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Samstag, 25. April 2015

bondora - Arbeiten am plugin

Heute bin ich einen großen Schritt weiter gekommen mit einer Funktionalität, die mein Skript bieten soll, weil bondora sie uns seit Jahren verweigert: alle eigenen Kreditanteile im Verkauf aufzuspüren und ggf. zu löschen.


Ein bisschen etwas zu den technischen Hintergründen.

Leider kann man natürlich keine eigenen Anfragen an die bondora-Datenbank schicken sondern muss sich mit dem bescheiden, was der Server standardmäßig herausgibt.

Tabellenzeilen herausfiltern ist sehr einfach. Auch das Manipulieren mit ein paar Tricks. Aber neue Zeilen hinzufügen ist alles andere.

Und so funktioniert das dann:
  • im Hintergrund werden weitere Seiten nachgeladen, solange welche vorhanden sind (Erkennbar an dem ">>"-Button).
  • Werden Zeilen mit eigenen Krediten gefunden, werden sie unten angehängt.
  • Dabei gehen leider die Detailinfos verloren und ich habe keinen Weg gefunden, das zu umgehen (ich habe es lange probiert. Hat etwas mit event-Handlern zu tun und damit, dass ich an nativer javaskript-Funktionen der eigentlichen Seite nicht herankomme).
  • Statt dessen gibt es jetzt in der 1. Spalte einen Link (...), der die Detailinfos in einer neuen Seite öffnet.
  • Das Löschen wurde deutlich komfortabler gestaltet. Statt die Seite zu verlassen, passiert diese Aktion im Hintergrund und nur die betreffende Zeile wird ausgeblendet.
Am Ende (naja, ganz am Ende bin ich noch nicht) stehen da dann ca. 80 Zeilen java-Skript-Code.
Dass ich für die fast einen Tag gebraucht habe, sieht man ihnen natürlich nicht an.

Aber seit den ersten Gehversuchen habe ich riesen Fortschritte gemacht. Ein gutes Buch über "jquery" hilft sicher - dahin gehen also die Amazongutscheine. Und in Amazon prime - mit dem firestick, wirklich eine coole Sache, erhole ich mich dann bei einem guten Film oder es hält wenigstens die Familie ruhig, wenn ich weiter am PC sitze ;)

Nächster Plan wäre es, ähnlich "interessante" Kredite aus dem Zeitmarkt zusammenzutragen. Und in der Übersicht der eigenen Kredite bei Verkaufsangeboten den Discount anzeigen. Und ein eigenes Rating zu implementieren. Und... die Ideen gehen nicht aus, die Zeit schon.

Nachtrag 2.5.15: die Arbeit ist beendet und die neue Funktion ist in der light Version des plugins  integriert.

Sonntag, 19. April 2015

Über den Tellerrand - ökologisches Langzeitinvestment

Immer wieder lesen ich in Forenbeiträgen "ich würde ja gerne aus p2p aussteigen, aber wohin dann mit dem Geld?". Zugegeben, ein Luxusproblem. Aber Tatsache ist, dass sich die meisten Plattformen (zumindest so wie sie real existieren) nur deshalb halten können, weil es kaum Alternativen gibt.
Sparbuch? 0,05%. Tagesgeld? <1%. Festgeld genauso. Bundesanleihen 0 oder darunter. Aktien, natürlich. Aber zur Risikostreuung sucht man ja gerade noch eine andere Anlageform.

Irgendwann mal bin ich dann auf http://www.forestfinance.de/ gestoßen. Sachwerte - Wie der Name sagt, geht es um Investments in tropische Bäume. Keine schlechte Rendite. Und nach allem, was ich bislang gelesen und gesehen habe, ökologisch, arbeitnehmerfreundlich, moralisch einwandfrei (nee, ich investiere nicht in Rüstungsaktien).

Wer sich für diese diese Anlage interessiert, muss sich auf jeden Fall gut informieren ("darum prüfe, wer sich ewig bindet") - viele weniger seriöse Anbieter drängen massiv in diese Lücke. Ein ganz guter Artikel zum Einlesen findet sich bei der Wirtschaftswoche.

Seit 2010 bin ich dabei und insbesondere green Arcacia hat sich gelohnt (allerdings war das noch ein kurzfristigeres Modell als heute, mit 8 Jahren Gesamtlaufzeit).

Man muss sich das aber schon genau ansehen - die meisten Anlagen haben einen Zeithorizont von 25 Jahren. Gut, wenn ich dann ein Vierfaches meiner Anlage zurückbekomme. Aber bis dahin bin ich weit über 70.

Wer aber noch vor seinem 40. Geburtstag steht, kann darauf wirklich mal einen Blick werfen. Es muss ja nicht gleich ein ganzer Hektar sein.

Meine Kinder sind übrigens auch mit beteiligt: per Vertrag hatten wir geregelt, dass wer bis 18 nicht mit dem Rauchen anfängt, die Erträge von 1/10 ha Arkazienwald bekommt. So gibts jedes Jahr Ende Februar ein hübsches Zusatztaschengeld - und auf die Familie betrachtet kommt das deutlich billiger :) Bislang haben alle durchgehalten.

Freitag, 17. April 2015

bondora - wenn sich Ausfälle lohnen

Bei Bondora wird, zumindest was Kredite aus Estland angeht, traditionell ein ertragreiches Inkassoverfahren betrieben. Bondora selbst gibt an, dass auf lange Sicht sogar Gewinne erwirtschaftet werden können.
Die Strafzinsen sind hart. 0,2% pro Tag im Verzug. Das macht bei "normalen" Zahlungsverzügen nicht viel, und ich schätze mal das ich durch diese Strafen auf zu spät gezahlte Raten vielleicht 20€ insgesamt dazuverdient habe. Ist aber ein Kredit erstmal (mit der Tilgung) mehr als 60 Tage überfällig ("defaulted") kommt es knüppeldick - dann wird die gesamte ausstehende Tilgunssumme fällig und ab sofort mit diesen Strafzinsen versehen, zusätzlich zu den sowiesoschon meist hohen regulären Zinsen. Und das wird dann richtig teuer (für den Kreditnehmer) und richtig lohnend für den Anleger. Sofern die Schuld auch beglichen wird.

Das kann dann so aussehen:


Dieser KN hat alle seine Schulden beglichen. Bezahlt worden war zunächst nur eine Rate im Juni 2014, dann kam es zum Ausfall:
10/09/2014 Stage 1 - Loan defaulted, recovery process will be started
und Mitte März bzw. April zur vollständigen Rückzahlung. Nach ziemlich genau einem Jahr ist so eine Rendite von über 60% zu verzeichnen.

Auch andere meiner "Pleitekandidaten" verzeichnen eine sehr positiveTendenz, z.B.:

 Hier steht zwar noch eine kleine Summe aus, aber danach kommen noch über 100% an Zinsen!

Bei diesen Renditen bekommt man fast schon ein schlechtes Gewissen - aber aus Anlegersicht sind sie notwendig, um die vielen anderen (Aus)fälle zu kompensieren, die nichts oder nicht vollständig zurückzahlen.

Ist die Hauptschuld (principal) erst einmal beglichen, werden übrigens keine Zinsen oder Strafen mehr fällig. Mehr als ca. 115€ muss mein Kreditnehmer dann also nicht berappen.

Gut haben es außerdem die säumigen Finnen: per Gesetz sind bei ihnen Strafzinsen verboten, die normalen Zinsen laufen aber weiter.

Kauft man Kredite kurz vor dem Inkasso noch mit starkem Abschlag, kann sich die Rendite nochmals verdoppeln. Allerdings: es ist sehr selten, dass man in den ersten Jahren sein Geld überhaupt nur wiedersieht, von einem Gewinn ganz zu schweigen. Von daher ist eine solche Spekulation ein sehr riskantes Spiel. Ich glaube nicht, dass es sehr oft aufgeht.

 Im abgebildeten Beispiel sieht man, wie sich der Einsatz innerhalb von nur etwa 8 Monaten mehr als verdoppelt hat - obwohl es in Finnland nicht einmal Strafzinsen gibt.

Mittwoch, 15. April 2015

bondora - Rückblick auf 2012

Heute nur ein kurzer Beitrag über mein erstes Anlagejahr bei Bondora.
Naja, Jahr ist auf's Kalenderjahr bezogen, tatsächlich waren es nur gut 6 Wochen ab Mitte November.

Trotzdem hatte ich es damals geschafft, knapp 1000€ in 75 verschieden Kreditanteile anzulegen. Wie sieht es heute mit diesen aus? Hat es sich gelohnt?

Gleich die Antwort vorweg: es hat sich sehr gelohnt. Damals waren noch goldene Zeiten bei isepankur, wie die Firma damals hieß.

Die Fakten:

Verliehen: 855€, zurückerhalten 785€, erhaltene Zinsen insgesamt 225€.
Ausstehend:
  • 10 Kredite im grünen Bereich mit 45€ (etwa die Hälfte getilgt, 3/10 mit neuem Tilgungsplan)
  • 2 im orangenen overdue,  fehlen noch 6/15€, beide rescheduled,
  • 6 rote Anteile, ausstehend 22/60€, durch 20€ Zinsen aber fast kompensiert, hier haben sich auch 20€ an Zinsen+Strafen angesammelt.
Fast alle Kredite waren A 1000, (1x A900, 3x B 1000), alle kamen aus Estland und fast alle hatten eine Laufzeit von 24 Monaten. Mit Sicherheit mein bestens Anlagejahr :)

Kurzer Ausblick auf 2013: im Folgejahr hatte ich fast 10x soviel angelegt. Davon ist knapp die Hälfte zurückbezahlt (inklusive Zinsen 70%) aber auch ziemlich genau 1/4 im Inkasso. Zahlen alle "grünen" pflichtgemäß zurück, und davon kann man fast ausgehen, ergibt sich ein kleiner Gewinn. Kommt noch etwas aus dem Inkasso dazu, wird es vielleicht ein zweistelliger Prozentsatz.



Montag, 13. April 2015

mintos oder der interessante Newcomer

Für eine echte Bewertung ist es natürlich viel zu früh. Dennoch scheint der neue Anbieter besichterter Kredite aus Lettland eine interessante Alternative zu bieten.

Mein Kurzsteckbrief

Da Lettland inzwischen auch zur Eurozone gehört, gibt es keine Währungsschwankungen. Die Anmeldung aus Deutschland ist unkompliziert. SEPAüberweisusungen sind möglich und i.d.R. am Folgetag gutgeschrieben.
Mintos bietet Investitionen in durch Immobilien (Lettland) oder Fahrzeuge (Estland) gesicherte Kredite an. Eine Invesition ist ab jeweils 10€ möglich. Die Zinsen betragen etwa 10%-20%, in der Regel aber unter 15%. Die Laufzeit geht von wenigen Monaten bis über 10 Jahre.
Mintos verlangte anfangs eine Verwaltungsgebühr von 2% auf die jeweils angelegte Summe, die monatlich abgebucht bzw. mit Zahlungen verrechnet wird, diese ist seit einiger Zeit aber abgeschafft worden.  Automatische Investitionen mit voreingestellten Konditionen sind möglich und empfehlenswert.
Es gibt einen Zweitmarkt mit Auf- und Abschlägen. Hier fällt eine Gebühr von 1% an.
Mintos unterscheidet sich in einigen Punkten wohltuend von seinen Konkurenten.
  • Besicherte Kredite (inzwischen nicht mehr alle!)
  • Mintos/de Kreditpartner kauft die Anteile erst selbst und gibt sie dann zu maximal 95% weiter, bleibt also selbst involviert
  • Alles was auf dem Markt kommt ist daher schon durchfinanziert
  • Es gibt (im Moment) so etwas wie eine Ausfallgarantie. Kreditanteile mit Problemen werden zu pari zurückgekauft.

Meine Erfahrungen

Da ich erst seit etwa 3 Monaten kleine Summen investiere, ist das alles noch wenig aussagekräftig. Was ich bislang gesehen habe gefällt mir sehr gut. Der Support ist hervorragend. Eine Rendite von über 10% scheint garantiert. Leider gibt es nicht sehr viele Kredite - dadurch scheint es nicht möglich zu sein höhere Summen zu investieren.

Mein erstes Fazit

Es lohnt sich, Mintos anzusehen. Risiken gibt es natürlich wie bei jedem Startup - hier ist das Risiko der Betreiberinsolvenz ausschlaggebend. Geht Mintos selbst in Konkurs wird man Schwierigkeiten haben, sein Geld wiederzubekommen. Auch gibt es wohl noch Schwieigkeiten mit den Aufsichtbehörden.
Das alles hält mich davon ab, höhere vier- oder gar fünfstellige Beträge zu investieren.
Dafür scheint das automatische Anlegen gut zu funktionieren. Ich habe mich auf Anlagen mit einer kürzeren Laufzeit von bis zu 36 Monaten konzentriert. Ob der Zinssatz jetzt 1 oder 2% höher ist spielt für mich noch nicht so die Rolle - ich werde erst einmal beobachten, wie es weitergeht.

Samstag, 11. April 2015

auxmoney oder danke nein

Auxmoney war mein zweiter Anlageplatz nach smava 2010. Schon damals etwas unseriöser wirkend hat sich dann dieser Eindruck in den Folgejahren stark verdichtet, auch wenn man seither einige Fortschritte, zumindest den Kredinehmern gegenüber, gemacht hat.

Auxmoney - mein Kurzsteckbrief

Da ich seit etwa zwei Jahren nicht mehr investiere, mag nicht jeder Information aktuell sein.
Bei auxmoney werden deutsche Privatkredite bis etwa 25000€ finanziert. Da auf diesen Preis noch Kosten und die Restschuldversicherung draufgeschlagen werden, beträgt der zurückzuzahlende Betrag dann bis zu knapp 30k+Zinsen. Zinssätze sind meistens im zweistelligen Bereich, inzwischen findet man wieder bis zu 15%, mitunter sind auch nur 6% oder weniger zu erzielen. Insgesamt ist das Zinsniveau für einen deutschen Marktplatz aber sehr hoch.
Die meisten Kredite sind nicht besichert, für einige wird der KFZ-Brief hinterlegt. Im Fall eines Inkassos wird das Auto dann zwangsverkauft, wobei die Erlöse in der Regel sehr deutlich unter dem "Wert" bei Finanzierung bleiben.
Anlagen sind mit einer Stückelung von 25€ möglich, es wird eine Gebühr von 1% fällig. Eine Mindestgebühr gibt es nicht mehr, so dass eine Stückelung sehr sinnvoll ist. Die Gebühr wird mit der ersten Zahlung fällig und bei vorzeitiger Rückzahlung oder Inkasso nicht zurückerstattet.
Die Kreditprojekte werden von den Kreditnehmern vorgestellt - insofern ist auxmoney die Plattform, die noch am ehesten social lending betreibt. Allerdings können die Texte frei erfunden sein - eine strafbare Handlung ergibt sich höchstens, wenn bei den harten finanziellen Fakten gelogen wurden und der Kredinehmer keine einzige Rate beglichen hat (kommt durchaus vor).
Auxmoney hat seit einiger Zeit ein eigenes Scoring, das immer wieder Kopfschütteln hervorruft.
Hinterlegte Statistiken gibt es keine ehrlichen - alle Werte scheinen schöngerechnet. Um als Ausfall zu gelten muss der Kreditnehmer schon zumindest Insolvenz angemeldet haben und selbst das reicht nicht immer.
Es gibt die Möglichkeit automatisch zu investieren - doch soweit Erfahrungen damit vorliegen sind sie sehr negativ.

Meine Erfahrungen

Meine Rendite mit um die 6% lässt sich durchaus sehen und inzwischen sind rund 80% meiner Einlagen zurückbezahlt. Viele Kredite sind ausgefallen und davon Zahlen nur etwa 10% regelmäßig etwas zurück. Die meisten Ausfälle sind in Insolvenz oder technisch gesehen dicht davor.

Zum Teil war die Möglichkeit differenziert zu investieren durchaus sinnvoll. Ich habe etwa 1/4 meiner Anlagen mit 500€ oder mehr in vertrauenswürdige Kreditnehmer gesteckt und keiner davon hat mich enttäuscht, auch wenn bei 2-3 davon die Zahlungen sehr holprig kamen. Das führt insgesamt zu der recht guten Rendite.



Die Verwaltung durch auxmoney ist zum Teil einfach graußlig. Um ältere Inkassofälle kümmernt man sich so gut wie gar nicht. Anfragen werden mit Textbausteinen abgebügelt. Buchungen fehlen oder sind falsch. Beträge werden nicht ausbezahlt. Geld wird immer bis zum nächsten Zahlungstermin zurückgehalten etc.

Als es dann noch zu vielen Ausfällen wegen betrügerischer Kreditnehmer kam, habe ich die Notbremse gezogen und mein Angebot in einem ähnlich verdächtigen Fall widerrufen. Seitdem hat man mich gesperrt und auxmoney und ich machen keine Geschäfte mehr mit miteinander - die Abwicklung der laufenden Kredite erfolgt aber weiter wie zuvor. Die Kreditnehmer von damals wurden übrigens ermittelt - zumindest saßen sie nach einer Meldung von auxmoney letzten Juni in Untersuchungshaft. Keinen Cent aus diesen Anlagen habe ich je wiedergesehen und die Informationslage ist mehr als spärlich.

Die Abzocke den Kreditnehmern gegenüber ist seitdem Auxmoney neue Kapitalgeber hat etwas besser geworden. Zumindest werden nun erst bei einer tatsächlich stattfindenden Finanzierung Gebühren fällig. Trotzdem führen Restkostenversicherungen (die so gut wie nie greifen), Kontoführungsgebühren von 2,5€/Monat, Rücklastschriftkosten von erstaulichen 15€, Mahngebühren von 8€ (ok die sind ja vermeidbar)  zu Effektivzinsen von 20% und mehr.

Mein Fazit

Ich werde bei auxmoney nicht mehr anlegen. Dazu trägt der Umgang mit den Kunden ebensoviel bei wie das Klientel, das sich hauptsächlich dort ansammelt und natürlich durch entsprechende Werbung auch angesprochen wird. Wer ist schon bereit 15% Zinsen oder mehr zu bezahlen? Aus meiner Sicht habe ich sehr viel Glück gehabt und es ist sehr schwierig überhaupt eine positive Rendite zu erwirtschaften - nach Steuen sowieso, denn alle Zinsen sind zu versteuern, die Ausfälle hingegen "Privatvergnügen".
Einen gewissen Unterhaltungswert hatte die Anlagezeit dort schon, das ist unbestritten.


 Hübsche Zahlen - doch wie man bei Zinssätzen von im Schnitt
deutlich unter 15% trotz allgegenwärtiger Ausfälle auf Renditen
von über 20% kommen kann, verrät Auxmoney nicht.

Im November 2014 schaffte man es mit einer Rendite von unter -5% noch spielend unter die Top-1000 der Anleger. Kein Wunder, dass diese Kenngröße inzwischen verschwunden ist.

Die zugrundegelegte Berechnungsformel - unter returnIndicator bei Auxmoney erläutert - liefert bei richtiger Anwendung durchaus ein als Rendite bezeichnenbares Ergebnis.

Freitag, 10. April 2015

Bondora Tutorial: Anteile aus dem Zweitmarkt löschen

Früher ging das recht einfach mit Bordmitteln, und schon vor ein paar Wochen hat mir bondoras CEO Tomberg versprochen, dass man endlich einen entsprechen Button einbauen werde - schaun wir mal. Bis dahin ist leider ein vielstufiges Verfahren notwendig.

1. In die Kreditübersicht gehen und den entsprechenden Anteil heraussuchen

Also z.B. https://www.bondora.de/en/MyAccount/MyInvestmentsAll aufrufen. Dort sind alle Anteile gelistet und auch die im Verkauf befindlichen gekennzeichnet - leider ohne weitere Informationen wie Kreditnehmer oder angestrebeter Verkaufspreis.


2. Beim betreffenden Anteil links auf den Link oberhalb der Summe klicken. Es öffnet sich im selben Fenster eine Detailansicht zum entsprechenden Kredit.

3. Auf den Link hinter Application klicken. Es öffnet sich das ursprüngliche Kreditangebot.


Dort ist jetzt endlich der Benutzername zu finden. Diesen kopieren ( in die Zwischenablage, markieren, Strg+C)

4. Die Seite für den Zweitmarkt aufrufen.


Oben die Filteroptionen aufrufen dann mit Strg+V unter Usernamen den zuvor gefunden Usernamen wieder einfügen und die Suche durchführen.

5. Beim eigenen Kredit sieht man nun rechts statt des Einkaufkorbs ein kleines Kreuz. Klickt man darauf wird der Verkauf gecancelt.



Per Skript kann man sich Schritt 4+5 sparen. Leider gibt es aber keine einfachere Möglichkeit, an den Benutzernamen heranzukommen, es sei denn man hat ihn sich extern notiert.

Nachtrag: Und so geht das mit dem Skript...
  1. Ein neues Lesezeichen anlegen
  2. Statt einer URL den folgenden Skriptcode eingeben:
    javascript:(function(){%20myURL=%20window.location.toString();%20if%20(myURL.indexOf('bondora')%20<1)%20{URLStart=%20%22https://bondora.ee%22;}%20else%20%20{%20URLStart=%20myURL.split(%22/%22)[0]+%22//%22+myURL.split(%22/%22)[2]}%20s=document.selection?%20document.selection.createRange().text:window.getSelection?%20window.getSelection().toString():document.getSelection?%20document.getSelection():'';%20s=s.trim();%20sm=window.open(URLStart+%20'/en/invest/secondary-market?%20SecondMarketSearch.Username='+s+'&pageNr=1&pageSize=200','_blank','');%20sm.onload%20=%20function%20()%20%20{%20elements%20=%20sm.document.getElementsByClassName(%20'icon%20delete_small'%20);%20c%20=%20%20elements.length;%20for%20(%20i%20=%200;%20i%20<%20c;%20i++%20)%20%20{%20%20%20%20%20%20parent%20=%20elements[i].parentNode.parentNode;%20childs%20=%20parent.childNodes;%20%20%20%20%20inr%20=%20childs[3].childNodes[0].nodeValue;%20%20iun%20=%20%20childs[3].childNodes[2].nodeValue;%20%20%20href%20=%20elements[i].getAttribute(%20'href'%20);%20%20%20%20%20%20fullurl%20=%20URLStart%20+%20href;%20%20%20%20%20%20%20xmlhttp%20=%20new%20XMLHttpRequest();%20%20%20xmlhttp.open(%20'POST',%20fullurl,%20true%20);%20%20xmlhttp.setRequestHeader(%20'Content-type',%20'application/x-www-form-%20urlencoded'%20);%20%20xmlhttp.send(%20null%20);%20%20%20resp%20=%20xmlhttp.responseText;%20%20%20}%20sm.close();%20}%20})()
  3. Bei bondora einen Benutzernamen markieren, dann auf das Lesezeichen klicken
    -> alle eigenen Anteile dieses Kreditnehmers werden aus dem Verkauf gelöscht.

Donnerstag, 9. April 2015

Bondora - Exportdaten auswerten

So heute mal ein Beitrag für die Fortgeschrittenen.

Bondora bietet ja seit einiger Zeit den Service, dass das umfangreiches Datenmaterial als excel-Datei heruntergeladen werden kann. Und zwar Informationen für die gesamte Plattform unter
https://www.bondora.de/en/invest/statistics/data_export
bzw. für die eigenen Anteile unter
https://www.bondora.ee/de/DataExport

Das Ergebnis ist aber zunächst einmal ernüchternd, zehntausende Einträge aus denen die gesuchte Information nur sehr schwer zu entnehmen ist. Da wirkt es schon sehr zynisch, wenn Bondora bzw. der CEO Pärtel Tomberg bei Nachfragen immer auf diese Informationen hinweist - diese sollen z.B. die Informationsmail über ausgefallene Kredite ersetzen.

Auswertung per access

Lange habe ich mir daher Gedanken gemacht, wie diese Daten einfach aufbereitet und somit genutzt werden können. Mit excel selbst scheint das, zumindest ohne tiefgehende Kenntnisse der Makroprogrammierung, allein durch die schiere Menge der Daten kaum möglich.

Irgendwann fiel mir dann noch ein, dass ich seit Jahren ein Datenbankprogramm habe, das ich nicht nutze: Access aus dem Office-Paket von Microsoft. Das war dann mal ein Anlass, sich näher damit zu beschäftigen. Und das war lohnend.

Da die Daten ständig ergänzt werden arbeitet man am besten mit einer Verknüpfung zu einer externen excel-Datei.

Eine sehr kurze Anleitung habe ich im p2p-Forum veröffentlicht, dort kann man auch einige Ergebnisse ansehen. Noch einfacher ist es - und ein Zeitaufwand von ca. 5 Minuten bis zum ersten Ergebnis - wenn man die unten zum Download abgelegte Vorlage von mir benutzt.

Viele Möglichkeiten ergeben sich. So zum Beispiel eine Liste mit den Anteilen, die demnächst ausfallen werden und daher dringend mit deutlichem Abschlag in die Verkaufsliste gehören:

Auswertungen der verkauften Anteile, die auch für die Steuererklärung relevant sein könnten, Auswertung zu Ausfällen und Rückflüssen aus dem Inkasso etc. In der u.a. Beispieldatei finden Sie fertig erstellte Abfragen zu diesen beiden Punkten.

Seine volle Stärke entfaltet die Datenauswertung übrigens mit meinem plugin für Firefox:
dadurch wird es möglich, wieder sehr viele Informationen über Kreditanteile im Depot direkt auf der Webseite einzublenden.


Sieht doch bedeutend besser aus, oder :)

Ein weiteres Analysebeispiel, wiederum mit meinen Daten. Diesmal geht es um Ausfälle und Inkassozahlungen nach Kreditscore.


Deutung: es war keine gute Idee in schlechte Kreditklassen außerhalb von Estland zu investieren (mal davon abgesehen, dass es sowieso keine gute Idee war, in Spanien oder der Slowakei anzulegen), allerdings waren das auch nur jeweils 1-2 Kredite.

EE900 hat eine sehr hohe Defaultrate, das ist auch nach der Bondora-Allgemeinstatistik so. Allerdings habe ich von diesen Krediten auch besonders viele mit Aufgeld verkauft, so dass hier auch ein gewisser "Bodensatz" übrig geblieben ist (bei den verkauften Anteilen ist der Defaultrate geringer). Umgekehrt scheint die Scoreklasse (Kreditgeschichte) wenig Einfluss auf die Inkassoquote zu haben - oder gewagt interpretiert - Leute mit einer schlechteren Kreditgeschichte sind Inkassozahlungen gewöhnter. In der Regel sind hier aber auch die Summen der Kredite geringer und deshalb leichter abzubezahlen.

sql-Code zu dieser Abfrage:

SELECT Data.Country, Data.credit_score, Sum(Data.InvestmentPrincipal) AS Principal, Sum(CCur(Nz([PurchasePrice],[InvestmentPrincipal]))) AS PuchasePrice, Sum(Data.OutstandingPrincipal) AS OutPrincip, Sum(Data.UnpaidInterestOutstanding) AS OutInter, Sum(Data.InterestAndPenaltiesPaid) AS PaidInterests, Sum(Data.EAD1) AS EAD1, Sum(Data.EAD1)/Sum(Data.InvestmentPrincipal) AS Default_Quote, Sum(Data.Recovery)/(Sum(Data.EAD1)+1) AS Recovery_Quote
FROM Data
WHERE (((Data.SoldInResale)=0))
GROUP BY Data.Country, Data.credit_score;


Interessant sind solche Untersuchungen natürlich auch mit dem Gesamtdatenpool. Allerdings hat mein Rechner, den ich gerade nutze, nicht die notwendigen Hardwareressourcen.


Für alle, die das plugin bereits nutzen oder die auch nur die Datenauswertung selbst mal ausprobieren wollen, habe ich eine entsprechende access-Datei und Anleitung hier zum Download bereitgestellt (ZIP, ca. 500kB).

Näheres zum plugin im Moment noch unter http://www.ml-tipps.de/bondora/

Auf eure Kommentare bin ich gespannt. Insbesondere eigene Abfragen würden mich interessieren.




Mittwoch, 8. April 2015

Fidor-Konto

Ursprünglich war ich ja von smava dazu gezwungen worden und wenig begeistert. Inzwischen hat sich aber mein Konto bei Fidor als p2p-Referenzkonto etabliert und bietet mir einige Vorteile:
  • Gebührenfrei
  • Guthabensverzinsung von zur Zeit 0,9% pro Jahr
  • Gehaltsbonus (von 1€/Monat - der Dauerauftrag muss den Verwendungszweck Gehalt beinhalten und über 1000€ liegen)
  • sehr schnelle Überweisungszeiten (oft noch am selben Tag in Estland, wenn man morgens überweist)
  • Relativ günstige Kreditkarte (ich habe meine noch kostenlos), Prepaid bzw. bis das Konto leer ist, kostenlose Abhebungen 4x pro Monat am Automat.
  • Wer's mag kann noch ein paar Groschen mit Aktionen verdienen (Fragen stellen/beantworten und so).
  • Blitzschnelle Überweisungen an andere Fidorkunden binnen Sekunden.

Von anderen Dingen würde ich eher abraten
  • Geldnotruf ist nur was für die Leute, die später bei auxmoney als KN landen
  • Edelmetalle und Devisen haben vergleichsweise hohe Gebühren
Wenn ich an die ganzen Buchungen von zencap denke, bin ich froh, dass die nicht über mein "normales" Girokonto laufen. Und wenn das Geld mal eine Weile ungenutzt herumliegt, gibt es auch nicht weniger als auf sonstigen TG-Konten.

Fidor bietet ein reines Internetkonto - Bareinzahlungen sind z.B. nicht möglich. Aufträge werden wie üblich per mobiler TAN authorisiert. Postident ist notwendig.

Wer sich dafür interessiert, kann sich über meinen Werbelink anmelden (bringt mir im Erfolgsfall 5€).
Empfehlen kann ich das Konto unabhängig davon.

lendico oder wer einmal lügt...

dem traut man nicht. lendico hat diesbezüglich leider keinen guten Start hingelegt. Doch der Reihe nach.
Seit einem guten Jahr investier(t)e ich auch bei lendico, einer relativ jungen p2p-Plattform, die zu Rocket Internet gehört. Aus dem Stand heraus, so die Ziele, wollte man Marktführer in Europa werden und eröffnete daher gleich Marktplätze in einigen europäischen Ländern.

lendico - mein Kurzsteckbrief

lendico vermittelt im Moment Anteile an deutschen Konsumentenkrediten. Den spanischen Markt hat man sehr schnell wieder aufgegeben, deutsche Unternehmensanleihen sind geplant aber noch nicht in größerem Umfang verfügbar.
lendico hat ein eigenes Bewertungssystem, das sich hauptsächlich am Schufa-Score orientiert. Danach richten sich im Wesentlichen auch die Zinsen, die meist zwischen 2 und 14% liegen.
Wie bei deutschen Plattformen üblich, erhebt lendico eine Anlegergebühr. Sie beträgt 1% aller Einnahmen (Zinsen & Tilgungen) und wirkt sich insbesondere bei kurzen Laufzeiten und kleinen Anlagesummen deutlich renditemindernd aus. Vor Ausfällen und Steuern lässt sich so bei breiter Streuung eine Rendite von 6-7% gut erzielen. Angebot ist in der Regel ausreichend vorhanden, allerdings wird nur ein Anteil von weniger als 50% am Ende tätsächlich finanziert und besteht die Prüfung.
Gebote und Auszahlung können über ein Verrechnungskonto (normles Girokonto bis 10k Anlage) oder ein eigens eingerichtetes "Premium"konto bei der wired-Bank geführt werden. Das Konto ist kostenlos.
Auf der Webseite werden Buchungen und Kredite gelistet. Leider sind nicht alle Informationen unmittelbar einzusehen (z.B. die Laufzeit). Teilweise gibt es Exportmöglichkeiten.

Meine Erfahrungen

Ich muss zugeben, schon seit den Klingeltonzeiten habe ich so meine Vorbehalte mit Unternehmen der Samwers-Brüder. So ging ich zunächst sehr vorsichtig ans Anlegen, wurde dann aber sehr positiv überrascht: im ersten Jahr kein einziger Ausfall, ja nicht einmal ein Verzug. Da schien jemand seine Hausaufgaben bei der Kreditprüfung sehr ernst zu nehmen.
Leider kam dann im Februar das große Erwachen: lendico hatte seine Anleger einfach angelogen nicht vollständig informiert. Wie sich später herausstellte, waren rund 30% meiner Anlagen zumindest mal kurzzeitig im Verzug gewesen. Ob aus technischer Unfähigkeit oder bewußtem Kalkül wurden diese zunächst von lendico selbst übernommen - bis die Summen dann doch mal zu hoch wurden. In einer sehr unschönen Aktion wurden so alle Zahlungen um bis zu 10 Tage nach hinten verschoben und die Verzüge seither ordnungsgemäß aufgeführt und nicht ausbezahlt.
Allerdings ist noch immer nicht nachzuvollziehen, ob eine Rate zu spät bedient wurde oder immer pünktlich bezahlt.

Die Rendite scheint immer noch ok zu sein und die Verzüge (Ausfälle gibt es noch keine) halten sich im branchenüblichen Rahmen.

Mein Fazit

lendico hat sich mein Vertrauen ganz schön verspielt. Auch wenn jetzt einige PR-Aktionen und Kulanzangebote laufen, werde ich auf längere  Zeit bei diesem Unternehmen nicht mehr investieren.

Für Neuanleger sollte die Situation jetzt ok sein denn man wird jetzt offen(er) informiert. Wenn man auf der Webseite auch mal Statistiken zur Verzugs- und Ausfallrate finden würde und diese ehrlich kommuniziert, wäre man da einen bedeutenden Schritt weiter.

Sollten sich, und davon ist inzwischen auszugehen, die Ausfallquoten in den Größenordnungen der Mitbewerber einpendeln, ist insbesondere eine Investition in gute Bonitäten wohl kein gutes Geschäft. Bei Zinsen von gut 2% und einer Gebühr von 1% bleibt da wenig Raum, Ausfälle zu kompensieren.

Man wird den Markt bei lendico gut beobachten müssen. Bei der aktuellen Zinslage und der nicht vorliegenden Statistik zu Ausfällen scheint ein Investment recht riskant.

Dienstag, 7. April 2015

Bondora oder es regiert das Chaos

Bei Bondora, ehemals isepankur, investiere ich seit 2 1/2 Jahren. Es ist für mich die mit Abstand spannenste Plattform, auch wenn es im Moment ziemlich drunter und drüber geht.

Bondora - mein Kurzsteckbrief

Bondora ist ein p2p-Kreditvermittler in Estland, der Kreditgeber aus aller Welt nach einer Identitätsprüfung akzepiert. Da die Anlagen in Euro getätigt werden, besteht kein Währungsrisiko und der Geldtransfer ist aus dem Euroraum per SEPA-Überweisung mit einer Laufzeit von etwa einem Tag gut zu bewerkstelligen. In die Gegenrichtung geht es genauso schnell.
Anlagen sind in Stückelungen ab 5€ möglich. Ein Weiterverkauf mit Aufgeld bis zu 40% oder Abschlägen ist möglich (wenn man einen Käufer findet), dabei wird für beide Seiten eine Gebühr von 1,5% fällig (auf den Verkaufspreis). Sämtliche ausstehenden Zinsen gehen mit an den Käufer über.

Kreditnehmer kommen aus Estland, seit zwei Jahren auch aus Finnland und zuletzt Spanien. Der Markt in der Slowakei wurde anscheinend wieder aufgegeben.

Bondora bewertet die Kredite selbst in 9 Risikostufen. Danach berechnen sich auch die Zinsen, zumindest seit 2015. Es gibt Zinssätze von gut 10% bis knapp 100% p.a. Nach den prognostizierten Ausfällen sollen sich da Renditen von etwa 10-20% ergeben. Das Bewertungssystem ist noch zu neu, um diese Voraussage verifizieren zu können. In der Vergangenheit ergaben sich Renditen bis zu 20% vor Steuern.

Meine Erfahrungen

sind sehr ambibalent. Einerseits habe ich bislang eine sehr gute Rendite eingefahren. Sie liegt bei 28% bzw. 25%, wenn ich ausgefallene Tilgungen gegenrechne. Das klingt fantastisch.
Allerdings haben sich auch sehr hohe Ausfälle und Verzüge aufgetürmt. Nur noch etwa die Hälfte meine Kapitalanlage ist nicht im Verzug, etwa 1/3 im Status 60+-Verzug und damit im laufenden Inkasso. Das ist noch einen Tick "schlimmer" als bei Auxmoney.

Was am Ende an Gewinn tatsächlich übrig bleibt, hängt also stark vom Inkassoerfolg ab. Der sieht zumindest für Kredite aus Estland historisch nicht schlecht aus - 80% bis über 100% der ausstehenden Tilgung kamen nach 3-4 Jahren doch noch herein (über 100% = mit Teilverzinsung).

Probleme machen insbesondere die Kredite aus Spanien. Hier sind extrem hohe Ausfälle von über 50% zu beklagen - nun versteht man auch, was die o.a. extrem hohe Zinsen sollen. Ob damit am Ende die Rechnung aufgeht oder ob sie nicht sogar ein Gericht als Wucher kassiert, bleibt die offene Frage.

Bondora ist die einzige Plattform, die praktisch alles Datenmaterial zum download und zur eigenen Auswertung anbietet. Ich bin aber erst dabei, mich in die Nutzung einzuarbeiten. Die aufbereiteten Daten auf der Webseite erscheinen tendenziell deutlich zu optimistisch und verfälscht z.B. durch nicht zustande gekommene Kredite.

Mein Fazit

Ich habe vor etwa  einem halben Jahr aufgehört neues Geld zu bondora zu tranferieren, reinvestiere aber alle Rückflüsse. Der momentane Markt ist sehr unübersichtlich, bondora ist ständig am restrukturieren.
Sehr oft lege ich mein Geld am Zweitmarkt an. Meine Strategie ist bewußt offensiv: hohe Chancen, hohe Risiken. Ob sich das auszahlen wird, kann ich erst in 1-2 Jahren beurteilen. Allerdings werde ich kaum noch spanische Kredite kaufen.

Da mich das Handling der Webseite nicht völlig zufrieden stellt, habe ich ein eigenes Tool (Firefoxplugin) entwickelt, das mich unterstützt (näheres dazu in einem späteren Eintrag, im Moment verweise ich auf ml-tipps.de/bondora). Ständiges Ändern am Layout und temporäres (?) Abschalten einiger Funktionen durch bondora erleichtert die Arbeit aber nicht gerade.

Für Erste würde ich dem Neueinsteiger bei Bondora raten, sich zurückzuhalten bis das Chaos sich gelegt hat. Kleinere Investments von Hand, auch au dem Zweitmarkt, würde ich dem automatischen Investieren per Portfoliomanager so lange vorziehen, bis man das System verstanden hat. Oder jedenfalls nur sehr kleine Stücke in den besseren Bonitäten bis maximal C einstellen.

Weitere Beiträge zu Bondora folgen mit Sicherheit.

Montag, 6. April 2015

Rendite bei Ratendarlehen

Bei den meisten p2p-Plattformen (von meinen alle außer ablrate und estateguru) werden die Kredite über die Laufzeit zurückbezahlt. Der Kapitalausstand verringert sich also Monat für Monat, entsprechend auch die Zinsen. Für den Unerfahrenen führt das zu Verwirrungen - ein Darlehen von 100€ über eine Laufzeit von 5 Jahren wirft bei 10% Zinssatz nicht 50€ an Gesamterträgen ab, sondern in etwa nur die Hälfte. Nach kurzem Nachdenken: klar, im Schnitt war das Kapital ja auch nur für 2,5 Jahre verliehen, schon mit der ersten Rate wurde ein Teil der Schuld getilgt.
Dafür bleibt die Rate als Summe von Zins und Tilgung über die gesamte Laufzeit gleich - kleinere Abweichungen gibt es manchmal durch die Gebühren der Plattformen.

Und damit ist man auch schon bei einer guten Faustformel: die erzielten Zinsen sind etwa halb so hoch wie bei einer Festgeldanlage zu gleichen Konditionen. Wie gesagt, die genannte Rendite stimmt trotzdem. Im Internet sind jede Menge Ratenberechnungsprogramme zu finden, mit denen ihr das durchspielen könnt.

Allerdings wird jede Vorausberechnung zur Makulatur, wenn es zu Ausfällen oder vorzeitigen Rückzahlungen kommt. Und das passiert eigentlich immer. Wie kann man sich dann über die aktuelle Rendite informieren?

Zumeist gibt es solche Kennzahlen in der Kontoübersicht des Anbieters. Allerdings sind die angezeigten Zahlen oft sehr wenig aussagekräftig. Bei auxmoney z.B. werden Renditen angezeigt die deutlich über den Zinssatz des verliehenen Gelds hinausgehen - da ist natürlich unmöglich. Da werden Buchungen einfach falsch durchgeführt und vorzeitige Rückzahlungen als Erträge eingepreist - da das systematisch seit Jahren passiert, darf durchaus eine gewisse Absicht unterstellt werden.

Zwei Arten der Renditeberechnung

Prinzipiell muss man unterscheiden zwischen der bislang erzielten Rendite (das ist der Wert, der von dem meisten Anbietern angezeigt wird) und der am Ende der Laufzeit erwarteten Gesamtrendite.
Der erste Wert ist zwar ein guter Rückblick auf die Vergangenheit, wäre aber nur dann zu realisieren, wenn man alle ausstehenden Kredite sofort zum verbleibenden Nennwert verkaufen könnte. Meistens sind hier keinerlei Verluste eingerechnet, nicht einmal die bereits ausgefallenen Tilgungszahlungen. Von daher ist diese Rendite prinzipiell zu optimistisch. Eine bei bondora oder omaraha angezeigte Rendite (XIRR, RTI) von 25% und teilweise mehr ist also zwar nicht sachlich falsch aber eben nur die halbe Wahrheit.

Die zu erwartende Gesamtrendite liegt natürlich aktuell nicht fest. Schließich werden zukünftige Ausfälle aber auch Zahlungen aus Inkasso den Wert maßgeblich beeinflussen, hier kann man also nur von Schätzwerten ausgehen.
Viele sprechen von einer worst-case-Annahme, wenn sie alle in Inkasso befindlichen Summen voll und die in Verzug z.B. zu 50% abschreiben. Aber nicht einmal das stimmt. Denn in der Regel werden auch noch von den laufenden Krediten welche ausfallen.

XIRR oder XINTZINSFUSS

Man wird also nicht darum herumkommen, eigene Berechnungen durchzuführen. Allerdings sind die schon bei einem einzelnen Kredit mit unregelmäßigen Zahlungen nicht mehr von Hand, auch nicht unter Zuhilfenahme eines Taschenrechners leistbar. Bei einer Vielzahl von Krediten sowieso nicht. Dann wird man sich aber auch nicht mehr für den einzelnen Kredit interessieren (bei bondora habe ich über 2000 Anteile von 5-10€) sondern für den Durchschnittswert.
Möglich wird die Berechnung unter Zuhilfenahme eines Kalkulationsprogramms wie excel (R) oder dem kostelosen LibreOffice Calc. Notwendig ist es "nur" die jeweiligen Kapitalzu- und abflüsse festzuhalten (was bei Anbietern mit einem eigenen Verrechnungkonto natürlich einfacher ist) und einen vernünftigen Restwert anzunehmen. Den Rest erledigt dann das Programm.


Hier in diesem Beispiel gibt man in Spalte A die Buchungsdaten, in B die jeweiligen Summen an. Dabei werden Einzahlungen negativ, Auszahlungen (die das Konto tatsächlich verlassen) positiv gezählt. In der rechten Hälfte finden weitere Berechnungen statt. Hier sind es nur der aktuelle Kontostand an Barmitteln und der Restwert der Investments. Natürlich kann man hier Wertberichtigungen durch Verzüge/Ausfälle zusätzlich berechnen und dann einbeziehen.
All das vorhandene Kapital wird dann aufsummiert in Zelle B34 abgelegt - neben dem aktuellen Datum =HEUTE(). Darunter findet dann die eigentliche Berechnung statt: =XINTZINSFUSS(B4:B34;A4:A34;0,1) hier sind also einfach nur die Reihen der Beträge und dazugehörigen Daten aufgeführt. Der letzte Wert ist ein Schätzwert für die Rendite (0,1=10%). Der spielt nur eine Rolle, wenn eine negative Rendite zu erwarten ist, sonst klappt die Berechnung nämlich nicht.
Wichtig ist also nur die Disziplin, die jeweiligen Buchungen festzuhalten und schon hat man den Überblick über seine Renditen.

Sonntag, 5. April 2015

Ein Jahr zencap

Zencap feiert dieser Tage sein einjähriges Jubiläum. Ich war von Anfang an mit dabei und habe die vollen 10k€ investiert, die man ohne eigenes Konto dort anlegen kann (auch um Sonderaktionen auszunutzen).

zencap - mein Steckbrief

Zencap bietet Investitionen in Unternehmenskredite. Die Stückelung beträgt 100€. Die Kreditsummen liegen meist bei mehreren 10.000€ bis etwa 200.000€. Es gibt verschiedene Scoringklassen, die im Wesentlichen den Zinssatz bestimmen, der sich in der Regel zwischen 5% und gut 10% bewegt.
Die Laufzeiten gehen von 3 Monaten bis zu 5 Jahren, der Schwerpunkt liegt bei 3 Jahren. Da es Ratenkredite sind, hat man also in der Regel nach 18 Monaten bereits die Hälfte seiner Anlagesumme + Zinsen zur Verfügung. Der nominelle Zinssatz reduziert sich durch die Gebühr für den Anleger um jeweils einen Prozentpunkt.
Die Kreditprojekte sind kurz vorgestellt und mit unterschiedlich ausführlichen Unterlagen hinterlegt. Bei einigen gibt es persönliche Bürgschaften.

Meine Erfahrungen

sind zwiespältig. Mit einer Rendite von gut 5,7% und bislang keinen Zahlungsverzögerungen bin ich ziemlich zufrieden. Die Auszahlung erfolgt sehr schnell nach dem Zahlungstermin am 15. eines Monats. Die gebotenen Beträge werden unkompliziert durch Lastschrift eingezogen, allerdings ziehen sich die Zeiten zwischen Gebot und Auszahlung mitunter sehr lange (abgebucht wird aber erst kurz vor der Auszahlung). Ab und an gibt es Sonderaktionen, die die Rendite erhöhen (s.u.).

Meine Verteilung nach Bonitäten:



Soweit so positiv. Das Handling auf der Webseite betreffend die Verwaltung der Verträge ist allerdings stark verbesserungswürdig und das Webfrontend steckt voller Fehler. Ein Nachvollziehen der Buchungen ist bei vielen Kreditanteilen ohne großen Aufwand nicht möglich und die angezeigten Buchungen stimmen nicht immer (die Buchungen an sich aber, soweit ich das kontrolliert habe schon). Von Betreiberseite gibt es seit langem Versprechungen, das anzugehen aber seit Monaten werden nicht mal die einfachsten Fehler (defekte Links etc.) verbessert. Das macht alles keinen sehr professionellen Eindruck. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass auch zencap Verzüge nicht immer gleich weitergemeldet hat. Allerdings hat man wohl nie eigenes Geld ausgezahlt, somit ist das deutlich tiefer zu hängen als bei lendico.

Mein Fazit

Ich habe mein vorläufiges Anleiheziel erreicht und werde das vorläufig nicht aufstocken. Inzwischen sind etwa 20% der Anlagesumme zurückgeflossen. Ausfälle gab es ebensowenig wie vorzeitige Rückzahlung. Ich habe auch gut die early-bird-Aktionen mitgenommen und über 200€ an Bonusaktionen bekommen.
Sollte es möglich werden, auch ohne "Premiumkonto" mehr zu investieren werde ich ernsthaft darüber nachdenken.
Bislang scheint insgesamt erst ein Projekt ausgefallen zu sein - bei mittlerweile 13Mio ausgeliehener Summe ist das ein gutes Ergebnis. Die Kreditprüfung scheint also recht gut zu funktionieren - bei den höheren Summen ist das auch effizienter durchzuführen als bei 50 x 1000€ Konsumentenkrediten.
Ich kann diesen Anbieter also im Moment eher empfehlen. Die Rendite ist zwar nicht besonders hoch, das Risiko aber auch nicht.

Wer über eine Anlage (oder einen Kredit) nachdenkt, kann das über diesen
Link (Referer mit 25€ Anmeldebonus) machen - so erhalten Werbender wie Neuanleger einen Bonus. Für Kreditnehmer soll die Ersparnis bis zu 1000€ betragen - siehe Link.

Samstag, 4. April 2015

Tipps für Anfänger

Wer sich erstmas mit p2p-Krediten beschäftigt, ist meist völlig begeistert. Hohe Renditen, vielleicht sogar zweistellig, scheinen plötzlich möglich, das Risiko überschaubar. Nach den ersten Anfangserfolgen möchte man gern größere Summen investieren. Doch abgesehen davon, dass die meisten Marktplätze nicht beliebig skalieren, kommt nach 1-2 Jahren meist die Ernüchterung. Das soll aber nicht heißen, dass sich das Anlegen nicht lohnt.

1. Informieren ist wichtig

... und zwar bevor es mit dem dem Anlegen losgeht. Zwar scheint es äußerst schwierig zu sein, aus den Fehlern anderen zu lernen, zu oft habe ich in Foren gelesen "mir passiert das doch nicht". Dennoch hilft es, etwas Skepsis zu bewahren bevor man in die Vollen geht. Mitunter bekommt man auch richtig gute Tipps oder kann sich von den "alten Hasen" etwas erklären lassen, was man nicht auf Anhieb versteht. Beste deutsche Anlaufadresse ist das Forum von Claus, http://www.p2p-kredite.com/diskussion/. Zwar überwiegt in solche Foren generell die kritische Stimmung, dennoch sind viele der dort geäußerten Probleme real.

2. Klein anfangen

Um erstmal zu verstehen, wie die Sache funktioniert, sollte man bei seinen ersten Investitionen je Anteil im unteren zweistelligen Bereich bleiben. Je nach Platform sind dann zwar die Gebühren etwas höher, die für später gesammelte Erfahrung wird das aber vielfach aufwiegen.
Streuung ist wichtig. Ausfälle sind prinzipiell nicht zu vermeiden, und ein Komplettverlust von 500€ schmerzt schon ganz gehörig. Prinzipiell gibt es keine Möglichkeit einen Kreditanteil zu finden, der garantiert nicht ausfällt - es ist alles eine Frage der Statistik. Ob die Ratingsysteme der Anbieter gut funktionieren, darf sowieso hinterfragt werden. Aber selbst wenn sie funktionieren, fallen dennoch sogar in der besten Stufe z.B. 0,5% aller Kredite aus.

3. Automatisches Bieten vermeiden

Das ist kein Rat, der für immer gilt. Aber gerade am Anfang, wenn man noch wenig Gespür hat, kann man hier sehr schnell sehr viel Geld in Kredite investieren, die ein sehr hohes Risiko besitzen. Die einzigen Ausnahmen sind aus meiner Sicht im Moment mintos und twino (da Rückkaufgarantie).
Später, insbesondere wenn man größere Beträge investieren will, wird man an diesen Assistenten nicht vorbeikommen. Auch wurde bislang nicht nachgewiesen, dass ein Portfolio, das z.B. aufgrund von Kreditnehmerbeschreibungen zusammengestellt wurde, den Markt schlägt. Aber wie man die wenigen Parameter, die man konfigurieren kann einstellt, sollte man schon wissen. Denn der Automat ist unerbittlich - er bietet bis alles Geld weg ist.


4. Ein klares erstes Investitionsziel

und dann eine Pause von mindestens ein paar Monaten. Je nach persölichem Vermögen sollte das etwa 1-3% des liquiden Gesamtvermögens nicht überschreiten. Dazu gehört sehr viel Disziplin. Vielleicht kann man so lange eine andere Platform ausprobieren.
Die ersten Ausfälle merkt man frühesten nach 3 Monaten, nach einem Jahr kann man sich dann deutlicher vorstellen, was Sache ist. Und dann weiter investieren oder es sein lassen.

5. Zeit einplanen

p2p-Investing sollte Spaß machen und nicht nur untere Renditegesichtspunkten gesehen werden. Wenn man anfängt, seine Zeit mit einzukalkulieren, wird die Rendite nicht so lohnend ausfallen. Natürlich freut man sich, bei einem Intradaygeschäft auf dem Zweitmarkt von bondora innerhalb von Stunden 7% verdient zu haben - die absolute Summe von 1,35€ (oder noch weniger) ist dann doch ernüchternd. Aber es hat Spaß gemacht!

Diese Ratschläge gelten für alle Marktplätze. In späteren Beiträgen werde ich das weiter ausdifferenzieren. Ein letzter noch:

6. Der aktuelle Kredit ist nie der letzte

Zu spät geboten, zu lange gezögert? Macht nichts! Niemals über eine scheinbar verpasste Gelegenheit ärgern. Es wird hunderte weitere geben!

smava oder wie alles begann

2009 entdeckte ich p2p lending. Wie genau kann ich mich nicht mehr erinnern aber irgendwie war ich auf die smava-Webseite gekommen. Und sofort fasziniert von dieser Idee. Diese Faszination hat bis heute angehalten, auch wenn ich nicht mehr bei smava selbst anlege.

smava - mein Steckbrief

smava ermöglicht Anlagen in einer Stückelung von 250€ - das ist nach heutigen Maßstäben jeweils ein großer Brocken. Eine ordentliche Streuung ist damit nur mit einer Anlagesumme von 10k oder mehr möglich.
Es gibt verschiedene Laufzeiten ab 36 bis 84 Monaten und verschiedene Risikoklassen von A-H.
Jeder dieser Kombinationen, und das ist ein Alleinstellungsmerkmal von smava, ist ein sogenannter Pool zugeordnet. Über diesen werden die Verluste durch ausgefallene Kredite an alle Anleger in dieser Anlageklasse verteilt. Das bedeutet, dass man nie die volle Tilgung ausbezahlt bekommt, sondern nur den Anteil, der insgesamt von allen Kreditnehmern bezahlt wurde (Poolquote). Das kann im Extremfall bedeuten, dass man trotz vollständiger Zahlung des "eigenen" Kreditnehmers nur weniger als 60% der Tilgung ausbezahlt bekommt! Die Zinsen bekommt man aber im vollen Umfang. Umgekehrt bekommt man aber nach einem Ausfall diesen Anteil der Tilgung weiter bezahlt, wodurch ein Totalausfall unmöglich wird. Fällt ein Kredit also nicht gerade am Anfang der Laufzeit aus, so bekommt man meist einen Kapitaleinsatz zurück - allerdings bleiben am Ende, wenn alles gut ging, z.B. von 12% Verzinsung auch nur 6% Rendite übrig.
Um die Rendite abschätzen zu können, muss man also sowohl die Poolquote als auch die nominelle Verzinsung einkalkulieren.

Meine Erfahrung

War anfänglich sehr gut. Renditen um die 7% schienen möglich (im damaligen Umfeld ca. 2% für Tagesgeld). Zunächst konnte man Kredite selektieren, nach Plausibilität, (vermeidlicher) Ausfallwahrscheinlichkeit, nach Story. Social lending.
Damit war aber bereits nach einem Jahr Schluss. Zuviel Kapital stieß auf zu wenige Kreditnehmer. Kreditanteile waren nur noch durch automatische Gebote zu ergattern, die über eine Warteliste abgearbeitet wurden. Die Beschreibungen wurde standadisiert und hatten keine Aussagekraft mehr.
Die Seiten, die Statistiken anboten wie http://www.beobach.de/smava_kredite.html schliefen ein, da sie keinen Mehrwert mehr boten. Das Forum wurde eingestellt. Gleichzeitig sanken die Effektivrenditen immer weiter ab.
Ich habe Ende 2011 meine Investitionen eingestellt.

Die aktuellen Zahlungsquoten sind inzwischen fast nicht mehr aufzufinden (nur für eingeloggte User).

Das ist z.B. der Stand April 2015 für 60er-Pools.

ABCDEFGH
Erwartete Zahlungsquote 98,7 % 97,2 % 96,1 % 95,2 % 93,8 % 92,0 % 88,4 % 83,3 %
Letzte finale Zahlungsquote 91,6 % 88,4 % 80,8 % 80,8 % 78,5 % 78,2 % 72,1 % 59,2 %

Man sieht deutlich, wie stark in jeder Bonität der Auszahlungswert hinter die Erwartungen zurückgefallen ist.

Mein Fazit

Schade um smava. Zwar gibt es diesen Anbieter immer noch, jedoch wurde das p2p-Geschäft stark zurückgefahren und die anfänglich so vorbildliche Kommunikation mit den Anlegern kam praktisch zum Erliegen. Im momentanen Zinsumfeld kann man mit Anlagen dort aus meiner Sicht keinen Blumentopf mehr gewinnen - zumindest bei den Krediten über eine Laufzeit von fünf Jahren wird mankaum noch sein Geld jemals wiedersehen (36 Monate sehen etwas besser aus).

Mein maximal angelagter Betrag: knapp 30k
Bisherige Rendite: 5,4%
Noch investiert: 3k
Erwartete Endrendite 5%
(alles vor Steuern)

Und los geht's

Hallo,
in diesem Blog möchte ich euch in Zukunft an meinen Erfahrungen aus sieben Jahren p2p-Anlagen teilhaben lassen.
Los ging es bei mir 2008 mit smava, einer der Pioniere in Deutschland. Anfangs durchaus lukrativ kam diese Anlagemöglichkeit jedoch ab 2011 ziemlich unter die Räder, da steigende Ausfälle und zugleich sinkende Zinsen keine gute Kombination darstellen.
Ein Jahr später kam auxmoney dazu. Gute Idee, schlecht umgesetzt. Auch diese Anlagen sind bei mir am Auslaufen. In ein paar Monaten, Herbst 2015, werde ich mein gesamtes eingesetztes Geld dieser beiden Plattformen zurückerhalten haben - dann kommen die Gewinne :)

Inzwischen lege ich international an: nach bondora (ehemals isepankur) kamen ablrate, estateguru, mintos dazu. Omaraha war nur ein kurzes Zwischenintermezzo.

In Deutschland wurden die beiden Rocketableger zencap und lendico getestet. Beide überzeugen im Moment noch nicht.

Schwerpunkt meiner Anlagen ist bondora - hier hat man bislang einfach die weitgehensten Möglichkeiten.

Meine Renditen reichen von ca 3% bis etwa 20% p.a. - allerdings ist eine Zwischenbilanz oft nicht sehr aussagekräftig: sehr viel hängt doch von den Ausfällen ab. So wird man erst am Ende sagen können, was tatsächlich hängenbleibt. Bei smava werden das (vor Steuern)  gut 5% sein, bei auxmoney etwa 4%. Im Vergleich zu Festgeld keine schlechten Werte - allerdings ist das Anlegen nicht nur sehr viel riskanter (und nicht wenige erwirtschaften eine negative Rendite) sondern auch sehr zeitaufwändig. Sehr schnell hat man hier also ein neues Hobby "am Hals".

Ich habe viel gelernt und meinen Horizont, nicht nur was Geldanlagen angeht, sehr erweitert.

In diesem Sinn ein erfolgreiches Anlegen!
Martin aka Oktaeder

Ach ja, unter diesem Namen bin ich seit Jahren in Foren unterwegs, z.B. bei
http://www.p2p-kredite.com/diskussion/, ein Forum, das ich jedem Interessierten nur wärmstens ans Herz legen kann.