Sonntag, 14. Januar 2018

Dummenfang mit "Tankrabatt"

Bei der Suche nach eine kostenlosen Kreditkarte, nachdem Fidor demnächst auch 1,75% für Fremdwährungseinsatz verlangt, bin ich auf https://www.drivango.de gestoßen. Das ist übrigens eine Tochter von EON.
Vorweg: die Kreditkarte ist ganz ok. Mit den üblichen Vor. und Nachteilen der advanzia Masterkarte (extrem hohe Zinsen bei Teilzahlungen/Bargeldabhebungen, Kleingedrucktes lesen!), angeblich sogar mit der Möglichkeit Lastschrift einzurichten (geht beim Original nicht), was man aber wohl jedes Jahr erneuern muss.. egal, wer damit umgehen kann, bekommt ne günstige Karte.
Das Gedöns mit den Tank"rabatten" ist aber absolut absurd und grenzt an Kundentäuschung. Es gibt nämlich keinen Rabatt. Ihr könnt über diverse Partnershops Punkte sammeln und diese werden dann beim Tanken abgerechnet. Und zwar je nach Punktestand zu in der Regel bis zu 2,5% der Tanksumme. Hä?! Ich musste mir das auch mehrmals durchlesen. Da steht was von "doppeltem Rabatt" wenn man vorher noch mit der APP rumspielt (die es sowieso mal wieder nicht für mein WindowsPhone gibt). Ist natürlich Quatsch - man gibt auch seine Punkte doppelt so schnell aus. Und an die ist es schwierig zu kommen. Für 100€ Kreditkartenumsatz erhält man z.B. ganze 15ct. Wow. Die kann man dann beim Tanken ausgeben und spart sich dumm und dämlich.

Ich habe selten so ein schwachsinniges und aufgeblasenes Konzept gesehen. Da bleibe ich bei shoop - da sind die cashbacks deutlich höher und werden in bar ausgezahlt. Und selbst payback ist, wenn man sich der Datensammlerei stellen will, um Klassen besser. Klar, e.on muss sich andere Einnahmequellen erschließen. Nur darum geht es. Kann man, abgesehen von der Masterkarte, also vergessen.

Samstag, 13. Januar 2018

Erster Ausfall für Anleger von Moneything

Nachdem jahrelang alle Kredite, zum Teil nach Verlängerung mit opt-out-Möglichkeit, ohne wenn und aber zurückbezahlt worden sind, zeigt sich nun die Risikoseite der Zinsen im zweistelligen Bereich.
Ab Mitte 2017 sind gleich einige Kredite ausgefallen. Das hat für die Anleger nicht unbedingt negative Konsequenzen, auch wenn erst einmal keine Rück- oder Zinszahlungen mehr gibt. In mindestens zwei der (soweit mir bekannt) fünf Fälle wurde bzw. wird das volle Kapital zzgl. angefallener, durch den Default sogar erhöhter Zinsen an die Anleger bezahlt.

Nun gibt es den ersten Sündenfall:
"12/01/2018
During November and December we received a number of offers for the property; all of which were lower than expected. We have accepted the best offer and the sales process is underway. The offer is not sufficient to provide a full capital recovery to lenders.

It is our intention to provide lenders with a partial capital repayment following the completion of the sale of the property which will be in the region of 70% of capital. The exact amounts will be provided once the full costs of recovery have been received from the recovery agents and legal advisors. Lenders will be repaid proportionally according to their holding in the loan.

We have been working with our legal teams to pursue other options to cover the shortfall of capital and interest accrued. It is likely that it will take some time to produce any results from this part of the recovery process.
"
Konkret heißt das, dass vom angegeben Wert ( L650.000) nur etwa die Hälfte erlöst werden konnte. Die Anleger verlieren von ihren 450k knapp ein Drittel, zumindest wenn durch weitere gerichtliche Verfahren nicht noch etwas hereinkommen sollte. Ich selbst werde wohl knapp 100€ einbüßen, gut 10€ Zinsen hat mir der Kredit vorher eingebracht.

Auf mich wirft das ganze Prozedere kein so gutes Licht auf MT. Auch der jetzige Ausgang zurde den Anlegern nicht per Mail mitgeteilt sondern steht lediglich unkommentiert auf der Webseite unter Updates. Ich werde meine Investitionen dort eher abbauen.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Bondora doesn't treat all lenders equal

Since about two years bondora takes fees from repayments from defaulted loans. From some repayments. In the beginning these fees hat been some 10-15%. No they are 35% or even much more. Or nothing. There is no way for a lender to calculate or even understand those fees.

Two examples:

Borrower BO292912A. He has multiple bondora loans, and we look deeper in two of these.

Loan issued: 19/07/2016, a "C"-loan. Defaulted a year before.
80% of the principal is repaid, a big part of this this week.


It was a 50€-part. Dept servicing cost is very low, some 20%.

Another loan is from 25/11/2014, a "D"-loan. Defaultet 11/2016.

94% repaid.

25€-part. So the principal repaid should be half of the other loan. But it isn't. More: the fee is here much more than 50%!

The reason, so Bondora, is that for the first loans are penalties paid. There are all gone now, by the way. And (even if my contract of this time defines such penalties) bad luck: fees are taken from penalties first.

But even the interst part of the fees is much higher than the other loan almost the same amount for a 25€-part.

Sorry, I don't understand the math. And I don't trust bondoras IT at all.

Another example:


What the f.. ?!
Some parts are completly repaid, others only a very small part. Same loan, same purchase date.
I can't believe it.

Samstag, 23. Dezember 2017

Fünf Jahre Bondora

Nun habe ich bei meiner Anlegezeit bei Bondora das fünfte Jahr hinter mich gebracht. Noch immer handelt es sich um meine interessanteste aber auch zeitintensivste Anlage.

Auf die Idee hier zu investieren kam ich durch das p2p-Forum und einen Hinweis von Claus Lehmann. Damals schien mir diese Anlage im Baltikum als sehr exotisch und riskant. Allerdings zeichnete sich damals schon ab, dass auxmoney und smava (für mich) keine Zunkunft haben werden. Auch alle weiteren deutschen Plattformen wie lendico oder zencap/funding circle erwiesen sich als Megaflop, wärend weitere baltische Anlageplattformen wie Pilze aus dem Boden schossen und inzwischen sehr viele Anleger aus Deutschland dort anlegen.

Die ersten Kredite sind längst zurückbezahlt und haben eine schöne Rendite abgeworfen. Erst ein halbes jahr nach dem Start, ca. Kredit #100, ist noch etwas im Verzug - einschließlich bezahlter Zinsen fehlen aber nur etwa 5%. Das waren goldnen Zeiten! Erst im August 2013 taucht ein Kredit auf, bei dem bis heute nur 4% bezahlt sind. 2014 wird das ganz anders, hauptsächlich durch die Marktöffnung nach Finnland und Spanien. Auch insgesamt geht heute noch bei Bondora Masse vor Klasse. Auch wenn man von den absolut hoch verzinsten Krediten (200% und mehr) nun wieder Abstand genommen hat. Kommentarlos übrigens. Der Erste Spanier, der Ende 2013 auftaucht war gleich so ein Rein- und Ausfall. Von 15€ gerade mal 8ct bezahlt. 10.000€ haben die Anleger verloren - und der auf dem Papier stehende Schuldenstand ist inzwischen auf das 5fache angewachsen. "09/05/2017 Recovery Court - Civil claim" ist der letzte Eintrag. Wenig Hoffnung.

Mein ältester Kredit, der heute noch (regulär) zahlt ist übrigens vom September 13. Fünf Jahre sind doch eine ganz schön lange Zeit. Obwohl ich hier schon deutlich mehr zurückbekommen habe als meine Einlage war sind bei 28% Zinsen noch fast die Häfte der Schulden ungetilgt.

Bondora hat immer noch eine Sonderrolle inne. Trotz vieler zum Teil gravierender Änderungen, die meisten davon für den Anleger zum Nachteil. Aber wer ernsthaft damit gerechnet hatte, dass 28% Zinsen bei vergleichsweise geringem Risiko lange Bestand haben werden, muss sowieso sehr naiv gewesen sein.

Heite kann man bei breiter Streuung vohl von einer Rendite von knapp 10% ausgehen. Vor Steuern. Und da die Absetzbarkeit von Verlusten noch nicht wirklich umgesetzt wurde, schlägt diese gerade bei den höheren Zinssätzen durch. Konservative Anleger, soweit man im p2p-Bereich davon sprechen kann, sollten ausschließlich auf Kredite aus Estland im niedrigen bis mittleren Risikobereich setzen. Mit dem neuen Portfolio-Pro-Manager geht das (wieder).

Für die Adrealinjunkies unter uns eröffnet insbesondere der Handel mit Krediten im Verzug eine breite Spielwiese. Der Zweitmarkt mit allen Möglichkeiten die er bietet, angefangen mit eine API-Schnittstelle bis hin zum Handel mit ausgefallenen Krediten und Abschlägen von bis über 90% ist ein Alleinstellungsmerkmal von Bondora. Zusätzlich bekommt der interessierte Anleger durch den Zugriff auf eine detaillierte Gesamtstatistik sämtlicher Kredite die es je gab die Möglichkeit, eigene Strategien zu entwickeln um den Markt zu schlagen. Ob das nachher auch gelingt, ist eine andere Sache - aber es ist auf jeden Fall ist es spannend.

Die API ist die große Errungenschaft der letzten Jahre - zumindest für mich. Es sind mittlerweile eine ganze Reihe von Tools entstanden, die eine bessere Verwaltung meiner deutlich über 5000 Anteile (da klingt nach sehr viel, aber es geht ja inzwischen schon bei 1€ los) erlauben und automatisierten Handel durchführen. Das bringt mir jede Woche ein paar Euro zusätzlich ein. Auch andere nutzen diese Tool - allerdings ist der Kreis auf ein knappes Dutzend beschränkt.

Bondora macht inzwischen Gewinne. Das ist gut so und wichtig, aber es hat insbesondere die Anleger einiges gekostet. Sämtliche Eintreibungen aus Krediten im Inkasso (und das ist eine gewaltige Anzahl) werden mit einer "Gebühr" von im Schnitt 35% belastet. Sehr durchsichtig ist diese Gebühr nicht und oft weichen die Sätze von diesem Wert ab. Allerdings kommen nicht unerhebliche Zahlungen aus dem Inkasso. Das muss auch so sein, damit die Rendite am Schluss stimmt.

Ich habe schon lange kein frisches Geld mehr bei Bondora einbezahlt, aber auch keines abgezogen. Die ständigen Rückflüsse aud Rückzahlungen und Verkäufen reichen völlig zum Investieren aus. Alles in allem halte ich Bondora weiterhin für eine spannende und andersartige Alternative auf dem p2p-Anlagemarkt. Neuanleger bekommen über einen Werbelink, z.B. https://www.bondora.com/ref/oktaeder übrigens 5€ geschenkt. Mein Rat ist es, die Sache langsam angehen zu lassen, aber auch die Flinte nicht zu schnell ins Korn zu werfen. Denn wie gesagt, zumindest bei estnischen Krediten heißt Inkasso noch langen nicht, dass man von seinem geld nichts mehr wiedersieht.

Ich wünsche allen Lesern eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins Anlagejahr 2018.
Euer Martin alias "Oktaeder".

Samstag, 2. Dezember 2017

November-News von Bondora

Ehrlich gesagt, im Moment bin ich von Bondora nicht so begeistert. Das hat gleich mehrere Gründe.

1. Performance
November 2017 war mein bislang schlechtester Monat. Das Zahlungsziel wurde um über 10% verfehlt. Zahlungsziel sind nicht die tatsächlich anstehenden Zahlungen nach Plan, sondern die nach bisherigen Erfahrungen vermindeten. Bislang konnte dies immer recht gut erreicht werden, diesmal war das nichts. Es sind auch wieder einige Kredite mehr ausgefallen als in den Monaten zuvor, und das lag nicht an einer veränderten Anlagestrategie. Ich kann nur hoffen dass es sich um einen Ausreißer handelt.

2. Technik
Seiot über einer Woche hakt das System gewaltig. Verkäufe sind mitunter gar nicht mehr einstellbar, vollzogene Käufe dauern viele Minuten, bis sie umgesetzt werden. Da ärgert mich nicht nur die unnötige Wartezeit sondern auch der Umsatz an verkauften Krediten sinkt massiv.
Angeblich ist man bei Bondora am arbeiten und nächste Woche soll alles besser werden. Natürlich ist man dabei, Verbesserungen für die Kunden zu installieren. Da sind wir ja mal gespannt. Von den meisten "Verbesserung" in den letzten Jahren hätte man besser Abstand genommen. Bestimmt kommt jetzt so etwas, dass man zukünftig aich 1ct-Anteile kaufen kann oder so. Warten wir's ab.

3. Falsche Berechnungen
Das ist schon ein echter Hammer und meine Supportanfrage blieb unbeantwortet. Ich weiß nicht, wie lange der folgende Bug schon besteht, aber er wird heftig ausgenutzt.
Man kann ja seit einiger Zeit Kreditbündel als Portfolio verkaufen. Also Subprimes bündeln und schon werden es AA-Pakete ;)
Leider musste ich feststellen, dass hierbei der Rabatt, sofern man nicht einen Gesamtpreis für das ganze Paket berechnet, durch absolut falsche Mittelwertberechnung (ohne Gewichtung!!) berechnet wird. Das nutzen einige Verkäufer perfide aus:


Angeblich werden hier Kredite mit 50% Rabatt verkauft. Schaut man aber mal in die Details und rechnet selbst nach, so sindet man heraus, dass dür 26,11€ ausstehende Kreditsumme 25,17€ zu zahlen sind - ein Abschlag von noch nicht einmal 4%! Der Verkäufer hat einfach für den ersten, von der Summe her sehr viel größeren Anteil 0% und für den winzigen zweiten Anteil -100% eingestellt. Macht zwar nicht nach Adam Riese aber nach Bondora also im Schnitt -50%.
Der Spaß kann einen richtig Geld kosten, wenn man nicht aufpasst. Was gibt wohl der Mittelwert von +50% und -50%? Und wenn der erste Anteil 100€, der zweite 1€ beträgt? Beide grün? Sieht dann nach einem Superschnäppchen aus und schon wurden einem fast 50€ mehr abgeknöpft als man vermutet hätte.

Bald bei mir übrigens 5 Jahre als Anleger rum. Ich werde weiterhin berichten.