser geworden und man sieht, dass hinter den Kulissen einiges passiert. Auch falls es zu Ausfällen kommen sollte, rechne ich mit einer zweistelligen Rendite. Die Anlagemöglichkeiten sind zahlreich genug, um eine angemessene Risikostreuung erreichen zu können.

Estateguru bleibt damit auf meine Empfehlungsliste. Auch ich selbst werde dort weiterhin investieren. Für Neuanleger gibt es einen Empfehlungslink, der euch und mir einen Bonus von 0.5% auf die Anlagesumme der ersten drei Monate sichert. Viel Erfolg beim Anlegen!

Mittwoch, 2. August 2017

Meide Funding Circle!

So langsam kommt die bittere Wahrheit ja doch ans Licht. Anleger der ersten Stunde haben bei Funding Circel massiv draufgelegt. Man hat uns anfangs ja ganz schön gelockt mit angeblichen 0% Ausfall und Spätzahlungen - worauf zencap gerne weiterempfohlen wurde. Das war leider kein guter Rat unter Freunden, wenn dann so etwas dabei herauskam:


Leider kein Einzelfall. Auch wenn man aus drei Krediten (der letzte wurde übrigens nach wenigen Monaten zurückbezahlt und hat somit auch kein echtes Geld eingebracht) noch nicht allzusehr verallgemeinern sollte, das Rating war einfach nur hundsmisserabel.

Bis heute kein Wort der Entschuldigung oder ein kleines Angebot einer Kompensation. Bis heute gibt man nicht wirklich zu, dass man a) die Anleger anfangs hinsichtlich der Spätzahlungen getäuscht hat, dass b) massive Verluste der Anfangsanlagen vorliegen.

Die Statistiken geben zwar auch schon einen Verlust preis und man spricht davon, dass man "umgesteuert hat, nachdem die hohen Erwartungen von Funding Circle nicht erfüllt wurden". Nützt uns nichts. Zum Glück wurde in diesem Beispiel nicht weiter investiert, droht doch ein Verlust von 50% der Anlagesumme bei Investition in die beste Bonitätsklasse!

Mein guter Rat lautet heute (und das schon seit über einem Jahr): sucht euch eine andere Anlage. Einer solchen Firma kann man nicht trauen, da kann das Marketing noch so viel erzählen. Auch die Zahlen der nachfolgenden Jahre sehen nicht so gut aus, wie man uns weiß machen will. Auch bei dem Depot oben war ja zunächst alles in Ordnung. Die Ausfälle kommen noch.

Meine letzte und auch nur halbherzige Empfehlung ist übrigens vom April 2015 und spätestens seit 2016 habe ich abgeraten. Davon bringt mich auch keine Werbeprämie ab.

Dienstag, 1. August 2017

Sommerpause bei den P2P-Anlagen

Anfang August. Schwüle Hitze, Gewitter. Sommerferien. Wie schön, dass man selber nicht arbeiten muss, aber dank passiven Einkommens das Geld für einen arbeitet.
Doch dieses Geld kommt ja ebenfalls von Menschen, und auch die scheinen etwas imHitzestau zu stecken. So klemmt es teilweise ganz schön mit den pünktlichen Zahlungen.

Nichts Neues bei den deutschen Plattformen. Funding Circle hat ein paar alte Raten aufgetrieben, dafür sind neue in Verzug. Und da geht es nur ganz selten um wenige Tage. Von denen würde man ja gar nichts mitbekommen, im Vertrag steht der 15. und FC lässt sich ja sowieso bis zum 26. Zeit. Bei lendico, auxmoney und smava ist längst alles entschieden und so gut wie zurückbezahlt. Da schaue ich schon gar nicht mehr auf die Details.

Swaper, twino und mintos interessieren mich diesbezüglich auch nicht. Zwar sind die Zahlungen an individuelle Kredite gekoppelt, dank buyback übernimmt im Zweifelsfall allerdings die Gesellschaft. Das ist im echten Sinn sowieso nur am Rande p2p.

Bondora hat zum Monatsende gerade noch die Kurve bekommen, nur etwa 2% fehlen bis zur Monatsprognose. Die gab es im Juni locker zuviel. Insgesamt sieht die Kurve inzwischen recht glatt aus:

Auch die Zahlungen aus dem Inkasso schwanken zwar, sind aber recht zuverlässig.

Bei Estateguru wurde zum Einen eine Zwangsmaßnahme abgewendet und drei Monatsraten bei einem Kredit nachbezahlt. Zum anderen häufen sich aber die Zahlunsverzögerungen. Instbesondere Riga macht da einen ganz schlechten Eindruck. Auch zwei Rückzahlungen haben nicht stattgefunden - obwohl beide schon in der Verlängerung waren. Insgesamt aber noch kein Ausfall.

Auch die beiden britischen Plattformen haben mit kleineren Problemen zu kämpfen. Recht dubios ist die Situation bei ablrate - ein Kredit sollte vorzeitig abgelöst werden, Die Gründe sind nicht so ganz klar, aber anscheinend war die Grundschuld nicht eingetragen worden. Etwa 70% der Rückzahlung hat dann auch stattgefunden, der Rest soll "soon" kommen.
Ähnliches bei moneything. Eigentlich wäre am 30.7. ein Paket mit mehreren Millionen fällig gewesen, auch hier verzögert sich die Rückzahlung "um ein paar Tage".

Alles kein Ding, solange das gut geht. Im Gegensatz zu den deutschen Dilletanten gibt es ja für solche ungeplanten Verlängerungen Zinsen.

So richtig entspannen kann man sich also auch im Hochsommer als P2P-Anleger nicht. Trotzdem kommt regelmäßig Geld herein - jeden Tag. Das ist doch auch was schönes.

Dienstag, 25. Juli 2017

Estatguru bleibt ausfalllos

Wie angekündigt ein Update, wie es mit den Zahlungsverzügen bei estateguru weiterging. Kurzgefasst: kein Grund zur Aufregung.

Inzwischen bin ich bei rund 50 Projekten bei estateguru dabei. Ausfall bis heute: 0.  Kredite die im Verzug sind: 7, davon allerdings nur 2 über eine Woche.

Heute kam die Zahlung von 3 Monatsraten von meinem Sorgenkind, bei dem ich schon ziemlich mit einem Ausfall gerechnet hatte, samt Versäumsiszinseszinsen (7ct).

Nächster kritischer Termin ist Anfang nächster Woche, ich werde das dann hier als Nachtrag ergänzen.

Insgesamt macht estateguru also einen sehr guten Job. Dass nicht immer alles nach Zahlungsplan gehen kann, liegt in der Natur der Sache. Auch bei einigen Endzahlungen waren Komplikationen aufgetreten - die Lösung besteht meistens in einem neuen Zahlungsplan mit einem Aufschub von 2-3 Monaten. In mehreren Fällen wurde der Kredit dann durch einen neuen abgelöst. Das ist eine faire Lösung, denn jeder kann sich dann überlegen, ob er weiter dabei bleiben möchte oder nicht. Schön wäre noch ein opt-in für die Altanleger.

Die Anlege können sich nun auf der Webseite informieren, ob es Neuigkeiten zu ihren Investitionen gibt. Ob man nun jede automatisch generierte Erinnerungsmail aufführen muss, ist Geschmacksache. Insgesamt aber eine Verbesserung.

Die Rendite beträgt bei mir, weiterhin keine Ausfälle vorausgesetzt, über 11%. Für mit Immobilien besichterte Kredite im €-Raum ist das ein prima Zinssatz. Ich kann also estateguru guten Gewissens weiterhin empfehlen und tue das auch (Link rechts bringt 0,5% Bonus für die Anlagen der ersten 3 Monate).

Die Nachteile sollen auch nicht verschwiegen werden: in der Regel ist das Kapital meist ein Jahr oder länger komplett gebunden. Die Rückzahlung, manchmal auch die kompletten Zinsen, erfolgt dann am Ende der Laufzeit. Zweitmarkt gubt es keinen und es ist auch keiner geplant.
Die Zahl der Kredite ist weiterhin nicht allzu hoch, so muss man oft zwei Wochen oder länger auf eine neue Anlagemöglichkeit warten.

Nachtrag (29.7.) Beide diese Woche nach bereit erfolgter Zahlungshinausschiebung zur Abbezahlung fälligen Kredite haben (kommentarlos) nicht bezahlt. Wer bei estateguru anlegt, sollte deine Geld also nicht zu fixen Zeitpunkten fest einkalkulieren. Andererseits gibt es auch immer wieder vorzeitige (Teil)rückzahlungen.

Bei meinen bis 7/16 vergebenen 33 Krediten sieht damit die Bilanz so aus: 26 haben zurückbezahlt, 4 waren noch nicht fällig (davon sind 2 klassische Ratenkredite, die also im wesentlichen abbezahlt sind) und 3 kämpfen und haben verlängert. 

Samstag, 15. Juli 2017

Bondora - ein halbes Jahr Trading-Bot

Mittlerweile ein halbes Jahr läuft bei mir ein ständiger An- und Verkauf von kleinen Kreditanteilungen, weitestgehend automatisiert. Zeit mal einen vertieften Blick darauf zu werfen.

  • Es gibt mehrere Gründe Kredite auf dem Zweitmarkt zu kaufen. Man kann ein (subjektiv) besseres Portfolio aufbauen oder man kann traden. Die Stregien unterscheiden sich ein wenig. Beim Traden liegt der Gewinn hauptsächlich im Einkauf, denn das zu erzielende Aufgeld ist sehr begrenzt. Die Qualität der Kredite ist hingegen nicht so wichtig, solange man sie gut wieder zu einem höheren oder im Notfall zumindest zum gleichen Preis verkaufen kann. Und zwar am besten vollständig.
  • Micromanagen von Anteilen unter 5€ ist zu aufwendig. Das muss sehr weitgehend automatisch ablaufen.
  • Beim Traden muss die Liquidität erhalten bleiben. D.h. die Haltezeit sollte z.B. deutlich unter einer Woche liegen. Das Aufspüren und Kaufen von Krediten ist absolut zeitkritisch, der Markt sehr eng.
  • Beim Anlegen ist das anders. Hier ist auch eine etwas höhere Kaufpreis akzeptabel, wenn der Kredit einen vergleichsweise höheren Zinssatz und eine excellente Zahlungsgeschichte bietet. Und Liquidität will man ja gerade vermeiden.

Von daher gibt es von meinem Zweitmarktbot auch zwei Versionen. Während ich selbst im Moment noch überwiegend auf's Traden setze sind vier weitere Anlager eher im Anlegemodus unterwegs.

Meine Erfahrungen
  • Funktioniert grundsätzlich. Allerdings muss man damit rechnen, dass nur etwa 80% der Anteile tatsächlich verkauft werden. Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, ob ich nicht vor dem Zahlungstermin radikal rausschmeißen soll. So bleiben halt doch orange und rote Kredite, die die Bilanz belasten. Schließlich betreiben die Käufer bei mir auch Cherrypicking. Im Herbst werde ich das Glattstellen mal testen.
  • Skalierbar ist das nicht. Ich schäze mal, dass mehr als 5-10€/Tag Gewinnspanne vor Ausfällen nicht möglich ist. Bei etwa 300-500€ Umsatz. Der Markt ist hart umkämpft. Und verkäufliche Kredite mit Abschlag sind nur sehr selten zu ergattern, vielleicht 1-2 pro Tag.
  • Ein bisschen Anlegen tue ich natürlich auch. 
  • Im Schnitt beträgt meine Liquidität etwa 300€. Das schwankt zwischen 0 und 1000€. Wenn der Bot mal ausfällt sammeln sich nach einer guten Woche auch mal 3000€ an.
  • Ich habe inzwischen deutlich über 1000 Anteile im Verkauf, fast alle sind unter 25€.
Von den Anlegern die außer mir den Bot nutzen habe ich bislang sehr positive Rückmeldungen bekommen. Anscheinend scheint es genug Angebote zu geben und die sind nicht ganz so zeitkritisch. Allerdings würde sich das ändern, wenn hunderte von Anlegern auf diese Weise investieren, es sei denn sie suchen sich unterschiedliche Nischen. Ich werde das im Auge behalten. Ob die nach starker Filterung vermeidlich  hervorragenden Anteile sich am Ende auch so gut halten wird man sehen müssen. Auf jeden Fall spart ein Bot sehr viel Zeit um zum selben Ergebnis zu kommen wie beim händischen Heraussuchen.

BTW: Die Idee im dem Firefoxplugin ist jetzt drei Jahre alt. Sie kam von "Biertrinker" aus dem p2p-Forum und hat mir ein neues Hobby beschert. Programmieren ist irgendwie nie am Ende :)

Montag, 10. Juli 2017

Funding circle versucht sich in Transparenz

Funding Circle (ehemals Zencap) und Transparenz ist schon seit langem zu einer Art running gag in P2p-Insiderkreisen geworden. Schließlich betont man immer wieder die Wichtigkeit dieser Eigenschaft gegenüber seinen Anlegern, passieren tut jedoch nichts. Oder jedenfalls nicht viel mehr als buzzwords.

Auch heute hat mal wieder jemand einmal heftig ins Fettnäpchen getreten. Seit ungefähr 1,5 Jahren verspricht man bei FC ja hartnäckig, man würde "zeitnah" Statistiken veröffentlichen die beweisen, wie ertragreich das Anlegen bei FC doch ist.

Viele Worte, wenig Taten. Umso überraschender, dass heute mal Ernst gemacht wurde:

Hier sind sie: https://www.fundingcircle.com/de/statistiken - die Zahlen sind zusammengefasst seit Start im März 2014 und werden quartalsweise aktualisiert. Wir starten wie angekündigt mit dieser vereinfachten Form und wollen Schritt für Schritt weitere Informationen hinzufügen.
Quelle: Jakob Carsten, Mitarbeiter von FC in http://www.p2p-kredite.com/diskussion/offizielle-performancestatistiken-zu-funding-circle-t4993,start,15.html

Und tatsächlich waren da Statistiken zu sehen. Aus dem Gedächtnis (s.u.) ca. 65 Mio finanzierte Kredite seit 2014, ca 40% zurückbezahlt und 6% ausgefallen. Von den noch in Rückzahlung  befindlichen Summen weitere ca. 6,5% im Zahlungsverzug. Das alles bei etwa 8,1% durchschnittlicher Zinsrate (vermutlich vor Gebühren).
Ausfälle rund 4 Mio und bezahlte Zinsen nur wenig mehr.

Abgesehen von der Aussagekraft solcher aufsummierten Daten (Kredite die erst seit wenigen Wochen laufen können noch nicht ausgefallen sein, die Prozentzahl sagt also nur, dass es erhebliche Ausfälle gibt) sind das Zahlen, die mir kalte Schauer über den Rücken jagen. Zwar ist es nicht zulässig, die Ausfallrate einfach von der Zinsrate abzuziehen, da die Zinsen ja über mehrere Jahre gezahlt werden. Allerdings aber auch nur für das jeweils ausstehende Kapital.

Auf den ersten Blick kann es gut sein, dass das eintritt, was ich lange schon mutmaße: der durchschnittliche Anleger macht bei FC Verlust. Zumal FC auf der Statistikseite selber einräumte, dass mit einer Rückzahlung nach über 3 Monaten Zahlungsverzug wohl nicht mehr zu rechnen ist. Und das geht ganz schnell! Vor allem bei dem Eifer, den man beim Eintreiben an den Tag legt...

Anscheinend wurde diese Offenheit dann doch irgendjemand bei FC zu heiß. Die Seite war nicht mal eine Stunde lang online. Seitdem sieht man unter diesem Link nur noch


zu lesen. Klar, eine kleine technische Panne. Oder müssen die Daten doch noch mal neu aufbereitet werden? Damit man nicht gleich erkennt, dass man hiervon besser die Finger lässt? Lassen wir uns überraschen. FC und Transparenz, wie gesagt immer einen Lacher wert.

Update: Inzwischen sind neue Statistiken online. Diese beweist meine Behauptung, dass der durchschnittliche Anleger bei zencap mit Verlust aus der Sache herauskommt.

Eine Trendwende sehe ich seither ehrlich gesagt nicht. Alles ab 2. HJ 16 ist viel zu neu, als das eine Aussage möglich wäre. Und das erste HJ 16 hat auch eine erbärmlich Rendite - wobei da durchaus noch mit weitere Ausfällen zu rechnen ist.

Eine Aufschlüsselung nach Ratings sucht man vergeblich. Und das ist mein Hauptkritikpunkt: wenn man Anlegern A+ - Ratings anbietet, dürfen davon nicht 20% ausfallen. Genau das ist aber mein Eindruck.
Gemäß FCs Definition sind bei mir über 10% ausgefallen und das obwohl ich über 80% in den Ratingklassen B oder besser investiert habe. Die bezahlten und noch zu erwartenden Zinsen decken das nicht ab. Falls nichts mehr ausfällt und ich die Boni mit einberechnet die es am Anfang mal gab, komme ich am Ende zu +-0 heraus.
FC gibt mein "jährliches Renditepotential" übrigens immer noch mit 4% an. Soviel einmal mehr zur Transparenz.

Es gibt eindeutig bessere und risikoärmere Anlagen. Z.B. Staatsanleihen aus Venezuela :)

Samstag, 8. Juli 2017

Mintos: Aufregung für Eurocent-Anleger

Mintos arbeitet ja mit einer ganzen Reihe von Kreditanbietern zusammen, die sich über die Plattform refinanzieren. Kredite werden mit bis zu dreistelligen Zinssätzen verliehen, der Anleger bekommt in der Regel zwischn 8 und 13%, der Rest ist Marge und deckt natürlich bei buyback-Versprechungen das ziemlich hohe Ausfallrisiko mit ab.

Mintos treibt ständig neue Anbieter auf, im März war das Eurocent, ein polnischer Anbieter. Nachzulesen unter https://blog.mintos.com/polands-eurocent-joins-mintos-marketplace/.

Allein, die Zusammenarbeit währte nicht sehr lange, schon im Juni musste Mintos die Reißleine ziehen, da es Verzögerungen bei der Rückzahlung einer Anleihe gab: https://blog.mintos.com/platzierung-von-neuen-eurocent-krediten-ausgesetzt/.

Seither sind die Anleger gelinde gesagt etwas beunruhigt. Schließlich stehen noch gut 500.000€ aus, die zwar noch bedient werden, aber wie lange noch? Vergleiche hierzu auch die Diskussionen unter http://www.p2p-kredite.com/diskussion/eurocent-polen-zweitmarkt-handel-ausgesetzt-ausfallrisiko-t4817,start,75.html.

Festzustehen scheint, dass die buyBack-"Garantie" in solchen Fällen nicht viel wert ist. Das muss man sich immer wieder klar machen. Und dann sitzt man auf einer Menge Kleinanteilen von unbesicherten Krediten in Polen. Keine schöne Vorstellung, 

Eurocent ist übrigens weiterhin in Schwierigkeiten, obwohl die Anleihe bezahlt werden konnte. Angeblich hat man den Vergleich beantragt und es ist von einer Quote von 50% die Rede
https://obligacje.pl/pl/a/eurocent-mysli-o-rolowaniu-i-ratalnej-splacie-wymagalnych-obligacji



Was mit den Mintos Anlegern passiert ist noch überhaupt nicht abzusehen.

Ich bin übrigens nicht betroffen. Was nicht heißen soll, das es mich nicht auch hätte erwischen können. Wer sich in Gefahr begibt, wird darin untergehen. Manchmal zumindest.

Eine solch schnelle Pleite wirft für mich kein gutes Licht auf Mintos. Etwas genauer sollte man sich seine Partner schon ansehen. Ich hatte meine Anlagen ja schon reduziert, dachte aber an ein Wiederaufstocken nachdem mich twino gerade auch nicht mehr begeistert. Daraus wird nun vorerst nichts.

Nachtrag (Anfang August): die BuyBack-Garantie ist im Moment ausgesetzt worden. Die noch stattfindenden Rückzahlungen werden weitergeleitet. Etwa 35k€ sind nun im (im wesentlichen uneintreibbaren) Inkasso - so schnell kann's gehen. EC sucht weiterhin nach Kapitalgebern, im Erfolgsfall könnte es bei einem Schrecken bleiben. Klappt das aber nicht, bleiben die ANleger auf Verlusten sitzen.

Freitag, 7. Juli 2017

Bei estateguru wird es spannend

Nach und nach werden immer mehr Kredite zur Rückzahlung fällig und viele zahlen auch vorzeitig, so heute um über ein Jahr zu früh und nach nur vier Monaten. Darüber, dass zwei Rückzahlungen (von etwa 20 bisher bei mir fälligen) verschoben werden mussten, habe ich ja schon berichtet. Über diese Fälle gibt es bislang noch nichts Neues. Und während ich diese Zeilen schreibe trudelt gerade eine Information über eine weitere partielle vorzeitige Rückzahlung ein. Auch das ist nicht selten. Der komplette Betrag (ca weiter 85%) ist allerdings schon am 22.7.17 fällig. Will man da wirklich ein paar Zinsen für zwei Wochen sparen? Nach näherem Hingucken ist es eher so, dass der Kredit mprgen fällig gewesen wäre und man einen Zahlungsaufschub für den größten Teil gewährt. Leider war die Informationsmail sehr sehr vage. Egal.

"We would like to inform you that you have got an agreed partial repayment from Uusküla development 2 loan in amount of EUR 38.70. You are invited to particpate in all our currently active projects."

Die monatlich fälligen Rückzahlungen klappen größtenteils recht gut, mit wenigen Tagen Verzögerungen. Der dadurch angerichtete "Schaden" wird inwischen durch zusätzliche Zinsen, meist im einstelligen Centbereich, ausgeglichen und estatguru berichete inzwischen auch darüber, was bei Zahlungverzögerungen für Schritte eingeleitet werden. Insgesamt eine spürbare Verbesserung.

Spannung bei Krediten ist ja nicht gerade das, was man braucht (egal auf welcher Seite man steht). Im Moment habe ich zwei extreme Spätzahler. Einer davon ist inzwischen die dritte Zinsrate schuldig geblieben. Estateguru hat reagiert und über den "Bailiff" (eine Art Gerichtvollzieher) eine ernsthafte Zahlungsaufforderung mit Fristsetzung und Androhung der Zwangsversteigerung zustellen lassen.

Dass so etwas bei etwa 50 verschiedenen Krediten passieren wird war abzusehen. Im Vergleich zu anderen Plattformen, insbesondere in Deutschland, ist das eine sehr geringe Quote mit ernsthaften Zahlungsproblemen, die auch meine Rendite (noch) nicht ernsthaft bedroht. Falls es wirklich zum Totalausfall käme. Da die Besicherung über einen Grundbucheintrag aber ca. 150% beträgt, ist hier noch das Substantiv "Spannung" statt "Sorge" angebracht. Ich werde weiterhin berichten.

Es wird davon abhängen, wie estateguru solche Fälle abwickelt, bevor ich entscheide, noch mehr zu investieren. Nach Bondora liegt hier bereits (zusammen mit dern beiden britischen Plattformen) mein höchster Einsatz.

Im Moment kann ich estateguru mit einer Rendite von 11% und ohne bisher stattgefunden Ausfall weiterhin empfehlen. Neue Anleger, die sich über den Banner (rechts) anmelden, erhalten für ihre Investition der ersten 3 Monate 0,5% cashback.

Samstag, 24. Juni 2017

Bondora im 1. HJ 17

Weiterhin steht mein größter Posten P2P-Anlagen bei Bondora. Allerdings investiere ich schon sehr lange kein neues Kapital mehr und habe inzwischen etwa 20% des ursprünglichen Einlagebetrags abgezogen. Das deckt gut die Steuern, die ich für die Anlagen dort bezahlen musste.

Etwa das zehnfache meiner Einlage hatte ich in Anteile angelegt. Natürlich nicht gleichzeitig. Pro Monat gehen ca. 10-15% an neue Anlagen, meist auf dem Zweitmarkt, und etwa die gleiche Summe kommt über Verkäufe und Rückzahlungen wieder herein.

Die Summe meiner ausgefallenen Kredite ist in den letzten Monaten mehr oder weniger konstant geblieben. D.h. die Rückzahlungen und Verkäufe gleichen Neuausfälle und Käufe in etwa aus. Käufe waren es in diesem Jahr runf 1,7k mit einem Abschlag von knapp 50% im Schnitt. Hinzu kommt eine etwas größere Summe an bereits wieder verkauften Anteile (die zum Teil erst in diesem halben Jahr ausgefallen sind), diese Geschäfte gingen in der Summer erstaunlicherweise exakt mit 0 Gewinn/Verlust auf.  Auch ältere ausgefallene Kredite habe ich verkauft. Dabei fiel ein Verlust von gut 500€ in diesem halben Jahr an.

Diese Verluste sind natürlich mit den restlichen Zweitmarktgeschäften zu verrechnen. Übrig bleiben etwa 400€ an Gewinn in diesem Halbjahr. Das ist deutlich weniger als letztes Jahr.


Die von Bondora angezeigte Rendite sinkt erstmals unter 25%. Das liegt natürlich an den hohen Ausfällen, die ca. 60% meines Portfolios ausmachen und von denen etwa 1/3 des ausstehenden Kapitals hätte zurückbezahlt werden müssen (nach den tatsächlichen Rückzahlungen). Ein weiterer Grund liegt an den DCA-Gebühren, die in diesem Jahr schon 850€ ausmachen. Ohne diesen wäre meine Rendite angestiegen.

In diesem Halbjahr habe ich 2200€ an Zinsen vereinnahmt, fast dieselbe Summe (nach Gebühren) kam von ausgefallenen Krediten, rund das Doppelte an Tilgungen.

Meine prognostiziere Rendite vor Steuern liegt unter Berücksichtigung von Abschreibungen bei etwa 15% p.a.

Mein Zeitaufwand ist deutlich geringer geworden. Das liegt an den Bots, die mittlerweile den Zweitmarkt in dem für mich interessanten Sektor völlig beherrschen. "Gute" Kredite mit Abschlag sind nur noch sehr sehr selten zu finden. Kredite zu pari kaufe ich automatisiert. Auch auf dem Erstmarkt kaufe ich nur per Bot. Praktisch alle Käufe gehen sofort wieder auf dem Markt, mit einem recht kleinen Aufschlag von in der Regel 1-3%. Auch davon das meiste automatisiert.

Ich habe wieder recht viel Programmieraufwand betrieben. Das Interesse von anderen hält sich erstaunlichweise sehr in Grenzen. Obwohl meine Tools sehr ausgereift sind (der Zweitmarktbot ist allerdings gerade under construction), ist praktisch niemand bereit, einen Betrag im unteren zweistelligen Bereich zu investieren, um sich viel Zeit zu ersparen. Stört mich nicht. Das was da reinkommt, deckt den zusätzlichen Aufwand sowieso nicht. Manchmal kamen allerdings interessante Ideen. Mein "Baukasten" ist inzwischen soweit, dass ich auch Wunschideen umsetzen konnte. Auch das als Hobby und nicht weil die Zeit angemessen bezahlt würde.

Schade ist, dass Bondora dauert Änderungen vornimmt. Davon sind praktisch keine zum Vorteil des Anlagers. Wer naiv an die Sache herangeht, wird bei Bondora keine Gewinne machen können. Wer bereit ist Zeit zu investieren und das System durchschaut, kommt nach meiner Meinung nach auf gut zweistellige Gewinne. Wobei sich ein ganzer Klumpen an ausgefallenen Krediten ansammelt. Damit muss man leben können. Und einiges davon kommt ja wieder zurück. 

Wer noch nicht bei Bondora registriert ist möchte sich vielleicht folgendes Angebot ansehen.


Donnerstag, 15. Juni 2017

Mintos, Swaper, Twino

Natürlich gibt es weitere P2P-Plattformen mit gleichem oder ähnlichen Format, aber das sind die drei, in die ich bislang investiert habe. Mit allen drei war ich soweit sehr zufrieden.

Mintos

war die erste P2P-Plattform der drei, ich die ich investiert habe. Anfangs waren es ausschließlich besicherte Hypothekenkredite mit recht langer Laufzeit und zum Teil sehr hohen Zinssätzen > 15%. Rasch kamen mit Automobilen besicherte Kredite hinzu, dann wurde die Buyback-Garantie für Kredite mit 60+-Tagen in Verzug erstmalig eingeführt. Seither hat sich viel geändert und ständig kommen neue Anbieter unter dem Mintos-Dach hinzu. Dabei gibt es viele, zum Teil undurchsichtige Verflechtungen mit der Minto-Mutter.
Durch die Vielzahl an Angeboten ist das ganze etwas unübersichtlich geworden, andererseit hat man natürlich auch eine große Auswahl. Ich habe mich auf Kreditanteile mit kurzen Laufzeiten, BuyBack und Zinsen mit 11%+ spezialisiert.
Das klappt (inzwischen wieder) hervorragend. Alle wird automatisch reinvestiert. Bis heute keine Ausfälle und eine Rendite von rund 12%. Nachdem ich vor einem knappen Jahr einiges Geld abgezogen hatte, bin ich nun gerade dabei, mein Investition wieder aufzustocken.


Swaper

war bei mir von Abfang an ein Supererfolg. Ich habe recht schnell 5k einbezahlt um auf die 2% Bonuszinsen zu kommen und so auf 14% Rendite. Außer am Wochenende funktioniert das Autoinvest ziemlich gut und ich muss mich um nichts weiter kümmern.
Die Webseite ist zwar ziemlich häßlich und einige wünschenswerte Funktionen fehlen, aber für Faule ist swaper eine ideale Anlageplattform.

Twino

ist leider ziemlich überrannt so das das Autoinvest nicht mehr wirklich klappt. Auch hat man die langlaufenden Kredite von BuyBack auf PaymentGarantie umgestellt, so dass man ggf. zwei Jahre lang an ausgefallene Kredite gebunden ist, diese kann man nämlich nicht mehr verkaufen. Im Moment gibt es allerdings immer mal wieder Kurzläufer zu 11%. Ich habe hier alle lange laufenden Kredite verkauft und etwa ein Drittel mein Einlagen abgezogen. Die beiden andren Plattformen gefallen mir gerade besser.

Alle drei Plattformen haben einen Zweitmarkt, so dass ein vorzeitiger Ausstieg möglich ist. Kredite ohne Verzug verkaufen sich in der Regel innerhalb weniger Minuten bis Stunden.

Man sollte sich natürlich auch der Negativpunkte bewusst sein, die für alle drei Plattformen gelten:
  • Das Plattformrisiko ist beträchtlich. Im Fall einer Insolvenz ist das angelegte Geld nur sehr schwer zurückzuholen
  • Die von den Kreditnehmern verlangten Zinssätze sind dramatisch höher als das, was die Anleger bekommen. Man beteiligt sich im am Kapitalismus in seiner reinsten Form.
Logisch, zweistellige Zinssätze bedeuten zwangsläufig hohes Risiko. Wer sich dessen nicht bewusst ist hat das Prinzip nicht verstanden. Man sollte also nicht  seine komplette Altersvorsorge hier investieren. Als Beimischung und eher kurzfristig abziehbare Anlage allerdings für mich empfehlenswert.

Samstag, 3. Juni 2017

Lesefutter..

Obama hat's getan und Zuckerberg und beide waren begeistert...
Die Rede ist von der chinesischen Trilogie aus den späten Nullerjahren, die inzwischen komplett auf englisch vorliegt und der erste Band auch auf deutsch "The Three Body Problem" von Cixin Liu.

Vorsicht, dafür braucht ihr Zeit. Das ganze Epos hat weit über tausend Seiten und man muss zum Teil schon recht aufmerksam lesen um nicht nur dem Hauptplot folgen zu können.

Ich habe bislang die ersten beiden Bände gelesen und freue mich auf den dritten, der wohl den ganzen Plot nochmal ganz herumreisst denn eigentlich ist gerade schon ein gutes Ende erreicht.

Die Menschheit verdient ihre Vernichtung

So könnte man den ersten Band zusammenfassen. Die Bedrohung kommt von außen, aus einem benachtbarten Sonnensystem, kosmisch gesehen ein enger Nachbar, dennoch eine Entfernung, die selbst für eine fortgeschrittene Zivilisation erst in Jahrhunderten zu überwinden ist.

Nicht nur nebenbei geht es aber um die Vergangenheit der chinesischen Gesellschaft, genauer die Kulturrevulution und deren Auswirkung auf kommende Generationen.

Liu schreibt "harte" SF und natürlich setzt er Prämissen, die unseren (momentanen) physikalischen Erkenntnisse widersprechen. Dennoch ist die Story in sich stimmig und man kann diese Annahmen gut akzeptieren.

Ein Teil des Wallfacer-Plans

Die weiteren Bände sind wie gesagt erstmal nur auf englisch vorhanden. Auf den ersten Seiten sollte man sich, auch wenn man den Sinn zu nächst nicht versteht, sehr gut konzentrieren, sie spielen später eine entschiedende Rolle. Obwohl ich nicht der Held des Englischen bin, konnte ich dan Roman gut verstehen (allmählich sammle ich Praxis), einzig mit den chinesischen Namen hatte ich immer mal wieder Schwierigkeiten.

Die Bücher sind sehr spannend geschrieben, auch wenn einem das Abtriften ins philosophische mitunter arg auf die Geduldsprobe stellt. Liu schreibt witzig und bringt immer wieder überraschende plot twists. Ich liebe solche Universen, die in sich stimmig sind und umfangreich ausgearbeitet. Schließlich geht es über 200 Jahre in die Zukunft.

Jetzt freue ich mich auf den dritten Band. Hier gibt es die Bücher bei Amazon (als ebooks oder echte Bücher):

Büchern von Liu von mir eine deutliche Empfehlung.

Näheres auch unter http://www.tor.com/2015/07/06/you-should-know-what-the-fermi-paradox-is-before-reading-the-dark-forest/

Mittwoch, 31. Mai 2017

Gibt lendico auf?

Wie schon angesprochen, bekommt lendico schon seit Wochen keine vernüftigen Abrechnungen mehr zu Stande. Zwar gehen weiterhin Zahlungen ein, doch niemand kann nachvollziehen woher diese kommen und auch Abbuchungen werden nirgendwo angezeigt.
Gerade für die Altanleger für die ein eigenes "Kulanzdashboard" eingerichtet worden war, ist nichts mehr klar. Nirgendwo ist ein Zahlungsstrom nachvollziehbar, auch der Depotbestand ist seit über einem Monat nicht mehr aufrufbar.

Sollten wir uns Sorgen machen? Spätestens seit heute meine ich "JA!". Denn nun ändert lendico seine AGBs. Und da steht nun:

Darunter sind die im Forderungskaufvertrag näher beschriebenen Dienstleistungen und Tätigkeiten zu verstehen, die der Back-Up Servicer anstelle von Lendico oder der Lendico Connect übernimmt, wenn diese zur Erfüllung ihrer Dienstleistungen und Tätigkeiten unter dem Forderungskaufvertrag dauerhaft oder vorübergehend nicht in der Lage sein sollten, etwa bei Eintritt eines Insolvenzereignisses [...]

Offensichtlich baut man vor. Das ist ja an sich ein vorausschauender Akt. Lässt aber nichts Gutes ahnen. Genau der als fett markierte Teil liest sich in der Mailmitteilung übrigens etwas anders:

  • Nach Abschluss der Einrichtungsmaßnahmen wird der Back-up Servicer einspringen und bestimmte Leistungen übernehmen können, sollte Lendico in einem möglichen Störungsfall, zum Beispiel aufgrund technischer Umstände, dauerhaft nicht in der Lage sein, Leistungen unter dem Forderungskaufvertrag für die Anleger zu erbringen.
  • Wenn ein solcher Störungsfall eintritt, werden die Anleger darüber informiert werden. Die bisher entsprechend der Forderungskaufverträge von Lendico einbehaltene Servicegebühr wird in diesem Fall vom Back-up Servicer vereinnahmt.
 Es kann sich jeder sein eigenes Urteil dazu bilden. Mein Bauchgefühl sagt nicht gut. Leider gibt es keine Ausstiegsmöglichkeiten.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Erste Erfahrungen mit Revolut

Revolut ist eine handybasierte Kreditkarte. D.h. die komplette Kontenverwaltung ist einzig über eine App möglich (wie üblich, Android oder IOS, keine Windows).

Das Herausragende ist, dass eingezahltes Guthaben in €, Pfund, US$ und neuerdings auch Schweizer Franken und polnische Zloty geführt werden kann. Und zwar nicht nur in einer dieser Währung sondern allen zu Gleich. So macht man seine Einzahlungen in € und tauscht dann per App in eine der anderen Währungen um, die man dann ausgibt. Als Zahlung per Kreditkarte oder Überweisung an ein Bankkonto.

Das ist alles nicht nur hipp und cool sondern kann massiv Geld sparen. Der Umtauschkurs ist wirklich fair und es fallen in der Regel keine Gebühren an (solche gibt es bei Umtausch am Wochenende, da dann kein echter Kurs existiert oder bei Einzahlung per Kreditkarte).

Für im Moment 6€ kann man sich eine echte Kreditkarte zuschicken lassen (dauert bei mir aber schon knapp 3 Wochen, angekommen ist sie noch nicht), mit der man dann weltweit und wieder zu fairen Umtauschkursen (bzw. direkt vom entsprechenden Währungsguthaben) am Geldautomaten abheben kann. Bis zu 200€/Monat abzuheben ist gebührenfrei, danach sind es zwei Prozent Gebühren.

Anwendungsmöglichkeiten gibt es viele: vom Zahlen im Urlaub über Bezahlen in chinesischen Onlineshops ohne Umtauschgebühren bis zum Transferieren von Geld auf britische P2P-Plattformen.
Es gilt allerdings ein Limit für Umtauschaktionen von zur Zeit 6000€/Kalendermonat, danach sind wieder Gebühren fällig (0,5%).

Die Laufzeit ist allerdings im Normalmodus nicht gerade herausragend. Sowohl die Ein- als auch die Auszahlung hat bei mir jeweils zwei Tage gedauert. Das kann man beschleunigen, indem man per Kreditkarte einzahlt (1% Gebühr, Gutschrift sofort) oder bei der Auszahlung 5 Pfund Gebühr abdrückt (Gutschrift soll dann am selben Tag erfolgen).

Schwierig war bei mir die Verifikation. Eigentlich per App sogar unmöglich. Der Kontakt zum in-App-Support ist sehr zeitverzögert. Es ging dann sehr gut, als ich ein PDF-Dokument mit den erwünschten Daten in der App zum Support hochgeladen habe. Ein entsprechender Hinweis kam allerdings nicht.

Vorläufiges Fazit: prima Idee, auf jeden Fall als zusätzlicher Service empfehlenswert. Allerdings werden ständig weitere Beschränkungen eingeführt oder gebührenpfichtig. Klar man will Geld verdienen. Das Abhebelimit ist für einen Urlaub sehr knapp bemessen. Der Support wird generell bemängelt, ich habe ihn als einigermaßen kompetent aber sehr überlastet empfunden.

Dienstag, 23. Mai 2017

Was Bondora so unter Transparenz versteht...

Zeit, sich mal wieder über Bondora zu ärgern...

Ein schönes Zitat aus Bondoras neuestem Blogeintrag:
We believe not only in sharing data but making it more accessible and clear.
Wunderbar. Stimmt auch in vielen Bereichen. Bondora veröffentlicht in der Tat viele Statistiken, die andere Plattformbetreiber alt aussehen lassen. Das ist vorbildlich.

Allerdings kam gerade gestern eine Mail der ganz anderen Art. Bondora hat darin angekündigt, knapp 20 Kriterien zur Krediteinschätzung in Zukunft nicht mehr zu veröffentlichen. D.h. konkret, dass ein potenzieller  Anleger in einer Woche u.a. keine Angaben mehr zu Use of Loan, FreeCash, EmploymentStatus, MaritalStuts,... mehr einsehen kann.

Nach mehrmaligem Nachfragen:

".. but it will be integrated into our updated credit scoring model, so that it's not necessary to visualize it separately anymore.  That is why some of the data points currently sent via the APIs from the personal loan business to the investment platform will become obsolete for separate usage. This new improved flow will also improve the quality of the loans and will allow the investors to get the loans faster."
Wow. Improvement. Quality. Faster. Bigger, better. Was für ein bullshit.

Ich habe viele Stunden für eine eigenes Scoring aufgewandt, dem man nun die Grundlage entzieht. Damit alles besser wird. Danke auch.

Der einzige Funke Transparenz ist, dass man das diesmal wenigstens ankündigt. Eine Woche vor der Änderung. Damit die mühsam programmierten API-Programme angepasst werden können. Weil man ja sonst Bondora verklagen könnte, weil sie nun falsche Daten liefern.

Ich werde meine Investments auf dem Erstmarkt aussetzen und erst einmal weiter beobachten. Ist einmal mehr keine vertrauensbildende Aktion. Eben richtig Bondora-ish, wie jemand das sehr schön auf Facebook kommentierte.

Sonntag, 14. Mai 2017

Geld verdoppeln bei Bondora?

Vorsicht, die Überschrift ist reißerisch!

Zunächst einmal ist es überall, wo eine positive Rendite zu erwirtschaften ist, möglich sein Geld zu verdoppeln. Das ist nur eine Frage der Laufzeit. Einen Anhaltspunkt dafür gibt die sogenannte 70er-Formel, die zumindest bei kleineren Zinssätzen recht zuverlässig die Laufzeit abschätzen lässt: man mus einfach nur 70 durch den Zinssatz in Prozent teilen um die notwendige Laufzeit in Jahren zu bekommen.

Beispiele: Tagesgeld 0,5% -> 140 Jahre bis zur Kapitalverdopplung.
Mintos & Co.: 10% -> 7 Jahre
Swaper: 14% -> 5 Jahre.

Aller nutürlich under den Voraussetzungen, dass nichts ausfällt und man auch schön alle Rückflüsse wieder anlegt.

Die Frage, die ich mir in der Überschrift stellte ist jedoch ob man das mit einem einzigen Kredit schafft. Und jetzt mal abgesehen von den 250%-HR-Spaniern, bei denen das natürlich denkbar ist aber von denen auch 90% ausfallen, bevor man auch nur seine Einlage wieder gesehen hat.

Schätzen wir mal ab: Die maximale Laufzeit bei Bondora beträgt 5 Jahre. Nach der Faustformel von oben wären also 14% notwendig. Aber Vorsicht, Denkfalle. Bei nur einem Kredit findet ja keine Wiederanlage statt. Grob abgeschätzt wird das Kapital im Mittel ja nur die Hälfte der Laufzeit verzinst. Also 28% (bei genauerer Rechnung wären auch 26% ausreichend). 28% war eine Zeitlang mal der quasi-Standardzins bei Bondora. Also müssten solche "Verdopplungskredite" ja im Depot zu finden sein.

Nun sind 5 Jahre doch sehr lange, und die wenigsten von uns dürften so lange bei Bondora dabei sein. Auch gab es damals noch keine Kredite mit so langer Laufzeit, die war da nur 36 Monate.

Egal. Schaun wir mal ins Depot. Bei mir finden sich genau zwei Kredite mit über 200% Rückfüssen. Beides HR-Spanier, mit "nur" gut 70% Zinssatz. Bei einer Laufzeit von 5 Jahren hatten sie nach gut 2,5 Jahren zurückbezahlt und so Rückflüsse von 250% bzw. 260% generiert.

Knapp an der Hürde sind auch zwei Esten von 2013, mit besagten 28%. Beide waren jedoch ausgefallen und musste, wie damals üblich, hohe Strafzinsen bezahlen.

Den höchsten "normalen" Zuwachs habe ich mit 70% bei einem Kredit mit 30% Zinsen gefunden. der während der 3 Jahre Laufzeit jede einzelne Rate pünktlich bezahlt hat. XIRR beträgt sogar 34%.

Also die Antwort lautet: bei einzelnen Krediten ist das nur in Ausnahmefällen möglich. Im Schnitt wird mal halt Bondora auch "nur" auf 10-14% Rendite kommen und muss sich daher bei Wiederanlage mindestens 5 Jahre gedulden. Wenn nichts Ernstes dazwischenkommt.

Freitag, 12. Mai 2017

Zahlungsverzüge bei Estateguru

Vorweg: noch immer ist bei estateguru kein einziger Kredit ausgefallen, Bei Zinsen von im Schnitt gut 11% ist das gegenüber z.B. lendico oder Funding Circle ein riesiger Vorteil.

Da alle Kredite zudem über Grundbesitz besichert sind, ist auch das Verlustrisiko begrenzt. Ob man im Fall eines Falles alles Geld wiedersieht, wage ich jedoch zu bezweifeln. Aber ein paar Verluste wären bei der Rendite ja auch gut wegzustecken.

Wie sieht es mit der Zahlungsmoral aus und wie geht estateguru damit um?

Die meisten Kreditnehmer bedienen ihre Zahlungen pünktlich oder mit nur 1-3 Tagen Verspätung. In der Regel sind während der Laufzeit nur Zinsen fällig. Bei etwa einem Viertel meiner Kredite kommt es zu deutlichen Verspätungen bei der Zahlung.

Estateguru informiert die Anleger nicht über solche Verspätungen (zumindest nicht bei bis zu 5 Wochen Verspätung - mehr habe ich noch nicht erlebt.) Inwieweit ein Mahnverfahren durchgeführt wird, bleibt im Dunkeln.

Nach einigen Beschwerden der Anleger gibt es nun seit Mai 2017 Zinsen für die verspäteten Zahlungen:

EstateGuru is happy to announce that as of April the borrowers are obligated to pay an indemnity for all overdue interest payments on the basis of 18% p.a. The indemnity payment will be applied to all overdue interest payments and after four days of delay. The calculated indemnity payment will be added to the following period's payment.
Das ist eine gute Änderung, auch wenn der Effekt eher das Gerechtigkeitsgefühl anspricht als die Brieftasche. Bei Zinsen meist im einstelligen Eurobereich (entspricht Anlagesummen im dreistelligen Bereich) sind es meistens nur 1ct - Beträge um die es da geht. Aber immerhin, ich empfinde das als fair.

 Nun habe ich auch das erste Mal den Fall, dass die Zahlung der Tilgung nicht stattfand. Und das gleich bei zwei Krediten. Zunächst einmal gab es keine Information durch estateguru, nach knapp zwei Wochen dann folgende Mail:
We wish to inform you that EstateGuru is aware of the overdue payment of the xxx development loan and we are in close contact with the borrower. The borrower is actively working towards refinancing the loan which is acquiring more time than estimated. EstateGuru has been involved in the refinancing process and we have evidence that the borrower has acquired several offers for refinancing from which the best will be formulated in the near future.
We are expecting a full repayment of the loan and the respective interests in the near future. Meanwhile, according to the user terms point 9.2. EstateGuru's investors are earning an overdue interest of 15% in addition to the interest rate established in the loan contract. The overdue charge will be calculated until full repayment of the loan.


EstateGuru apologizes for the inconveniences and will keep the investors informed of all changes.
Vom zweiten Verzug (der ein paar Tage später fällig gewesen war, habe ich noch nichts gehört. Hmm. So ganz zufriedenstellend finde ich das nicht - insbesondere waren auch sämtliche Zinsen zum Laufzeitende fällig und zumindest diese hätten pünktlich bezahlt werden müssen (wer Zinsen refinanzieren muss hat wohl ein echtes Problem). Schau wir mal, wie das weitergeht. Wirklich Sorgen mache ich mir noch keine.

Kurz vorher gab es bei einem anderen Kredit die folgende Mitteilung:
We are hereby informing you that the xx development loan will be extended for 2 months.
The purpose of the extension is that the bank refinancing process requires additional time to get finalized. The borrower will pay the investors an additional 3% interest for the period from the end of the initial loan due to the final repayment of the loan. Therefore, the new cumulative interest rate for the borrowers is 14.5%.

According to the EstateGuru user terms point 15.2 the portal operator remains the right to extend any due term for payment. Therefore, the loan period of the xx  development loan will be extended for 2 months. The loan will be repaid to the investors by 20.06.2017 in a manner that matches the initial repayment type agreed on the loan contract.
New repayment schedule will be available under the documents' section shortly.​
EstateGuru team apologizes for any inconveniences this may cause and is ready to answer all concerns you may have!
Das ist für mich das deutlich professionellere Vorgehen. Wie man es noch besser machen kann, zeigt z.B. die britische Plattform moneything, die in der gleichen Branche arbeitet. Hier wird immer sehr zeitnah informiert. Bei jeder Verlängerung gibt es ein opt-out-Recht und durch den sehr gut funktionierenden Zweitmarkt kann man sowieso praktisch jederzeit aus jedem Kredit aussteigen.
 

Fazit: die Kommunikation mit den Anlegern hat noch Luft nach oben. Die Zahl der unpünktlichen Zinszahlungen ist für meinen Geschmack zu hoch. Ansonsten bin ich mit estateguru weiterhin sehr zufrieden und lasse sie auf meiner Empfehlungsliste. (Anmeldung über diesen Link bringt dem Neukunden und mir je 0,5% der Anlagesumme der ersten Monate).
Ich werde berichten wie es in den Fällen weiterging.

Uodate (17.5.) Bezahlt wurde leider noch nichts. Aber Estateguru hat weiter an der Transparenz gearbeitet. Bei den einzelnen Krediten gibt es nun einen neuen Reiter mit Updates:

EstateGuru is happy to announce the launch of the new "Recent updates" section which will be used to publish information regarding loans and respective payments!

The update section can currently be found under each investment opportunity and will be available only when an update has been published. In the future, all relevant updates will be presented through a notification. 
 Dazu muss man in die Detailansicht gehen. Man findet dann z.B.

Bailiff has forwarded the borrower a letter on behalf of EstateGuru informing the borrower of the 10 day deadline which the borrower has for repaying the loan amount and the cumulative interest. When the borrower fails to fulfill his obligations then EstateGuru will be enforced to give security agent the task to start the realization process for the collateral property. When the cumulative interest and overdue charge is paid within the expressed timeframe, then according to the user terms point 15.2 EstateGuru has the right to extent the loan period by up to 12 months.
Mal sehen, was nach zehn Tagen passiert... das sieht mir im Moment noch sehr nach Textbausteinen aus.

Wer sich mit Anlagen in britischen Pfund anfreunden kann, sollte sich als Alternative unbedingt moneything ansehen. Hier geht es zu meinen diesbezüglichen Erfahrungen.

 https://estateguru.co/login/auth?userPromotionCode=EGU07259&utm_source=blogger&utm_medium=link

Donnerstag, 4. Mai 2017

Kleine Versuche mit Bondoras "Sell Portfolio"

Die Idee ist an sich pfiffig, tut niemand weh und eher mal eine positive Neuerung: Bondora erlaubt es, mehrer Kredite zu bündeln und dann zu einem fixen Gesamtpreis nur als Paket zu verkaufen. Zusätzlich kann man sogar seinen Käufer festlegen.

Wen das nun an gewisse Exzesse während der Finanzkrise erinnert, sei beruhigt: aus vielen ausgefallenen HR-Krediten wird auch nach der Bündelung kein AA-Produkt :D - und Derivate darauf sind auch noch keine kreiert.

In der Praxis scheint das nicht unbedingt zu funktionieren. Ich habe etwa zehn dieser Pakete zusammengestellt und zu meiner Ansicht nach fairen Preisen eingestellt. Von rein grünen mit einem Aufgeld zu knapp 2% bis zu welchen mit je einem orangen oder roten Kredit mit entsprechend geringerem Preis. Verkauf hat sich bisher - kein einziger.

Die Übersicht auf diesem neuen Markt ist auch (noch) nicht gerade gut. Nicht einmal ein XIRR-Wert für das Bündel wird angezeigt. So müsste man sich durch das ganze Bündeln mit sehr vielen Klicks erst einmal durcharbeiten. Und einen API-Zugriff gibt es auch noch nicht.

Die Idee ist aber gut und die Umsetzung wird sich noch einspielen.

Und die nächste Neuerung steht schon vor der Tür: Bondora will die Angebotszeit auf dem Erstmarkt auf eine Minute verkürzen. Noch ist die letzte Änderung weder richtig umgesetzt noch verdaut - ich spreche von der anteilsmäßig quotierten Zuteilung. Ich habe es beobachtet. Bei exakt gleichen Geboten auf den selben Loan scheint das Ergebnis vom Zufall abzuhängen. Von voller Zuteilung über 1€-x€ Anteil bus zur kompletten Ablehnung - alles kann passieren. Bei ein und dem selben Kredit und gleicher Gebotshöhe. Eine Minute - d.h. faktisch sind ausschließlich nur noch automatische Gebote möglich. Cui bono? Das fragt man sich wirklich. Bestimmt nich für den durrchschnittlichen Anleger. Und dem Kreditnehmer kann es auf diese 9 Minuten wohl auch kaum ankommen...

Samstag, 22. April 2017

Lendico - die Intransparenten

Schon oft habe ich mich über die dilettantischen deutschen p2p-Anbieter aufgeregt, die vieles technisch nicht auf die Reihe bekommen und deren Support auch sehr zu wünschen übrig lässt. Ob auxmoney, zencap oder lendico, das schenkte sich alles nichts. Und wenige Fortschritte sind bislang erkennbar. Was allerdings lendico jetzt abzieht, schlägt wirklich dem Fass den Boden aus.

Wir erinnern uns: lendico kam (fast zeitgleich mit zencap) mit großem Tamtam an den Start. Als Tochter von Rocket Internet (und in deren Börsenprospekt später mit mehrern 100 Millionen bewertet) wollte man alles anders und natürlich besser machen. Viele Aktionen sollten neue Anleger anlocken.

Natürlich passte es da wenig ins Konzept, dass doch tatsächlich nicht alle Kreditnehmer ihren Zahlungsplan einhielten. Ob es aus technischer Inkompetenz oder Imagegründen passierte wurde nie geklärt, jedenfalls verscheierte lendico in den ersten Monaten jedweder Zahlungsverzögerungen und legte das Geld aus eigener Tasche hin. Was man natürlich auf Dauer nicht durchhalten konnte. Was aber etwas Empörung auslöste, schließlich hatten viele Anleger genau aus diesem Grund (keine Auslälle) ihr Investment beträchtlich aufgestockt.

Man muss sagen, dass lendico die Verantwortung übernahm. Allen Anlegern wurde zugesagt, dass man die Garantie für alle Zahlungen aus Verträgen dieser Zeit garantieren werde und so gab es ein entsprechendes Kulanzangebot.

Auch bei anderen Schummeleien (z.B. Zinsrundungen zu Ungunsten der Anleger, Verschiebung des Auszahlungszeitpunkts nach hinten) übernahm man die Verantwortung und entschädigte die Anleger. Das ist vorbildlich und ganz anders als z.B. zencap/Funding Circle vorgeht, die ähnliche Fehler verbockt haben aber alles einfach nur aussitzen.

Man hätte das alles benutzen können, um das Vertrauen der Anleger wieder herzustellen. Das geschieht aber nicht, weil sämtliche Abwicklungen völlig intransparent ablaufen. Niemand kann nachvollziehen, welche Zahlungen überhaupt getätigt werden und welche nicht. Inzwischen sind sogar die Buchungen und das komplette "Kulanzdashboard" verschwunden - arg aufschlussreich war letzteres sowieso nie gewesen.

Nun muss man jeder p2p-Plattform ja etwas Vertrauen entgegenbringen, hunderte oder gar tausende Buchungen lassen sich natürlich nie nachrechnen. Aber z.B. bei den baltischen Plattformen (bondora, mintos, twino, swaper..) sind die alle jederzeit verfügbar und jede Stichprobe, die ich nachgerechnet habe, hat auch gestimmt. Und das ist für eine Finanzplattform eine Selbstverständlichkeit auf absolut unterstem Niveau. Die  Zahlen müssen einfach stimmen.

Andere Dinge die stören sind schon wieder symptomatisch für die ganze Branche in Deutschland: keinerlei Biss bei Nichtzahlern. Wird einfach ausgessen. Keine Information an die Anleger.

Im Moment sieht es ja eher danach aus, als würde lendico abgewickelt. Vielleicht gibt es ja aber auch einen Relaunch. Der bei den Brüdern S. so beliebte Plan, das Ding bevor die ganzen Probleme auftreten, mal schnell mit Gewinn an einen anderen abzustoßen ist (im Gegensatz zu zencap) jedenfalls gescheitert. Und wie lange man hier noch Geld versenken will ist fraglich.

Aus meiner Sicht ist lendico gescheitert.

Mittwoch, 19. April 2017

Bondora stellt Erstmarkt um

Wie immer, Bondoras Beständigkeit ist einzig die Veränderung. Mal wieder werden die Karten neu gemischt und alles wird anders. Nach Auktion und Warteschlangen und zuletzt gefühlter Absoluter Dominanz des Portfoliomanagers nun wieder mal ein neues Modell.

Bislang bekam der Bieter mit dem größten Angebot den Zuschlag. Kleinanleger mit 5-10€ Geboten gingen regelmäßig leer aus -schlecht, wenn man disversivizieren will, schlecht für das Image des Portfoliomanager bei Kleinanlegern.

Das Ganze  hat schon eine recht große Relevanz, denn praktisch alle Angebote sind um ein Vielfaches überzeichnet.

Dieser nicht gerade lukrative Anteil bekam Gebote von über 30.000€!

Nach dem neuen Verfahren soll nun also jeder ein Bruchteil an seinem Gebot bekommen, runter bis zu 1€. D.h. mit einem bislang üblichen Gebot von sagen wir mal 30€ wäre man hier mit 2€ dabei, Für später sind sogar noch kleinere Anteile geplant.

Heute (20.4.17) war der erste Tag, ein erstes Chaos blieb nicht aus. Das Ergebnis ist sicherlich noch nicht das, was sich langfristig einspielen wird. Von 1€-Anteilen bis zur vollen Summe, alles dabei:



Das hat massive Konsequenzen. Denn im Energebnis würde das eine völlige "Verschmierung" aller Anteile bedeuten (es sei denn, die Leute escalieren mit und bieten halt von vorne herein das Zehnfache).

Ein Micromanagement wäre dann ebenso unmöglich wie sinnlos. Der einzelne Kreditnehmer hätte im Portfolio keine Bedetung mehr, man könnte höchstens noch in Risikoklassen investieren (und auch das nur per API-Geboten). Auch der Zweitmarkt würde deutlich an Attraktivität einbüßen  (wer sucht schon minutenlang, um 3 50ct-Loans zu finden?).

Also man muss abwarten, was dabei herauskommt. Immerhin gab es eine "Kundenbefragung". Auf facebook, mit knapp 20 Teilnehmern, die aber geschlossen für die Veränderung stimmten.

Eigentlich fand ich ja die Warteschlange am besten. Nun wird der Bot deutlich an Attraktivität gewinnen. Denn nur so kann man seine Kreditkriterien verwirklichen. Gut, dass ich da schon vorbereitet bin :D Insgesamt macht die Änderung aber auf den ersten Blick Bondora wieder attraktiver.

Beim Erstellen meiner Steuerklärung ist mir einmal mehr aufgefallen, dass Bondora mit großem Abstand meine erfolgreichste Anlageplattform ist. Zumindest unter steuerlicher Betrachtung, da Verluste nicht abgeschrieben werden können. Interne Berechnungen, unter einer moderaten Berücksichtigung notwendiger Abschreibungen, zeigen mir eine Nachsteuerrendite von über 10%. Davon stammt ca. die Hälfte aus Zweitmarktaktivitäten, die im verhangenen Jahr extrem erfolgreich waren. Allerdings steckt auch praktisch mein gesamter Gewinn in "roten" Anteilen - von denen aber ein größerer Anteil ganz ordentlich zurückzahlt. Gerade erreichen etliche mal wieder die Schwelle, wo das Darlehen abbezahlt ist und nun Zinsen kommen. Insgesamt habe ich schon über 8k von ausgefallenen Krediten erhalten, davon 1k Zinsen.