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Sonntag, 27. September 2015

Bondora rechnet die Zahlen schön

Jeder der bei Bondora investiert und sich seine persönliche Rendite auf der Webseite ansieht, ist positiv überrascht. Bei mir stehen da auch noch um die 26% Jahresrendite. Die Zahlen sind zwar nachvollziehbar aber dennoch unrealistisch.

Bondora bildet nur die Vergangenheit ab. Es wird der gesamte Bestand versus Ein- und Auszahlungen gerechnet. Dabei wird so getan, als gäbe es keine ausgefallenen Kredite. Nicht einmal die nicht bezahlten Tilgungen der Vergangenheit sind einbezogen.

Als nun kritische Anleger mal die Zahlen von erzielten Zinsen und die im Inkasso befindlichen Summen gegenüberstellten, ergab sich ein erschreckendes Bild: die insgesamt auf der Plattform erzielten Zinsen liegen nur um gut 10% höher als die Summe aller Ausfälle und letztere steigen stärker an als erstere. Will heißen, bald haben alle Anleger in der Summe zumindest vorläufig mehr Geld verloren als verdient. Recovery mag das Ergebnis verbessern ist aber ungewiss.

Ich habe mal die Zahlen aus dem aktuellen Statistikmaterial (Stand 26.9.2015) per SQL-Anfrage extrahiert:


Data Abfrage
Country FundedAmount InterestAndPenPaid  OutstandPrincipal EAD1 EAD2 Recovery
EE 31.916.783,81 € 5.343.969,83 € 15.681.439,84 € 3.301.231 € 2.740.974 € 899.933,03 €
ES 12.292.537,00 € 859.850,74 € 5.934.394,33 € 2.807.580 € 2.632.659 € 132.280,99 €
FI 17.360.934,00 € 1.499.050,04 € 9.957.935,87 € 2.560.663 € 2.340.532 € 164.153,98 €
SK 829.967,00 € 74.324,59 € 684.061,63 € 547.659 € 522.588 € 12.200,81 €

Zu vergleichen wäre EAD2 mit der Summe aus gezahlten Zinsen und Recovery. Das sieht für Estland ganz gut aus, für alle anderen Länder aber verheerend. Es ist zu bezweifeln, dass auch in den nächsten Jahren hier ein positives Gesamtergebnis zu erzielen ist.

Bondora hat inzwischen mit eigenen Zahlen gekontert.

Auf der Seite https://www.bondora.com/blog/gross-profits-earned-by-investors-on-bondora
legt man ganz andere, positivere Zahlen vor.



Country Issued Amount,€ Interest Overdue Principal REPAYMENTS,€ Gross Profit,€
Paid Out,€
EE   24.412.428,00 €  5.337.018,00 €  653.514,00 €  4.683.500,00 €
ES     7.142.482,00 €     854.464,00 €  536.355,00 €     318.107,00 €
Fi   11.788.139,00 €  1.491.330,00 €  349.752,00 €  1.141.573,00 €
SK        755.242,00 €       74.117,00 €    83.976,00 € -       9.859,00 €

(Zusammengefasst nach Ländern)

Hier ist also nur die halbe Wahrheit verarbeitet. Die nicht bezahlten Raten der Vergangenheit, also die bereits realisierten Verluste.
Das hilft niemanden seine Einnahmen zu verstehen, denn bei Ratenkrediten potenzieren sich zukünftig die negativen Auswirkungen der Ausfälle: die (pro Monat bezahlten) Zinsen gehen zurück, die Tilgungen steigen an. D.h. bei einem Investitionsstop wird das Verhältnis aus erhaltenen Zinsen und unbezahlten Tilgungsraten Monat für Monat dramatisch schlechter. Auch ohne weitere Ausfälle, die auf jeden Fall dazukommen müssen.

Bondoras Zahlen sind einmal mehr nicht falsch, werfen aber wiederum ein völlig falsches Bild auf die Lage. Die Wahrheit liegt igendwo zwischen den beiden Modellen, nähert sich aber mit der Zeit dem ersten an.

Konkret sieht das bei mir so aus: Rendite nach Bondora 27% (etwas niedriger als XIRR ohne Verluste); Rendite nach Abzug ausgefallener Tilgungen: 23,2% (entspricht der Bondorarechnung oben); Rendite, falls 60+ zu 50% und 1+ zu 25% abgeschrieben werden: 4%.

Selbst der letzte Wert ist insofern zweifelhaft, da man die bereits erhaltenen Recoveries eigentlich herausrechnen müsste und 50% reichlich optimistisch sind. Dafür werden aber die zukünftige Abschreibungen auch sofort verbucht.

Das war meine SQL-Abfrage:


SELECT DISTINCTROW Data.Country, Sum(Data.FundedAmount) AS FundedAmount, Sum(Data.InterestAndPenaltiesPaid) AS InterestAndPenaltiesPaid, Sum(Data.OutstandingPrincipal) AS OutstandingPrincipal,  Sum(Data.EAD1) AS EAD1, Sum(Data.EAD2) AS EAD2, Sum(Data.Recovery) AS Recovery
FROM Data
WHERE (((Data.wasfunded)=1))
GROUP BY Data.Country;




Mittwoch, 23. September 2015

Bonora verabschiedet sich aus der Inkasso-Verantwortung

...und der Kunde zahlt. Halt, welcher Kunde? Der auf der Kreditgeberseite. Er kann sich ja glücklich schätzen, wenn er doch noch knapp 2/3 der nicht bezahlten Schuld zurückbekommt.
Vielleicht auch noch einen kleinen Teil der ausstehenden Zinsen?

Das ist eine massive Schlechterstellung gegenüber dem bisherigen System, bei dem es zuzüglich zu kompletter Tilgung und vollen Zinsen (außer in Finnland) noch massive Strafzinsen gab.
Natürlich nur in den wenigen Fällen (in der Regel aus Estland), wo die Schuld auch komplett beglichen wurde. Jetzt überträgt man das Schuldeneintreiben also einem Inkassobüro, falls das nichts zuwege bringt, an das nächste und das nächste und... vielleicht an das Gericht. Wenn es so aussieht, als wäre etwas zu holen.
 Ansonsten an das nächste Inkassobüro, dann wieder an das erste und... Das soll die Recoveryquoten erhöhen. Das ist lachhaft. Am Schluss schneidet sich nur jeder seine Scheibe ab und der Kreditgeber sieht alt aus.
Wir hatten das schon mal 2013/14 als das dann so schlecht lief, dass Bondora die Inkassoverwaltung wieder selbst übernommen hat. Da hatte man das Inkassoverfahren an CreditReform, meines Wissens nach eine der renomierteren Gesellschaften.
Als dann Bondora  sich wieder selbst gekümmert hat lief das nach meinen Erfahrungen nicht schlecht  (zumindest in Estland), gerade dieses Jahr kam da richtig viel an Auszahlungen.

 Für mich ein Grund, mein Investment bei Bondora endgültig zu überdenken. Es ist halt nicht mehr isepankur, darauf besteht man ja auch. Wenn man sich dann noch die Ausfallquoten ansieht - da ist von zweistelligen Renditen nicht mehr zu träumen. Zumindest wenn man realistisch rechnet. Aber dazu im November mehr, wenn meine drei Anlagejahre voll sind.

Link zum Nachlesen, was Bondora uns eingebrockt hat.


The recovered amount is distributed in the following order: a) principal, b) management fee, c) interest. Thus, we will collect the management fee only in case the full amount of principal is fully recovered.
 the agency is paid a success fee based on the collected amount, and all net proceeds (collected amount less the agency fee) are first used to repay the principal until either a) the principal is repaid in full or b) the borrower settled the claim.


Spain Finland Estonia Slovakia
Success fee on recovered principal 8-35% 8% 0-35% 8%
Success fee on recovered interest 8-35% 8% 0-65% 8%

Konkret bedeutet das
  • Nur in den seltensten Fällen bekommt man insgesamt auch nur die ausgefallene Summe ersetzt
  •  Zinsen in Estland kann man vergessen.
  • Die Abrschreibrate für ausgefallene Kredite muss deutlich erhöht werden.
  • Ein Erfolg ist weiterhin mitnichten garantiert und die Inkassofirma wird sich bei Bezahlung durch Gewinnbeteiligung auf die potenteren Kreditnehmer konzentrieren, die wahrscheinlich sowieso gezahlt hätten.

Donnerstag, 10. September 2015

Lendico bessert mal wieder nach

Eines muss man lendico lassen: am Ende ist man oft dazu bereit, seine Fehler einzugestehen und Konsequenzen daraus zu ziehen, die die Kunden (in diesem Fall die Anleger) entsprechend entschädigen.
Gut, Fehler hat man genügend gemacht. Fehlende Vorlaufzinsen, verschwiegene Zahlungsverzüge und seltsame Rundungen bei den Anlegergebühren.

Zu letzteren nimmt lendico hier im p2p-kredite-Forum Stellung und verspricht einen Ausgleich. Warum das immer so lange dauern muss, verstehe ich allerdings nicht und man merkt einmal mehr die nahe Verwandschaft zu zencap.

Die Kulanzregelung die Kredite aus 2014 betreffend federt die doch erhebliche Verzugsrate gut ab. Die im Forum besprochenen Verzugsquoten von 10-20% entsprechen auch meinen Erfahrungen, werden aber von lendico voll übernommen. Mein einzigerVerzug einer Investition nach der Kulanzregelung hat inzwischen sein Darlehen vorab gänzlich getilgt.

Natürich sind Verzüge noch keine Ausfälle, aber bei manchen Fällen geht es stark in die Richtung. Und das nicht nur bei den schlechten Bonitäten. Eine Geldanlage bei Zinssätzen unter 5% halte daher für überhaupt nicht lukrativ, zumal wenn man steuerliche Aspekte mit einbezieht. Ob sich die riskanteren Kredite letztendlich lohnen, muss sich erst noch herausstellen.

Ein ganz klein bisschen investiere ich noch bei lendico. Insgesamt weniger, als an Kapital zurückfließt. Es fällt au, dass die Zahl der Angebote stark abgenommen hat, zumindest derer, die kurz vor der Finanzierungstehen. Auch wenn mancher Kredit dann mit einem sehr hohenmGebot (2000-10000€) voll gemacht wird.

Ob es Angebote gibt, die die privaten Anleger gar nicht zu Gesicht bekommen, bleibt unklar. Wenn es so läuft, wie beobachtet, ist das ein faires Vorgehen.

Insgesamt zeigt man weiter wenig Transparenz. Von 2 Mrd. Anlagekapital in Interviews zu sprechen ist lächerlich und nicht hilfreich. Nach über einem Jahr könnten durchaus erste ernstzunehmende Zahlen auf den Tisch gelegt werden.

Eine echte Anlagealternative ist lendico für mich weiterhin nicht. Auch wenn es in den letzten Monaten ruhiger geworden ist.

Freitag, 4. September 2015

Twino berappelt sich etwas

Nachdem mein erster Eindruck von twino, dem neuen lettischen p2p-Anbieter, doch sehr schlecht ausgefallen war, kann ich mich inzwischen etwas entspannen. Zudem gibt es einige Änderungen.

Von meinen Verzügen besteht inzwischen nur noch einer. In 10 Tagen wird es spannend, dann ist er soweit überfällig, dass twino seine Garantie einlösen müsste. Mal sehen, wie das klappt.
Ein weiterer hat seine Laufzeit verlängert. Immerhin wurden hier ein paar Cent Zinsen bezahlt.
Einige Kredite wurde, zum teil vorzeitig, getilgt. Inzwischen blicke ich auf stolze Einnahmen von fast 4 Euro.

Inzwischen sind alle Kredite mit Garantie versehen, und damit gibt es auch nur noch sehr wenig unterschiedliche Zinssätze, die hauptsächlich von der Laufzeit abhängen. Knapp 10% bis ca. 14% sind zu holen. Bei den Laufzeiten ist zu beachten, dass die Restlaufzeiten zum teil stark divergieren. Hier kann man sich also auch für kurze Laufzeiten höhere Zinsen sichern.

Angebot gibt es reichlich und ein Autobieter übernimmt auch die Anlage, falls man das möchte.

Weiterhin ist es zu früh, um hier eine Aussage treffen zu können. Immerhin ist die Entwicklung positiv. Ich werde aber bei kleinen Anlagesummen verbleiben und vielleicht in einigen Monaten mehr Geld von bondora (wenn die so weiter machen) zu twino transferieren.

Mittwoch, 2. September 2015

Augustbilanz bei Bondora

Wenig Veränderungen bei Bondora gab es im August.

Ausfälle und  Recovery
Wieder haben meine Ausfälle die Zahlungen aus dem Inkasso leicht überschritten. Allerdings kam es durch meine Strategieänderung und der Beachtung des selbstentwickelten Scores zu deutlich geringerern Ausfällen der in der letzten Zeit neu (auf dem Zweitmarkt) gekauften Anteile. Mit dem Gesamtergebnis bin ich erst einmal zufrieden.

Rendite
Die mir von Bondora angezeigte Rendite ist im August um etwa 1%-Punkt auf 26% gefallen, der niedrigste Stand seit Jahren. Dafür gibt es zwei Gründe:
- durch die vielen Inkassofälle sinken die Zinseinnahmen. Auch die Zahlungen aus dem Inkasso betreffen zu 90% ja erst einmal die Tilgung.
- ich habe keine Anteile mehr mit extremen Abschlägen von 40-70% gekauft. Auch meine Verkäufe auf dem Zweitmarkt haben abgenommen.

Kaufgelegenheiten
Ich habe jetzt doch einmal den Portfoliomanager aktiviert. Viel zu tun hat er bei mir allerdings nicht, da ich alle Rückflüsse sehr zeitnah wieder auf dem Zweitmarkt unterbringe. Dabei helfen mir geeignete Sucheinstellungen (die ich hier aber nicht verrate) und mein plugin, das solange weitersucht, bis es geeignete Kredite gefunden hat (oder am Ende der Liste angelangt ist).

Änderungen
Wieder mal hat Bondora die Möglichkeiten der Seite stark eingeschränkt. So kann man jetzt auf dem Zweitmarkt nicht mehr nach Kreditnehmernamen suchen. Viele Möglichkeiten sind einem dadurch de facto genommen wie weitere Kredite eines KN suchen, eigene Anteile aus dem Zweitmarkt löschen etc. Das ist wirklich sehr ärgerlich.
Auch die anderen Nachrichten sind wenig erfreulich: Strafzinsen gibt es keine mehr. Und der geplante Relaunch der Seite im Herbst scheint individuelles Investieren nicht mehr zuzulassen, es sei denn man verwendet die API. Wie das genau aussehen soll ist mir nicht klar. Wer die beste Anbindung hat, gewinnt? Wer über eine Programmierschnittstelle geht, darf alles, bei den anderen wird alles vereinheitlicht?

Bondora will sich mehr oder weniger vom bisherigen p2p-Modell verabschieden. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Auch eine blackbox, die mir z.B. 12% Jahresrendite verschafft bleibt interessant. Allerdings ist das dann eine andere Asset-Klasse, vergleichbar mit Anleihen nicht ganz so stabiler Länder.

Ach ja, meine Steuererklärung ging gerade ans Finanzamt und jetzt darf ich erstmal ganz viele Zinsen mit dem Fiskus teilen. Auf den Verlusten bleibe ich - so nicht noch von Fi, Es, Sk auch mal was Substanzielles kommt, ganz alleine sitzen. Das ist schon frustrierend.

Insgesamt würde ich im Moment kein frisches Geld bei bondora anlegen sondern abwarten, wie sich das in Zunkuft entwickelt. Bis dahin sind z.B. mintos oder estateguru eine Alternative. Auch twino hat sich etwas gemacht, bleibt aber erstmal unter scharfer Beobachtung bevor ich da auch nur in die Richtung vierstelliger Summen gehe.